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Neuer Zuchtwert wird in Franken statt Index-Punkten angegeben

Der neue monetäre Swiss Index gibt den Wert der Stier-Genetik direkt in Geldbeträgen an. Entstanden ist er aus einer Zusammenarbeit der IG Neue Schweizer Kuh, IP-Suisse und der HAFL. Zuchtverbände sehen Schwierigkeiten.

Wie viel mehr Geld können Züchter pro Kuh und Jahr herausholen? Eine Hilfestellung dafür stellte am Montag das Dreiergespann der Interessengemeinschaft (IG) Neue Schweizer Kuh gemeinsam mit IP-Suisse und der Hochschule für Agrar-, Forst-, und Lebensmittelwissenschaften (HAFL) vor. Der monetäre Swiss Index (SWI) ist ein neuer Zuchtwert, der den genetischen Mehrwert anstatt in Punkten in Franken angibt. Kurz gesagt zeigt er, wie viel Franken pro Jahr und Kuh ein Züchter zusätzlich erwirtschaften kann. So sollen die wirtschaftlichen Vorteile der Stiere direkt vergleichbar sein. Bisher sind monetäre Zuchtwerte vor allem in Neuseeland und Frankreich verbreitet.

Bisheriger Swiss Index

2015 gründeten 20 Landwirte die IG Neue Schweizer Kuh, die keine offizielle Anerkennung als Tierzuchtorganisation hat. Ihr Ziel ist die Zucht von mittelgrossen Kühen, die vor allem mit Raufutter gefüttert werden. Dafür entwickelte sie den alternativen Zuchtwert namens Swiss Index. Bei ihm ist die Grösse (zu gross) negativ gewichtet, die funktionellen Merkmale, Zellzahl, Persistenz und Fruchtbarkeit erhalten einen höheren Stellenwert, und das Milchproduktionspotenzial ist tiefer im Vergleich zu gängigen Zuchtwerten. Ein Teilprojekt des Innosuisse-Projektes «Wiesenmilch plus» entwickelte den Index nun zum monetären Swiss Index weiter.

Neue Gewichtung

Was ist nun neu am monetären Swiss Index? Neben dem Einbezug von wirtschaftlichen Daten von Betrieben, die weidebasiert produzieren, wurde auch die Gewichtung der einzelnen Merkmale überarbeitet. Die Milchproduktionsmerkmale sind nun leicht höher gewichtet als beim bisherigen SWI (20 % anstelle 17 %). Die Fitnessmerkmale haben die gleiche Gewichtung (48 %). Für die Eutergesundheit fliesst nebst der Zellzahl neu auch die Mastitisresistenz ein. Für die Beurteilung der Genetik bedient sich der Swiss Index weiterhin der gängigen Zuchtwerte der Rassen.

Berechnung des Swiss Index

Hannes Jörg, Tiergenetiker an der Hochschule für Agrar-, Forst-, und Lebensmittelwissenschaften (HAFL), und sein Team entwickelten ein Modell, das den genetischen Mehrwert eines Stieres in Franken übersetzt. Dafür sammelten sie Daten von 37 Betrieben, die graslandbasierte Milch produzieren. Diese waren Mitglieder bei IP-Suisse oder bei der IG Neue Schweizer Kuh. Aus den 7264 analysierten Kuhjahren errechneten die Wissenschaftler die vergleichbaren Deckungsbeiträge pro Kuh und Jahr. In einem zweiten Schritt wurde die bisherige Gewichtung der Merkmale des Swiss Index überarbeitet. Wie stark ein Merkmal gewichtet wurde, hing zum einen von der Vererbbarkeit und zum anderen von ihrem Anteil am Deckungsbeitrag ab. Als Drittes griff das Forschungsteam auf die gängigen Zuchtwerte der Rassen zurück und berechnete, wie stark der jeweilige Stier vom Populationsmittel abweicht. Diese Differenz, z. B. fünf Punkte, wurde dann mit den berechneten Deckungsbeiträgen und der Gewichtung der Merkmale multipliziert. Das Ergebnis ist der monetäre Swiss Index in Franken.

Andere Spitzenstiere

Da Stiere nur 50 Prozent ihrer Gene an ihre Nachkommen vererben und die anderen 50 Prozent von der Mutter stammen, muss der angegebene SWI durch zwei geteilt werden. Ein Stier mit einem SWI von 500 Franken steigert den genetischen Wert seiner Töchter somit um 250 Franken pro Jahr. Auffällig ist, dass die Stiere, die bei den Rassen am häufigsten zum Einsatz kommen, nicht zu den Spitzenreitern des SWI gehören.

«Schafft viel Lebensqualität»

Die Stierempfehlungen auf Basis des monetären SWI sind auf der Website der IG zu finden. Wie viele Bauern den Swiss Index nutzen, ist unklar. «Wir können nur die Aufrufe unserer Website beobachten, und die liegen im Durchschnitt bei 300 pro Monat», erklärt Michael Schwarzenberger, Geschäftsführer der IG. Der monetäre SWI eigne sich vor allem für Bauern, die auf eine gewisse Menge Milch verzichten könnten und dafür eine Herde ohne Komplikationen erhielten. «Das schafft viel Lebensqualität, die eine immer wichtigere Rolle spielt», so Schwarzenberger.

Zuchtverband ist skeptisch

Alex Barenco von Swissherdbook glaubt nicht, dass eine grosse Anzahl an Züchtern von dem Swiss Index einen Mehrwert haben. «Die Züchter, die kleinere Kühe möchten, können schon heute aus den Iset-Stieren diejenigen mit der gewünschte Kreuzbeinhöhe auswählen, mit dem Vorteil, dass sie auch in Sachen Produktion einen Zuchtfortschritt erzielen». Martin Rust, Vizedirektor von Braunvieh Schweiz, sieht Potenzial in einem monetären Index. «Die Herausforderung besteht jedoch in der möglichst korrekten Hinterlegung der wirtschaftlichen Parameter. Gerade in der Schweiz mit unterschiedlichen Betriebsstrukturen, Produktionsformen und Absatzmärkten bestehen hier grosse Unterschiede von Betrieb zu Betrieb.»

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