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Keine Waffentragbewilligung zum Schutz vor dem Wolf

Das Waffengesetz und ein Referat über die Tötung schwerkranker oder verletzter Tiere auf Alpen führten an der Versammlung der Glarner Älpler zu Diskussionen.

Das emotionale Thema Wolf war an der Hauptversammlung des Glarner Alpvereins am 18. März 2023 allgegenwärtig. Gegen 50 der rund 140 Mitglieder trafen sich in der Lintharena Näfels. Mit wenig Verständnis folgten die Älpler(innen) den Ausführungen von Tierärztin Iris Brunhart, Amt für Lebensmittelsicherheit und Tiergesundheit Graubünden.

Nottötung auf Alpen

Die Tötung schwer verletzter Tiere auf entlegenen Alpen durch Tierhalter sei zwar grundsätzlich möglich, meinte sie. Jedoch müsse sich die Person Instruktionen zur Fachkundigkeit sowie die erforderlichen Kenntnisse und praktische Erfahrung angeeignet haben. Eine gesetzliche Grundlage oder eine klare Definition für einen Nachweis der Fachkundigkeit gibt es jedoch nicht. «Ich wehre mich dagegen, dass man in der heutigen Zeit immer alles sofort angehen muss», konterte Brunhart die Einwände der Älpler zu zeitlichen Verzögerungen bei Notfällen, beispielsweise in empfangslosem Gebiet.

Das per se schon emotionale Thema löste weiteres Unverständnis aus. «Es ist wahnsinnig, was für eine Bürokratie geschaffen wird, um Älpler verurteilen zu können», machte ein Älpler seinem Ärger Luft.

Keine Waffentragbewilligung zum Schutz vor dem Wolf
Tierärztin Iris Brunhart informierte über die Tötung schwerverletzter Tiere auf der Alp.

Kein bewaffneter Schutz

In einem weiteren Vortrag kam Kantonspolizist Roman Portmann zu Wort. Er zeigte den Anwesenden auf, dass der Besitz einer Waffe bei der Erfüllung sämtlicher Anforderungen zwar möglich ist, eine Waffe an öffentlich zugänglichen Orten zu tragen oder zu transportieren jedoch eine Waffentragbewilligung erfordert.

Mit der aktuellen Rechtssprechung werde die Kantonspolizei Glarus zum Schutz gegen den Wolf nie eine Waffentragbewilligung ausstellen, so Portmann. Diese würden sehr zurückhaltend ausgestellt und bewilligt, da das Waffentragen als Gefährdung für die öffentliche Sicherheit gewertet wird.

Wasserversorgung prüfen

Die vom Departement Bau und Umwelt erstellte Präsentation zum Thema Wasserentnahme bei Trockenheit, wurde zur Vorstellung an Präsident Beglinger delegiert. Da Wetterextreme wahrscheinlicher werden, seien Massnahmen für die Wasserverfügbarkeit auf Alpen zu prüfen.

Gesetzliche Grundlage, Entnahmegewässer sowie der Ablauf einer Bewilligung wurden aufgezeigt, sind aber gerade für die von der Trockenheit im vergangenen Sommer betroffenen Alpen schwer nachzuvollziehen. Für den unkomplizierten kostenlosen Wassertransport über die Armee müsste eine Notlage durch Bund und Regierung bestimmt werden.

Geschäfte und Personalien

Nach 13 Jahren verlässt Vorstandsmitglied und Kassier Werner Elmer den Vorstand. Einstimmig wurde Melgg Mächler neu gewählt. Für das neue Alpbuch 2024, dessen Arbeit von den Journalisten und Fotografen bereits im vergangenen Sommer aufgenommen wurde, sprach der Verein 10’000 Franken. «Die Gesamtkosten belaufen sich auf rund 250'000 Franken, in der Regel wird bei der Abgabe zum Druck ein Vorinkasso geleistet», erläutert Beglinger den Antrag des Vorstandes, welcher einstimmig angenommen wurde.

Keine Waffentragbewilligung zum Schutz vor dem Wolf
Der Vorstand des Glarner Alpvereins (v.l.): Köbi Schnyder, Rita Widmer, Christian Beglinger, Martin Lehmann und neu Melgg Mächler.