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Hat Bern sein erstes Wolfsrudel?

Im Gebiet des Gemmenalphorns soll diese Woche ein Wolfsrudel mit sechs Tieren gesichtet worden sein. Möglich, aber nicht wahrscheinlich, meint das Jagdinspektorat dazu.

Nein, an dieser Nachricht dürften nicht alle Freude haben: erst recht nicht die Bäuerinnen und Bauern. Diese Woche sollen im Gebiet des Gemmenalphorns, zwischen Habkern und dem Justistal, sechs Wölfe gesichtet worden sein. Wenn das stimmt, wäre dies das erste Wolfsrudel im Kanton Bern.

Waren gut erkennbar

«Das waren ganz klar Wölfe», sagte ein Beobachter gegenüber der BauernZeitung. Am Abend, um 19 Uhr, habe man zuerst nur drei Wölfe gesehen, plötzlich seien noch einmal drei aufgetaucht. Bei den Tieren habe es sich um sechs ausgewachsene Wölfe gehandelt. «Aus 200 Meter Entfernung konnten wir sie sehr gut erkennen, als sie im hohen Tempo über den Grat rannten», so der Informant, der nicht namentlich erwähnt werden möchte. Normalerweise könne man am Abend rund um das Gemmenalphorn zwischen 30 und 50 Steinböcke beobachten, an diesem Abend hätte man nur zwei davon gesehen.

Nicht bestätigt

Ob es sich bei der Sichtung wirklich um Wölfe handelt, kann trotz einem im Netz kursierenden Video nicht restlos geklärt werden. Die BauernZeitung hat beim Berner Jagdinspektorat nachgefragt und wollte wissen, ob man dort Kenntnisse hat von einem existierenden Wolfsrudel in dieser Gegend. «Wir haben Kenntnis eines Videos, dessen Qualität allerdings so schlecht ist, dass für uns nichts erkennbar ist», sagt das Jagdinspektorat des Kantons Bern. Das Jagdinspektorat habe nur Kenntnis eines Einzelwolfs (M76) in diesem Gebiet. «Bisher gibt es keine Nachweise von weiteren Wölfen, auch keine bestätigten Sichtungen von mehreren Wölfen», man weiter fest.

Mindestens ein Jahr

Das Jagdinspektorat habe auch keine Kenntnisse eines Wolfsrudels im Kanton Bern. «Ein Wolfsrudel taucht auch nicht von einem Tag auf den andern auf. Es entsteht, wenn ein Paar Nachwuchs hat. Das dauert mindestens ein Jahr», sagt dieses. Dass dies während dieser Zeit unbemerkt bleibe, sei möglich, aber wenig wahrscheinlich. Auf die Frage, was das Jagdinspektorat jetzt zu unternehmen gedenke, meint dieses: «Die Situation wird – wie schon vorher – beobachtet. Bei Hinweisen aus der Bevölkerung geht das Jagdinspektorat diesen sicher nach.»

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