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Gefragtes Naturprodukt: Tierhaare werden zu Duvets, Kissen und Schmuck

Wolle und Vlies von Alpakas sind sehr beliebt. Auch als Füllung für Bettwaren werden sie gerne genutzt. Alpaka-Halterin Monika Büchel erklärt, wie sie die Wolle verarbeitet.

Die Nutzung von Tierhaaren in Form von Fellen oder Wolle begleitet die Menschen bereits seit Jahrtausenden. Von primitiver Fellkleidung in der Neandertalerzeit bis zur Nutzung feinster Kaschmir-, Merino- oder Angoragarne für modische Haute-Couture-Strickjacken war es ein weiter Weg. Doch nicht nur zu Bekleidungszwecken werden Tierhaare genutzt. Wolle eignet sich beispielsweise durch seine gute Temperaturregulation ebenfalls als Dämmmaterial für Dächer, Böden oder Wände im Haus. Auch als Schmuck werden Tierhaare und Wolle vielseitig verwendet (siehe Kasten). Neben Schafen sind auch Alpakas gute Wolllieferanten. Ihre Wolle zeichnet sich durch besonders feine Fasern aus, die sich Alpaka-Halterin Monika Büchel zunutze macht.

Schlafen in Alpaka-Vlies

Mit ihrer Industrie-Nähmaschine näht sie auf ihrem kleinen Betrieb «Alpakable» in Mönchaltdorf ZH Duvets und Kissen, die mit Alpaka-Wolle gefüllt sind. Auf dem als Verein geführten Betrieb leben derzeit vier Tiere, die jedes Jahr zwischen März und Juni geschoren werden. Deren Wolle würde alleine nicht ausreichen, um die Nachfrage an den Duvets zu decken. Deshalb kauft Monika Büchel den Grossteil der verwendeten Wolle vom Züchter Adrian Brändli aus Bichwil SG zu. Nach der Schur wird die gewaschene Wolle getrocknet und kardiert. Beim Kardieren wird die Wolle so gekämmt, dass alle Fasern in die gleiche Richtung liegen. Das Resultat ist das sogenannte «Vlies», mit dem die Bettwaren gefüllt werden.

Die Faserlänge entscheidet

Monika Büchel verwendet für ihre Duvets nur Fasern bester Qualität. Diese wird bei der Alpaka-Wolle in unterschiedliche Stufen eingeteilt:

  1. Qualität: Lange, feine Fasern der Rückenpartie des Tieres. Diese können bis zu 20 cm lang sein und verfügen deshalb über eine gute Spinn-Qualität.
  2. Qualität: Wolle aus dem Halsbereich des Tieres. Diese Fasern werden zumeist als Füllstoff verwendet.
  3. Qualität: Die geringste Wollqualität stammt aus dem Bereich der Beine des Tieres. Sie wird als Mulch- oder Düngematerial im Garten genutzt.

Mit einem grossen, industriellen Kardband gelingt es, Wolle von zweiter Qualität so fein aufzuarbeiten, dass diese ein feines, gleichmässiges Vlies ergibt, welches für Duvets genutzt werden kann. Auf dem Betrieb von Büchel ist das allerdings nicht möglich. Würde die Alpaka-Halterin Wolle zweiter Qualität mit ihrer kleinen Kardiermaschine aufarbeiten, wäre das entstandene Vlies als Füllstoff noch immer nicht fein genug, und würde im Duvet keine gleichmässige Lage ergeben. Deshalb nutzt sie zur Füllung ihrer Bettwaren ausschliesslich Wolle erster Qualität. Zu Beginn hat Monika ­Büchel nur Zierkissen aus Alpakawolle zum Verkauf angeboten. Der Erfolg war mässig und die Produktion hat sich fast nicht gelohnt. Büchel erhielt von einem Kunden die Anfrage für ein Duvet und so konnte die Alpaka-Wolle rentabler genutzt werden.

Nachgefragtes Naturprodukt

«Das Duvet ist ein Produkt, ­welches die Leute wirklich brauchen und auch kaufen wollen. Die Nachfrage ist derzeit sehr gut», erzählt Monika Büchel. Pro Monat verkaufe sie etwa 20 ihrer Duvets. Da der Betrieb nicht über die notwendigen Maschinen verfügt, um den Duvet-Stoff aus Baumwolle so aufzuspannen, dass dieser bei der Verarbeitung nicht verrutscht, ist das Nähen für die Betriebsleiterin sehr zeitaufwendig. Aus diesem Grund hat sie sich mit ihrem Betrieb auch ausschliesslich auf die Produktion der Bettwaren, sowie auf die interne Vereinsarbeit spezialisiert. Durch ein kleines Kursangebot möchte Büchel Menschen in schwierigen Lebenslagen eine Wiedereingliederung in den Alltag erleichtern. Mitglieder des Vereins können sich auf der Alpaka-Farm zu weiteren Aspekten der Wollverarbeitung fortbilden, und so die Arbeitsprozesse von Rohwolle zu Strickwolle erlernen oder mit einem Webrahmen selbst einen Teppich weben.

Ruhe im Kopf

Die positiven Rückmeldungen der Kursteilnehmenden bestärken Monika Büchel in ihrer Arbeit. «Die Verarbeitung der Wolle von Hand, ohne die Hilfe elektrischer Maschinen, wirkt auf die meisten sehr beruhigend. Die Teilnehmer fühlen sich dadurch geerdet und der Kopf ist frei von Sorgen und Gedanken», erzählt Büchel.

Schmuck aus Haaren

Tierhaare werden nicht nur zur Fertigung von Gebrauchsgegenständen genutzt. Auch als Ausgangsmaterial für Schmuck haben Haare eine lange Tradition.

Erinnerungsstücke erhalten

Viele Menschen lassen aus den Haaren verstorbener Haustiere Schmuckstücke herstellen und behalten ihre Tiere so in besonderer Erinnerung. Gefilzte Kugeln aus Hunde- oder Katzenhaar können dann zu Ohrringen oder Halsketten verarbeitet werden. Auch aus dem Mähnen- und Schweifhaar von Pferden werden kunstvolle Armreifen oder Ketten geflochten.

Haar zu Stein

Durch ein chemisches Verfahren können Haare von Menschen oder Tieren auch in Edelsteine verwandelt werden. Elemente aus dem jeweiligen biogenen Material des individuellen Tieres werden extrahiert und in der Gitterstruktur des Edelsteins gebunden, der bei etwa 2000 Grad in speziellen Öfen wächst. Danach wird der Stein geschliffen und in ein Schmuckstück gefasst

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