Aufgrund der Corona-Pandemie haben vier Kommissionen des Freiburgischen Alpwirtschaftlichen Vereins FAV in verkleinerten Formationen am Donnerstag und Freitag vergangener Woche in der Zone V «La Vudalla» 77 Alpweiden inspiziert. In der Bilanz dieser Alpbegehungen durch den FAV wird allen 31 Bewirtschaftern dieser Alpen, darunter auch Alpkäsehersteller, ein gutes Zeugnis ausgestellt.
Hütten wurden saniert
Die 31 Sennen bewirtschaften eine bis sieben Weiden. Die Alpen sind in dieser Region kleiner, deshalb fallen die Kosten für den Unterhalt der Alpgebäude umso stärker ins Gewicht. Eine Gruppierung in Betriebseinheiten dränge sich künftig auf, wurde deshalb festgestellt. Wurden bei der letzten Inspektion vor 18 Jahren noch Mängel beim Unterhalt der Hütten registriert, stellte Kommissionsmitglied Christoph Overney fest, dass seither grosse Unterhalts- und Verbesserungsarbeiten ausgeführt wurden. Vor allem Dächer wurden saniert.
Genug Gras und Wasser
Als FAV-Vorstandsmitglied seit 2018 habe er beim Besuch von acht Weiden am Freitag vergangener Woche einen guten Einblick in die Bewirtschaftung der Alpen in dieser Region erhalten, betonte Christoph Overney. Die gut erschlossenen Alpen würden sehr gut geführt, sagte er. Auf den Kalksteinböden wachse kräftiges Gras und die Wasserversorgung der Weiden sei diesen Sommer kein Problem, erklärte er am Telefon. Den Bewirtschafterinnen und Tieren gehe es gut.
Viele Gebäude
«Wir haben wegen der Corona-Pandemie die Teilnehmerzahl reduziert», berichtete FAV-Präsident Henri Buchs an der Pressekonferenz auf der Alp «Les Reybes Devant» am Vortag zu den Alpbegehungen. Wie die Koordinatorin der Alpinspektionen Céline Magnin im Weiteren informierte, führt ein Bewirtschafter im Kanton Freiburg im Mittel 2,3 Weiden. In der Zone V sind es fünf Alpen pro Bewirtschafterin mit einer hohen Zahl von Bauten.
Daten erheben
Bei dieser Begehung werden die Daten der Alpen, ebenso die Art der Tiere, die Dauer der Sömmerung, die Qualität des Grases, die Unkräuter, die Probleme verursachen, der Zustand der Alphütten und deren Ausrüstung, die Art des Zugangs und die Wasserversorgung erhoben. Diese Feststellungen werden als zweisprachig abgefasster Bericht Ende Jahr den Bewirtschaftenden, den Behörden und den über tausend Mitgliedern des FAV zugestellt.
Alpen weiterentwickeln
«Die Aufgabe der Alpbegehungen ist nicht nur technisch, sondern enthält auch eine soziale Komponente», betonte FAV-Geschäftsführer Frédéric Ménétrey. Es sei jedoch auch ein Moment des geselligen Austauschs, der dazu führen könne, Botschaften und Ratschlägen für die Zukunft der Alpweiden in diesem Rahmen weiterzugeben. Der 1897 gegründete FAV hat zum Ziel, die Sömmerung- und Alpgebiete des Kantons zu verteidigen und zu entwickeln. Das Kantonsgebiet ist in 18 Inspektionskreise eingeteilt, die abwechselnd besucht werden.
Les Reybes Devant
Das Gastgeber-Ehepaar Claude und Isabelle Charrière von der Alp «Les Reybes Devant», wo die Pressekonferenz am vergangenen Mittwoch stattfand, bewirtschaftet gemeinsam drei Alpen mit einer Fläche von insgesamt rund 50 Hektaren. Der Tierbesatz beträgt in diesem Jahr 38 Kühe, ein Dutzend Rinder und 22 Kälber.

