ABO

«Die Tiere sind die DNA der Messe»: Rinder kehren an den Sommet de l’Élevage zurück

1800 Aussteller, 120 000 Besucher, 2000 Tiere: Der Sommet de l’Élevage ist eine der grössten Agrarmessen weltweit. Züchter erzählen von Leidenschaft – und einem schwierigen Fleischmarkt.

Vom 6. bis 9. Oktober 2026 fand in Clermont-Ferrand (Frankreich) mit dem Sommet de l’Élevage eine der grössten Landwirtschafts- und Nutztiermessen Europas statt. Nachdem 2025 aufgrund der Viruserkrankung Lumpy Skin keine Rinder ausgestellt worden waren, standen sie dieses Jahr wieder im Mittelpunkt. «Die Tiere sind die DNA der Messe», sagt Direktor Benoit Delaloy. Ohne sie sei es nicht dasselbe.

Eine Messe mit internationaler Ausstrahlung

Mit fast 1800 Ausstellern, rund 120 000 Besuchern aus mehr als 100 Ländern und 2000 Tieren aus 70 verschiedenen Rassen zählt der Sommet de l’Élevage gemäss den Veranstaltern zu den weltweit grössten Fachmessen für Landwirtschaft und Tierhaltung. 2026 fand die Veranstaltung bereits zum 35. Mal statt.

Auch in diesem Jahr wurde das Angebot erweitert. Neu gab es ein Zentrum für Tiergesundheit, in dem Fachleute und Interessengruppen zusammenkamen und aktuelle Fragen diskutierten. Zudem war die Schweine- und Geflügelbranche mit mehr Ausstellern vertreten als zuvor.

Die Limousinrasse stand dieses Jahr im Fokus. (Bild: Alissa Scheuermeier)

Im Zentrum der diesjährigen Ausgabe stand die Rinderrasse Limousin. Gemäss den Veranstaltern ist sie, gemessen an der Anzahl Tiere, die zweitgrösste Fleischrinderrasse Frankreichs. Sie gilt als wichtige Rasse der französischen Fleischrinderzucht und ist in mehr als 80 Ländern verbreitet. Zudem ist sie laut den Veranstaltern weiterhin führend beim Export französischer Fleischrindergenetik.

Leidenschaft für die Zucht

Für Benoît Serres, der Aubrac-Rinder ausstellt, steht vor allem die persönliche Leidenschaft im Vordergrund. «Das ist Vergnügen und Leidenschaft, mehr nicht», sagt er. Er nehme entspannt an der Messe teil.

Clément Adriansen, der Weissblaue Belgier präsentiert, verfolgt mit der Ausstellung ein weiteres Ziel: Er wolle die Rasse repräsentieren und zeigen, was die französische Zucht leisten könne. Dabei gehe es ihm auch darum, die Qualität der Tiere, die Leidenschaft der Züchter und das französische Know-how zu präsentieren.

Benoît Serres präsentiert an der Messe stolz seine Aubrac. (Bild: Alissa Scheuermeier)

Der Fleischmarkt ist kompliziert

Weniger entspannt beurteilt Benoît Serres die Situation auf dem französischen Fleischmarkt. Diese sei kompliziert, erklärt er. Der Staat lasse Fleisch aus dem Ausland importieren, während das einheimische Fleisch sehr teuer sei.

Clément Adriansen sieht die Entwicklung für die Rasse Weissblaue Belgier positiver. Die Nachfrage nach dieser Rasse werde seiner Einschätzung nach nicht zurückgehen. Er begründet dies mit der ausgeprägten Bemuskelung und der Fleischqualität der Tiere sowie mit der steigenden Nachfrage der Konsumenten.

Clément Adriansen züchtet Weissblaue Belgier in Frankreich. (Bild: Alissa Scheuermeier)

Weiterlesen