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EP bei Schweinen: Wochenlang kein Husten – und doch angesteckt

Der EP-Ausbruch hat die Branche durchgeschüttelt. Die Biosicherheit rückt in den Fokus und damit die Verhinderung einer Ansteckung und Verbreitung von Krankheiten.

Der Ausbruch der enzootischen Pneumonie (EP) in einem Schweinering hat in der ganzen Branche für viel Gesprächsstoff gesorgt. Viele Gerüchte und Meinungen kursieren. Man stellt sich Fragen zur Herkunft der Bakterien, zum Vorgehen bei der Bekämpfung, zur Information und zu den Schweineringen überhaupt.

Vieles ist sicherlich gut gelaufen, einiges vielleicht weniger und einige Fragen können wahrscheinlich nie beantwortet werden.

Tiere zeigen lange keine Symptome

Mykoplasma hyopneumonieae, der Erreger der EP, ist ein Bakterium, das tief in den Lungen sitzt und dort eine Entzündung macht. Nach der Ansteckung dauert es etwa drei bis vier Wochen, bis die Krankheit ausbricht. Bakterien werden ausgeschieden, wenn die Schweine husten. Über die Luft kann die Krankheit etwa zwei Kilometer weit übertragen werden.

Chronisch erkrankte Tiere bleiben Träger, scheiden den Erreger aber nicht mehr aus. Im Labor ist der Erreger sehr schwer anzuzüchten. Wenn keine Tiere jünger als zehn Monate vorhanden sind, saniert sich die Herde mit der Zeit von selbst.

Unbemerkte Verbreitung über Tierverkehr

Das sind die wichtigsten Fakten zu dieser Krankheit und damit kann man viele Fragen beantworten. Weil es so lange dauert, bis die Tiere Symptome zeigen, kann sich der Erreger über den Tierverkehr mit angesteckten Tieren unbemerkt verbreiten. Ein Ring kann also verseucht sein, bevor ein Husten auftritt. Da unsere Schweine den Erreger nicht «kennen», erkranken auch Muttersauen.

Für den Nachweis der EP braucht es entweder hustende Tiere oder Schweine, die länger als rund vier Wochen angesteckt sind. Testet man frisch angesteckte Schweine, ist ein negatives Resultat nicht aussagekräftig. Das heisst, die Tiere können angesteckt sein, haben aber noch keine Antikörper. Es gilt, die nötige Zeit abzuwarten, bis man die umliegenden Betriebe testen kann. Beginnen die Schweine dann aber zu husten, kann der Erreger sofort über die Luft zu benachbarten Betrieben gelangen.

Deshalb macht es Sinn, Mastbetriebe abzuräumen, die zwar noch keine Symptome haben, aber möglicherweise angesteckte Schweine bekommen haben. Für eine erfolgreiche Bekämpfung dieser Seuche schlachtet man besser ein Schwein zu viel als ein hustendes Tier erst zu spät.

Biosicherheit in den Vordergrund gerückt

Wildschweinherden sanieren sich im späten Winter selbst, weil dann die Frischlinge vom letzten Jahr älter als zehn Monate werden. Führen die Bachen aber später im Jahr nochmals Ferkel, was beim heutigen Klima durchaus möglich ist, funktioniert diese Sanierung auch nicht mehr.

Der Ausbruch der EP hat bewirkt, dass die Aufmerksamkeit für Tierseuchen und deren Verhinderung stark in den Fokus gerückt wurde. Es war und ist eine kleine Hauptprobe für einen Ausbruch von hochansteckenden Seuchen. Die Biosicherheit ist zentral. Wir müssen uns überlegen, welche Risiken für eine Einschleppung in die Betriebe bestehen und wie die Ausbreitung möglichst verhindert werden kann.

Die jeweiligen Erreger haben unterschiedliche Funktionsweisen und so braucht es nicht für jede Seuche die gleichen Massnahmen, weil die Gefahren für die Einschleppung und die Verbreitung nicht immer die gleichen sind.

Vorsicht beim Tierverkehr

Die mit Abstand grösste Gefahr für die Einschleppung von Seuchen bleibt der Tierverkehr mit dem Zukauf von Schweinen. Die zweite Gefahr sind andere Lebewesen, die in den Stall gelangen. Also Insekten, Schädlinge, Vögel, aber auch Katzen und Hunde und Wildschweine mit direktem Kontakt zu den Hausschweinen.

An dritter Stelle stehen die Erreger, die über die Luft kommen. Weiter stellen Besucher auf dem Hof oder im Stall eine Gefahr dar. Auch über das Futter kann etwas übertragen werden, diese Gefahr ist dann aber eher gering.

Zum Autor Stefan Birrer

Unser Autor hat als Tierarzt und Praxisinhaber in Gunzwil LU langjährige Erfahrung bei der Bestandesbetreuung von Schweinen.

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