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Entwurmung von Schafen und Ziegen: So gehen Sie im Herbst richtig vor

Vor der Einstallung empfiehlt es sich die Tiere auf eine Verwurmung zu untersuchen. Fachleute erklären, was es dabei zu beachten gilt.

Die Tage werden kürzer, der Nebel häufiger – der Herbst hat begonnen. Trotz der kühleren Temperaturen immer noch aktiv sind die Magen-Darm-Parasiten, schreibt Lea Schibli vom Landwirtschaftlichen Zentrum Liebegg. Aufgenommen werden die infektiösen Larven von den Tieren mit dem Weidegras.

Kleinwiederkäuern, die im Winter eingestallt werden, steht eine Entlastung in Aussicht, da eine Reinfektion mit den Endoparasiten durch die Winterfütterung unterbrochen wird. «In den konservierten Futtermitteln wie Heu oder Silagen können die Parasiten nicht überleben, und die Schafe und Ziegen sich somit nicht infizieren», schreibt Schibli.

Mit Sammelproben einen Überblick verschaffen

Vor dem Einstallen der Tiere empfehle es sich trotzdem, die Schafe und Ziegen auf eine Verwurmung zu untersuchen, schreibt Lea Schibli. Eine der sichersten Methoden ist laut Merkblatt des Forschungsinstituts für biologischen Landbau (FiBL) die Kotprobe. Untersucht werden können die Proben über den Tierarzt oder das Parasitenprogramm des Beratungs- und Gesundheitsdiensts für Kleinwiederkäuer (BGK).

Einzelkotproben bieten sich laut Lea Schibli bei Tieren mit einem Verdacht auf eine Infektion oder bei sichtbaren Symptomen an. Ansonsten kommen häufig Sammelproben zum Einsatz. «Wir empfehlen meist vier bis fünf Tiere je Sammelprobe zusammenzufassen», erklärt Steffen Werne vom FiBL auf Anfrage der BauernZeitung. Handle es sich um einen kleineren Bestand oder sollen die Proben auf ein absolutes Minimum beschränkt sein, erhalte man bereits mit einer Stichprobe von ca. fünf Jungtieren (z.Bsp. Lämmer bis neun oder zehn Monate) einen guten Überblick über die parasitologische Situation.

Bei grösseren Beständen hingegen habe man mit drei bis vier Sammelproben je Termin gute Erfahrungen gemacht. «Je zweimal vier bis fünf Jungtiere, sowie ein bis zwei Sammelproben bei den Alttieren», empfiehlt der Fachmann. Wichtig sei zudem regelmässig Kotproben durchzuführen, um einen Anstieg rechtzeitig zu erkennen.

Und welche Tiere sollten gemeinsam beprobt werden?

«Es macht keinen Sinn, z. Bsp. Auen und Lämmer in einer Sammelprobe zu mischen. Das sind zwei immunologisch unterschiedliche Gruppen», erklärt Werne. So sind Schafe laut FiBL-Merkblatt nach ca. sechs bis acht Lebensmonaten und ausreichend Kontakt mit Würmern in der Lage, über ihre körpereigene Abwehr Magen-Darm-Würmer selbst zu regulieren. Milchtieren könne man ausserdem in laktierende und galte Tiere unterteilen. Auch Tiere mit unterschiedlichen Weidehintergründen (Alp/Tal) sollten separat beprobt werden.

Und ab welchem Parasitendruck sollte entwurmt werden?

Eine klare Grenze, ab wann entwurmt werden sollte, gebe es nicht, da die Höhe von der Zusammensetzung der verschiedenen Wurmarten und von der Lebensphase des Tieres abhänge, erklärt Steffen Werne. «Ziegen und Auen haben meist kurz nach dem Lammen in der Hochlaktation eine hohe parasitäre Eiausscheidung. Diese kann dann im Laufe der Laktation wieder sinken», so der Parasitologe. Bei Jungtieren hingegen solle früher eingegriffen werden als bei Alttieren. Am besten sei es, die Ergebnisse gemeinsam mit dem Bestandestierarzt oder der Bestandestierärztin zu besprechen, um so den Einsatz über die Dauer zu verfeinern.

Und wann ist der richtige Zeitpunkt für eine Entwurmung?

«Bei Ziegen oder Schafen, die im Januar oder Februar lammen, ist eine Behandlung direkt nach dem Einstallen häufig die beste Wahl, da die Wartezeit nach Verabreichung des Medikaments bei Laktationsbeginn abgeschlossen ist», so Werne. Bei Fleischschafen hingegen sei es häufig besser, die Zeit nach dem Lammen abzuwarten, da die Eiausscheidung dann am höchsten sei. «Beim Einstallen ist die Eiausscheidung häufig tief, und die Ergebnisse der Sammelprobe könnte dazu führen, dass die Wurmbelastung als zu tief eingeschätzt wird», ergänzt Werne.

Kaum ein Betrieb ohne resistente Würmer

Ein wichtiger Fokus beim Einsatz von Entwurmungsmitteln sollte auch der Resistenzbildung zukommen. «In der Schweiz gibt es kaum noch Landwirtschaftsbetriebe, auf denen nicht resistente Würmer zu finden sind und alle in der Schweiz zugelassenen Wirkstoffe noch vollumfänglich wirken», heisst es im FiBL-Merkblatt. Verzögern lasse sich die Entwicklung resistenter Würmer, indem bei jeder Entwurmung einige Tiere nicht behandelt werden. Weiter empfiehlt es sich, falls eine Entwurmung nötig, das eingesetzte Mittel vorgängig auf seine Wirksamkeit zu überprüfen, schreibt Lea Schibli. Ein solcher Test kann über den Bestandestierarzt oder den BGK gemacht werden. Laut FiBL-Merkblatt sollte zudem möglichst auf den Einsatz von Mitteln mit Langzeitwirkung verzichtet werden, denn je länger die Wirkungsdauer, desto wahrscheinlicher ist die Entstehung resistenter Würmer.

Eine zu tiefe Dosierung fördert Resistenzen

Auch eine Unterdosierung der Entwurmungsmittel kann zu einer Beschleunigung der Resistenzentwicklung führen. Die Dosierung müsse deshalb immer bezogen auf das Tiergewicht erfolgen, heisst es im Merkblatt. Ist die Herde einigermassen homogen, kann die Dosierung für das schwerste Tier für alle Tiere verwendet werden.

Bei heterogenen Gruppen sollten Gewichtsklassen gebildet werden. Da die meisten Entwurmungsmittel nur für Schafe zugelassen sind, muss die Dosierung bei den Ziegen angepasst werden. Ziegen benötigen eine höhere Dosierung als Schafe. Informationen über die Dosierung bei Ziegen kann der Tierarzt oder der BGK geben. Bevorzugt sollten über das Maul verabreichende Mittel verwendet werden, da diese die beste Wirkstoffverfügbarkeit aufweisen.

Typische Anzeichen für einen Magen-Darm-Parasitenbefall

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