Für viele Bauernfamilien sind Jahr für Jahr die Viehausstellungen rot in ihrer Agenda angestrichen. So auch in dieser Schausaison 2013/14, wo wieder Tausende Besucherinnen und Besucher zu den verschiedenen Austragungsorten pilgerten. Sei es an die Swiss Expo nach Lausanne VD, an die Swiss Classic in Brunegg AG oder an die Nationalschau nach Bulle FR. Nicht zu vergessen sind auch die vielen kleineren Regionalausstellungen und Beständeschauen, die jeweils im Frühling und im Herbst für Hühnerhaut sorgen.
Einen hohen Stellenwert für die Züchter
Sind die Viehausstellungen für die einen ein Hobby, sind sie für die anderen eine Standortbestimmung. Sie stellen ein Schaufenster für die Schweizer Viehzucht dar und bieten den Züchtern auch Gelegenheit zum Meinungsaustausch. Neben der landwirtschaftlichen Bedeutung haben die Ausstellungen heute auch einen hohen kulturellen und traditionellen Wert. Hier treffen sich die bäuerliche und die nichtlandwirtschaftliche Bevölkerung. Eine besondere Augenweide sind auch immer die «Zügleten» nach einer Beständeschau durchs Dorf.
Bei den Holstein dominiert Goldwyn
Bei der Rasse Holstein hat in dieser Schausaison zum erstenmal der Stier Goldwyn mit seinen Töchtern mächtig aufgetrumpft. Holten sie doch mehrere Titel und Klassensiege an verschiedenen Ausstellungen.
Grosse Dominatorin dieser Schausaion war aber eine Pagewire-Tochter: Delicieuse von Alex Gobeli aus Saanen BE. Diese Schönheit holte unter anderem den Grand-Champion-Titel an der Swiss Expo und wurde Reserve-Siegerin an der Expo Bulle. Bei den BrownSwiss waren es die Stiere Glenn und Jongleur die mächtig abräumten. Und eine Kuh stand fast immer zuoberst auf dem Podest: Pius Schulers Glenn Glena von Paul Kälin-Merz aus Steinen SZ war der grosse Star 2013/14.
Red Holstein: Starke Savard-Töchter
Bei den Red Holstein konnten einige Savard-Töchtern die begehrten Trophäen sichern, wie die aktuelle Swiss-Expo-Siegerin Plattery Savard Renita von Christian Menoud, Romanens FR. Aber auch an der Emmentaler Starparade holte sich mit Güdels Sissi von Fritz Güdel aus Kaltacker BE eine Savard-Tochter den Sieg. Beim Swiss Fleckvieh waren es oft Töchter vom Stier Incas, die für Furore sorgten, und bei den Simmental waren es vielfach Töchter von Natursprungstieren.
Exterieurmässig sind die Rassen zusammengerückt
Auch die Spitze zwischen den Rassen ist näher zusammengerückt. Am eindrücklichsten widerspiegelte sich dies an der Brown-Swiss-Schau Swiss Classic vergangenen November in Brunegg AG, wo die grandiose Schulers Glenn Glena denn Sieg davon trug. In den Medien und Kommentaren hörte man nur Positives von der Qualität der aufgeführten braunen Kühen.
Von diesen Lobeshymnen angestachelt, wollte sich auch der bekannte Red-Holsein-Züchter und ehemaliger Viehschauexperte Hans Siegenthaler aus Eggiwil BE selber einmal ein Bild vor Ort machen und besuchte Ende Dezember die Betriebsmeisterschaft der Braunviehzüchter in Wattwil SG.
Sein Kommentar war klar und deutlich: «Eindrückliche Kühe mit traumhaften Eutern. Die Braunen müssen sich wahrhaftig nicht mehr verstecken», so die Aussage von Siegenthaler.
Peter Fankhauser

