Die Schausaison 2013/14 ist grösstenteils passé. Hunderte von Kühen wurden an den verschiedenen grossen Ausstellungen präsentiert. Aber auch die vielen Regional- und Beständeschauen sind beliebter denn je. Und was ganz wichtig ist, die Passion für schöne Kühe ist weiterhin ungebrochen. Besuchten doch wiederum Tausende Kuhbegeisterte die verschiedenen Events.
Haben mehrtägige
Ausstellungen Zukunft?
Als grösster Leckerbissen darf sicher die Swiss Expo in Lausanne VD bezeichnet werden. Dort trafen sich die Schönheiten aus acht verschiedenen Rassen. Aus der ganzen Welt strömten Züchter in die Stadt Lausanne.
Ob solche Schauen, die mehrere Tage dauern, für die Züchter zugeschnitten sind, wird sich in Zukunft zeigen. Die Euphorie, wie sie am Anfang noch herrschte, scheint auf jeden Fall schon etwas verloschen zu sein. Wurden doch dieses Jahr viel weniger Tiere an der Swiss Expo präsentiert als im Katalog noch aufgeführt.
Mit ein Grund könnte die Professionalität für das Zurechtmachen der Tiere sein, werden doch extra Kuhfitter aus Übersee oder aus ganz Europa engagiert, um diese Arbeit zu erledigen. Wer kann oder will sich das leisten? Oder anders gesagt, ohne diesen Aufwand zu betreiben sind die Gewinnchancen eher klein. Und schaut man die Statistik an, so gewinnen doch fast immer die Gleichen.
Regionale Schauen boomen
Hingegen scheinen die Regionalschauen einen Höhenflug zu haben. Diese Ausstellungen dauern meistens nur ein Tag – sind für die meisten finanzierbar, und auch der Zeitaufwand bleibt im Rahmen.
Aber für viele Züchter sind die Viehausstellungen trotzdem nur ein Hobby. Geld damit verdienen können nur die Allerwenigsten. Aber eines ist klar, ohne Vieh- und Beständeschauen gibt es keinen Zuchtfortschritt – und dies bei allen Rassen.
Meinungen
von Züchtern
Auch der bekannte Richter und Viehschauexperte Helmut Matti aus Turbach BE meint dazu: «Um auch in Zukunft möglichst viel Publikum an die Ausstellungen zu locken, braucht es Züchter mit starken Kühen, die den Aufwand nicht scheuen, ihre Tiere zu präsentieren. Regional wird dies eher einfacher sein als bei mehrtägigen Ausstellungen. Denn dort wird es für die breite Züchterschaft immer schwieriger, mithalten zu können.»
Schaut man die Ergebnisse über alle Rassen und Schauen an, so gibt es eine eindeutige Siegerin: Die Brown-Swiss-Kuh Pius Schulers Glenn Glena von Paul Kälin-Merz aus Steinen SZ. Sie holte unter anderem an zwei grossen Braunviehschauen den Grand-Champion-Titel.
Zum einen an der Swiss Classic in Brunegg AG und zum anderen an der IGBS-Schau anlässlich der Tier & Technik in St. Gallen. «Für uns war der Sieg an der Swiss Classic die schönste Überraschung», sagt Paul Kälin voller Stolz. Kälin ist der Meinung, dass es neben motivierten Züchtern und schönen Kühen auch gute Richter brauche, damit die Ausstellungen auch weiterhin vom Publikum besucht werden.
Überhaupt haben die Schweizer Stiere den Braunviehschauen den Stempel aufgedrückt. Glenn und Jongleur dürften dabei mit ihren Töchtern am meisten für Furore gesorgt haben.
Verschiedene Stiere
setzten Akzente
Auch der erfolgreiche Holsteinzüchter Thomas Ender und seine Eltern aus Kallern AG schauen auf eine erfolgreiche Ausstellungssaison mit ihren Tieren zurück. Zum wiederholten Male hat die Familie von Hellender Juror Jurgolin zugeschlagen.
Zu den Schaukühen meint Ender: «Es ist mir persönlich ganz besonders wichtig, dass im Schauring die Kuh gesucht wird, die dem Zuchtziel in allen Bereichen am Nächsten kommt.»
Bei den Holstein hatte der Stier Goldwyn etliche Klassensiege erobern können. Aber der ganze grosse Coup blieb ihm auch dieses Jahr verwehrt. Denn am erfolgreichsten beendete mit Delicieuse von Alex Gobeli aus Saanen BE, eine Pagewire-Tochter die Schausaison. Bei den Red Holstein konnte zum ersten Mal der Schweizer Stier Savard gross auftrumpfen.
Holte er doch mit Plattery Savard Rénita von Christian Menoud, aus Romanens FR, den ersten Sieg an der Swiss Expo. Aber auch an verschiedenen regionalen Ausstellungen konnten sich diverse Savard-Töchter positiv in Szene setzen.
Peter Fankhauser

