Bunt geschmückt kehren die Kühe von der Alp Ramin zurück ins Tal

Der Ton des Herbstes erfüllte Elm, als Ruth Marti am 20. September mit ihrem Team und 50 Kühen im Talgrund eintraf. So ging der Glarner Alpsommer mit Wetterextremen und Wolfsrissen auf der Nachbarsalp zu Ende.

Lange bevor man die bunt geschmückte Herde sieht, hört man sie: Im Gleichklang ertönen die Schellen. Andächtig durchschreiten sie das Dorf, bis der farbige, laute Zug das Ziel am Dorfrand die zu Martis Betrieb gehörenden Weiden im Unterbach erreicht.

Wohlverdienter Weidegang

Zufrieden strahlen alle Helfer, während sie den Tieren Schmuck und Glocken für den wohlverdienten Weidegang entfernen. Ruth Marti führt die Alp Ramin, eine der grössten Alpen im Glarnerland, in fünfter Generation. Unterstützt wurde sie heuer von Verena Dorn und Johanna Würtenberger, beide aus dem Allgäu. Mechaniker Stefan Elmer half an seinen Freitagen tatkräftig mit. Mit Pensionär Tobias Rhyner konnten die drei Frauen zudem auf einen zuverlässigen Aushilfekäsepfleger zählen. «Ich bin sehr dankbar, mit motivierten Leuten zusammenarbeiten zu dürfen, die viel Interesse und Freude an der Arbeit zeigen», wertschätzt Marti die wertvolle Teamarbeit.

Ein letzter Blick, bevor es von der Alp Ramin zurück ins Tal geht.
Ein letzter Blick, bevor es von der Alp Ramin zurück ins Tal geht.

Wetterextreme und den Wolfsrisse

Nach dem Alpabzug durften die Kühe auf die verdiente Heimweide in Elm.
Nach dem Alpabzug durften die Kühe auf die verdiente Heimweide in Elm.

Auf der Hochalp sömmerten 55 Milchkühe und rund 110 Rinder, Mütterkühe und Kälber. Diese sind grösstenteils noch auf den Alpweiden auf über 1000 m ü. M. und kehren in den nächsten Tagen ebenfalls heim. Gegen tausend Laibe des begehrten Raminer Alpkäses produzierte das Team seit dem 12. Juni. «Es war ein sehr guter Sommer», sagt die erfolgreiche Braunviehzüchterin Ruth Marti. Aber man habe mit Wetterextremen fertig werden müssen. Nachdem der Start sehr trocken war, wurden die Älpler später von Wintereinbrüchen und grossen Regenmengen gefordert.

Marti blickt dankbar auf den vergangenen Alpsommer zurück. Hatten sie doch trotz Wolfsrissen an mehreren Rindern auf der Nachbaralp keine derartigen Verluste. Ein Unwohlsein habe jedoch alle nach diesen Vorfällen Ende August begleitet. Umso grösser ist bei Ruth Marti die Erleichterung, alle Tiere nach einem erfüllten Alpsommer 2023 heil zurück ins Tal gebracht zu haben.