Braunvieh Schweiz: Markus Zemp tritt 2016 ab

An der Delegiertenversammlung von «Braunvieh Schweiz» am Mittwoch in Zürich gab Präsident Markus Zemp bekannt, dass er auf die nächste Delegiertenversammlung zurücktreten werde.

Mit einem Video wurde die 118. Delegiertenversammlung von Braunvieh Schweiz letzten Mittwoch in Zürich eröffnet. Darin weisten verschiedene Züchter auf die vielen Vorzüge der braunen Kuh hin. Eine gute Milchleistung mit hervorragenden Inhaltsstoffen, dazu das gewünschte Kapa Kasein BB und ein hervorragendes Exterieur sind die Stärken der braunen Rasse. In seiner Eröffnungsrede forderte Präsident Markus Zemp zurecht: «Es muss uns unbedingt gelingen, dass die Braunviehmilch endlich für ihre höhere Käsereitauglichkeit marktgerechter bezahlt wird.» Milch von Braunviehkühen gäbe mehr Käse und sei deshalb mehr wert als diejenige anderer Rassen.

Kommt die Kappa-Kasein-Zahlung?

Diese Forderung könnte bald Wirklichkeit werden, denn der Gastreferent Pirmin Furrer, Geschäftsführer der Zentralschweizer Milchproduzenten (ZMP) hielt fest, dass die ZMP zusammen mit der Fromarte, also mit den Käsern, Gespräche führen werde um diesbezüglich eine Lösung zu finden. Käser müssen breit sein, zukünftig Kappa Kasein zu bezahlen. Hier schwebt Furrer 1 Rp/kg Milch vor. Pirmin Furrer ist überzeugt, dass auch eine Änderung beim Bezahlungssystem geben wird: «Ich bin mir fast sicher, dass die Milch in Zukunft nicht mehr pro kg, sondern nach Inhaltsstoffen honoriert wird, also nach kg Fett und kg Eiweiss».

Das die braune Kuh auch Leistungsmässig was zu bieten hat, zeigt sich dadurch, dass im abgeschlossene Kontrolljahr 2014/15 die durchschnittliche Milchleistung um 142 kg und der Eiweissgehalt um 0,02% gestiegen ist. «Zum erstenmal haben wir die 7000-kg Marke überschritten», freute sich Markus Zemp. Sie liegt nun bei 7059 kg Milch mit 4,03% Fett und 3,40% Eiweiss.

Etwas weniger Mitglieder

Trotz diesen sehr guten Ergebnissen musste Braunvieh Schweiz dieses Jahr einen leichten Rückgang bei den Mitgliedern und Herdebuchtieren in Kauf nehmen. Erfreulich ist die Entwicklung beim Original Braunvieh. Im Gegensatz zu Gesamtpopulation ist die Zahl der OB-Kühe mit Standardabschluss um 196 Stück angestiegen. Die 6207 OB-Kühe produzierten im Durchschnitt 6209 kg Milch. Ebenfalls überdurchschnittlich sei auch die Anzahl OB-Kuhkälber gestiegen. Dass die Langlebigkeit die grosse Stärke des Braunviehs ist, beweist einmal mehr die Ehrungen der über 125'000-kg-Kühe. Sage und schreibe 30 Kühe und deren Besitzer konten heuer für diese hervorragende Leistung geehrt werden.

DV ab 2017 in Zug

Die statuarischen Geschäfte gingen ohne grosse Diskussionen über die Bühne. Für den zurückgetretenen Urner Vertreter Sebastian Regli wurde Adrian Arnold aus Altdorf einstimmig in den Vorstand gewählt. Nach zwei Jahren müssen die Züchter auch von der Braunviehkönigin Barbara Reidt nehmen. Ende November wird an der Swiss Classic eine neue Braunviehkönigin für zwei Jahre gewählt. Dies war nicht die einzige Neuerung.

Präsident Markus Zemp gab bekannt, dass er auf die nächste DV 2016 zurücktreten wird. Auch der jahrelang gleiche Austragungstandort Zürich wird es wegen Umbauarbeiten nicht mehr geben. Ab 2017 werde die DV in Zug durchgeführt, sagte Zemp. Wo genau, sei noch offen. Und auch zeitlich werde es eine Verschiebung geben, so werde ab 2017 die Delegiertenversammlung im Frühling und nicht mehr im Herbst durchgeführt.

Peter Fankhauser

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