Den Nutztierhaltern könne eine hohe Professionalität bei der Haltung der Nutztiere und Erfüllung der Tierschutzvorgaben bescheinigt werden. Das meldet das Laboratorium der Urkantone (Laburk) in seinem Jahresbericht 2021.
30 Prozent der Fälle bei Nutztieren
Gemäss Bericht bewegten sich die Fallzahlen im Bereich Tierschutz in den vergangenen fünf Jahren auf ähnlichem Niveau, wobei ein Trend innerhalb des Tierschutzes festzustellen ist. Während 2016 die Nutztiere mit 40 Prozent noch den grössten Anteil ausmachten, hat sich dieser auf aktuell 30 Prozent reduziert.
Zugenommen hat aber der Anteil der gefährlichen Hunde; der Anteil der Heimtierfälle blieb in etwa konstant.
Das gleiche Bild zeigt sich auch in den eingereichten Strafanzeigen, wo mittlerweile drei Viertel der Anzeigen Hunde- und Heimtierfälle betreffen.
Fachwissen bei Nutztierhaltern vorhanden
Die Zahl der bearbeiteten Fälle im Bereich Tierschutz lag im Berichtsjahr bei 493 (im Vorjahr 520). Die Nutztiere machten dabei 231, die Heimtiere 242 und die gehaltenen Wildtiere 20 Fälle aus. Im Bereich der Nutztiere sei das notwendige Fachwissen vorhanden, stellt der Kantonstierarzt fest. Die Tierhalter seien bestrebt, die Anforderungen der Tierschutzgesetzgebung einzuhalten. Entsprechend würden in aller Regel gute Tierhaltungen angetroffen. Allfällige Mängel würden meist rasch und nachhaltig behoben.
In privaten Heimtierhaltungen müsse jedoch immer wieder festgestellt werden, dass nur wenig Wissen über die Bedürfnisse der eigenen Tiere und die gesetzlichen Anforderungen vorhanden sei.
Bezüglich Tierseuchen war es ein relativ ruhiges Jahr. In Bezug auf BVD wurden 40 Prozent weniger Verdachtsfälle gemeldet. Drei davon wurden bestätigt, im Vorjahr waren es noch sieben gewesen.
Trotz der Covid-19-Pandemie konnten alle pendenten Veterinärkontrollen termingerecht durchgeführt werden. Es wurden 944 Gesamtkontrollen, 16 Zwischenkontrollen und 143 Nachkontrollen durchgeführt. In der Folge wurden vier Strafverfahren eingeleitet.
Moderhinke wird saniert
Informationsbedarf für die Nutztierhalter sieht der Kantonstierarzt im Bezug auf die Moderhinke bei Schafen und erinnert: Kniende Tiere auf der Weide seien ein Ausdruck von grossen Schmerzen aufgrund einer schweren Moderhinke-Infektion. Moderhinke der Schafe wird in der Schweiz tierseuchenrechtlich für alle Schafhalter verbindlich bekämpft, voraussichtlich ab Herbst 2024 über fünf Jahre. Seit vergangenem Jahr besteht in den Urkantonen die Möglichkeit zur freiwilligen Sanierung der Moderhinke bei Schafhaltungen. Interessierte Schafhalter profitieren bei einer Teilnahme am Pilotprojekt nach einer erfolgreichen Sanierung von einer finanziellen Unterstützung.
Jahresbericht Laburk: www.laburk.ch/ueber-uns/jahresberichte

