Bei den unangemeldeten Veterinärkontrollen meldet das Laboratorium der Urkantone (Laburk) für das Jahr 2020 vermehrt Beanstandungen im Bereich Tierschutz, mit 27 Prozent fast doppelt so viele wie bei angemeldeten Kontrollen. Das betraf vor allem die Kälberhaltung, wo es an der Versorgung mit Wasser und Raufutter mangelte.
Es gab weniger Meldungen
Insgesamt wurden etwas weniger Tierschutzfälle als in den Vorjahren bearbeitet. Im Corona-Jahr 2020 waren die Menschen weniger auf Reisen und Ausflügen, nennt das Laburk als möglichen Grund – die zuhause Gebliebenen machten weniger Meldungen.
Drei Tierhalteverbote erteilt
Wie es im Jahresbericht heisst, machten die Nutztiere im Berichtsjahr 265 Fälle, die Heimtiere 220 Fälle und gehaltene Wildtiere 35 Fälle aus. Bei Nutztieren wurden 18 Verfügungen erlassen, im Heimtierbereich 32 und bei den Wildtieren vier. Es wurden drei Tierhalteverbote ausgesprochen, alle bei Heimtierhaltungen.
Die Anzahl durch den Bereich Tierschutz eingereichter Strafanzeigen betraf in sieben Fällen Nutztiere, in acht Fällen Heimtiere, in vier Fällen Wildtiere und in zwölf Fällen gefährliche Hunde. Bei der Kontrolle im Bereich Tierarzneimittel ergab sich gemäss Laburk insgesamt ein erfreuliches Bild. Schwerwiegende Verstösse mussten keine beanstandet werden. Mängel wurden angesprochen und zur Korrektur mit Fristen belegt.
Probleme bei Bienen
Die Anzahl gesperrter Betriebe wegen BVD-viruspositiver Rinder sank weiter auf acht Stück. Trotzdem mahnt das Laburk zu erhöhter Wachsamkeit, um bei einem Verdachtsfall schnell reagieren zu können. Bei den Bienen stieg die Anzahl Fälle von Sauerbrut von 25 auf 44, bei Faulbrut von 25 auf 43 im Vergleich zum Vorjahr. Es gab zwei «Hotspots» mit vielen Infektionen in der Region Ausserschwyz und im Urner Reusstal.
Weniger Schweine geschlachtet
Im Jahr 2020 wurden im Vergleich zum Vorjahr 25 430 Tiere (23 Prozent) weniger geschlachtet. Das Laburk begründet die Reduktion durch die Schliessung der Gastronomie. Am stärksten vom Rückgang betroffen waren die Schweine. Hingegen hätten Schlachtbetriebe, die das Fleisch direkt an die Kunden oder über die Direktvermarktung der Produzenten absetzen, ihren Fleischumsatz steigern können.

