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Winterthurer Stimmvolk sagt «Ja» – Landwirt verliert mehrere Hektaren Pachtland

Wald statt Acker: Nach dem Ja an der Urne verliert Pächter Stefan Märki Land im Niederfeld. Er kritisiert die Stadt und warnt vor Intensivierung.

Winterthur hat die Ersatzaufforstung für die ARA Hard auf Fruchtfolgefläche angenommen. Pächter Stefan Märki verliert mehrere Hektaren und blickt enttäuscht auf den Abstimmungskampf zurück: Auf dem städtischen Land durften die Winterthurer Bauern nicht einmal ein Abstimmungsplakat aufstellen. Die Stadt als Eigentümerin und Verpächterin habe dies ausdrücklich untersagt, sagt der Landwirt aus Wülflingen ZH. Für Märki steht das Verbot sinnbildlich für einen Abstimmungskampf, der ihn enttäuscht zurücklässt – von der Stadt, aber auch vom Stimmvolk.

Anderswo kompensieren

Mit 78,6 Prozent sagten die Stimmberechtigten am 27. September Ja zum Gestaltungsplan ARA Hard, selbst in Wülflingen lag der Ja-Anteil bei 68 Prozent. Für rund 2,8 Hektaren Rodung am Hardholz wird damit im Niederfeld aufgeforstet, auf Fruchtfolgefläche. Die Stadt argumentierte mit dem Grundwasserschutz. Ein Nein hätte den Ausbau der Kläranlage laut ihrer Stellungnahme um zwei bis vier Jahre verzögert, mit Mehrkosten und weiterhin ungefilterten Mikroverunreinigungen in der Töss. Den Verlust an Ackerland will sie mit gekauften Rechten in Fällanden und einer Bodenaufwertung an der Töss kompensieren.

Betrieb kommt wirtschaftlich an die Grenzen

«Wir haben getan, was wir konnten», sagt Stefan Märki. Immerhin habe gut jede fünfte Person mit einem Nein gestimmt. Doch der Graben zwischen den verbliebenen Bauern und der links-grünen Mehrheit in der Stadt sei zu gross geworden.

Märki verliert mehrere Hektaren Pachtland. Er stellt regionale Nahrungsmittel her, etwa eigene Öle aus Ölkürbis und Raps, die er zum Teil selbst vermarktet. Ohne das Land im Niederfeld komme sein Betrieb wirtschaftlich an seine Grenzen, sagt er. Man habe den Bauern entgegengehalten, das Pachtland werde ja ohnehin immer wieder neu verteilt. «Das stimmt schlicht nicht», sagt Märki mit Nachdruck.

«Auf dem besten Boden macht man doch keinen Wald»

Ob der Kampf juristisch weitergeführt wird, lässt er offen. «Für mich ist ohnehin bald fertig», sagt Stefan Märki. Sein Sohn macht die Ausbildung zum Landwirt. «Da ist es nicht eben förderlich, wenn man schon bei der Betriebsübernahme einen grossen Teil Land verliert.»

Die ganze Stadt verliere Fruchtfolgefläche, sagt Märki. Diese andernorts wieder aufzuwerten, sei teuer – und Land vermehre sich nicht. «Auf dem besten Boden macht man doch keinen Wald. Es hat genug Höger.» Und was die Bevölkerung nicht sehe: «Wenn auf weniger Fläche gleich viel produziert werden muss, heisst das: Intensivierung.»

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