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Trockenheit im Baselbiet: Wasserentnahmeverbot betrifft sechs Landwirtschaftsbetriebe

Wasserentnahmeverbot an Ergolz und Frenke: Sechs Baselbieter Betriebe sind betroffen. Eleonor Fiechter vom Ebenrain-Zentrum erklärt, wie kritisch die Lage für Ernte und Grünland wirklich ist.

Die anhaltende Trockenheit macht sich im Kanton Basel-Landschaft deutlich bemerkbar. Seit einiger Zeit gilt für die Ergolz und die Frenke ein Wasserentnahmeverbot – für einige Landwirtschaftsbetriebe eine spürbare Einschränkung. Die BauernZeitung hat bei Eleonor Fiechter, Leiterin Produktion, Markt und Direktzahlungen beim Ebenrain-Zentrum für Landwirtschaft, Natur und Ernährung, nachgefragt, wie die Lage einzuschätzen ist.

Wer ist betroffen?

Im Kanton besitzen laut Fiechter acht Betriebe eine Bewilligung zur Wasserentnahme aus Fliessgewässern. Eine Bewilligung betrifft einen derzeit inaktiven Betrieb, eine weitere einen Betrieb an der Birs. Das aktuelle Verbot wirkt sich somit auf sechs Betriebe aus, die aus der Ergolz oder der Frenke Wasser entnehmen. Ein zusätzlicher Betrieb nutzt Grundwasser über das ehemalige Trinkwasserpumpwerk der Gemeinde Liestal.

Eleonor Fiechter betont: Die Situation ist nicht aussergewöhnlich. Schon vor dem Verbot lag der Wasserstand der beiden Bäche nur knapp über der gesetzlichen Mindestmenge. Tagsüber wurde dieser Wert regelmässig unterschritten – ein Muster, das auch aus früheren Jahren bekannt ist.

Drohen weitere Einschränkungen?

Ein generelles Bewässerungsverbot ist laut Eleonor Fiechter derzeit eher unwahrscheinlich. Sollte die Trockenheit aber längere Zeit anhalten, könnte dies in Gemeinden ohne Grundwasseranschluss – also solchen, die nur auf Quellen angewiesen sind – nötig werden. Betriebe in Gemeinden mit Grundwasserzugang dürften länger auf eine gesicherte Wasserversorgung zählen können, wenn auch zu höheren Kosten, da Grundwasser aufwendiger zu fördern ist als Bachwasser.

Das Grün ist gewichen: Weide im Baselbiet.(Bild: Ebenrain-Zentrum für Landwirtschaft, Natur und Ernährung)

Wie steht es um die Ernte?

Die Lage ist je nach Kultur und Standort unterschiedlich, erklärt Eleonor Fiechter. Wo bewässert werden kann, sind die Auswirkungen bisher überschaubar. Kritisch wird es dort, wo eine Bewässerung fehlt – besonders auf flachgründigen oder ohnehin wasserarmen Böden.

Am empfindlichsten reagieren Sonderkulturen wie Obst, Beeren und Gemüse, da sie während der ganzen Vegetationsperiode auf gleichmässige Wasserversorgung angewiesen sind. Auch Kartoffeln leiden unter anhaltendem Wassermangel, was sich auf Ertrag und Qualität auswirkt. Beim Mais ist die Phase von Blüte und Kornbildung besonders heikel – hier drohen bei Trockenheit die grössten Ertragseinbussen.

Auch das Grünland ist betroffen: Wiesen und Weiden wachsen kaum noch, viele Bestände vertrocknen und verfärben sich braun. Das bedeutet weniger Futter – ein Problem, das direkt auf die Tierhaltungsbetriebe durchschlägt.

Wie sich die Ernte insgesamt entwickelt, hängt laut Fiechter stark vom Wetter der kommenden Wochen ab. Bleibt der Regen aus, dürften die Verluste bei nicht bewässerbaren Kulturen weiter zunehmen.

Betriebe reagieren mit eigenen Lösungen

Einige Baselbieter Betriebe haben bereits vorgesorgt. Rund zehn von ihnen verfügen laut Eleonor Fiechter mittlerweile über eigene Speicherbecken. Diese werden gefüllt, wenn genug Wasser vorhanden ist – etwa mit Regenwasser vom Dach, mit Wasser aus Bächen oder, in Ausnahmefällen ausserhalb der Trockenzeit, mit Trinkwasser.

Bewässert wird damit meist nur, was sich wirtschaftlich lohnt: Obst, Beeren und Gemüse. Bei Mais, Getreide oder Dauergrünland lohnt sich eine Bewässerung wegen der hohen Kosten in der Regel nicht.

Das Projekt «Slow Water»

Dass Wasser im Baselbiet knapp werden kann, ist keine neue Erkenntnis, so Eleonor Fiechter. Am Ebenrain läuft deshalb seit einiger Zeit das Projekt Slow Water. Ziel ist es, Regen- und Bachwasser möglichst lange in der Landschaft zu halten, damit sich das Grundwasser besser erneuern kann. Gemeinsam mit verschiedenen Akteuren werden dazu passende Massnahmen entwickelt und getestet.

Angesichts häufigerer und intensiverer Hitze- und Trockenperioden gewinnt dieses Projekt zunehmend an Bedeutung, so Fiechter. Es soll einen Beitrag dazu leisten, dass sich die Landwirtschaft im Kanton langfristig besser an den Klimawandel anpassen kann.

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