Welche Zwischenfutter-Mischungen eignen sich gut für eine Siliernutzung vor der Maissaat?

Rainer Frick: Am besten eignen sich die Italienisch Raigras-Rotklee-Mischungen (Standardmischungen (SM) 200 und 210). Sie liefern auf raigrasfähigen Standorten und bei guter Nährstoffversorgung sehr hohe Erträge, dessen Futter sich bestens zum Einsilieren eignet und ein gehaltreiches, ausgewogenes Futter liefern. Besonders zu empfehlen sind die CH-Mischungen mit Schweizer Zuchtsorten von raschwüchsigem Raigras und Rotklee (diploider oder tetraploider Ackerklee).

Denkbar sind allenfalls auch die beiden Mischungen «Landsberger Gemenge» (SM 151) und «Luzerne-Grasig» (SM 155), sofern für letztere Boden und Standort für die Luzerne geeignet sind. Der Samenhandel offeriert für diesen Zweck weitere Mischungen wie zum Beispiel reine Gräsermischungen aus Westerwoldisch- und Ital. Raigras oder Luzerne-Gräser-Mischungen.

Bei späträumenden Ackerfrüchten kann auch Grünschnittroggen gesät werden, der sich zum Silieren vor der Maissaat ebenfalls eignet, allerdings ist die Futterqualität weniger vorteilhaft.

Wie muss die Düngung erfolgen, damit ein guter Grasertrag möglich ist?

Zeitig vor Vegetationsbeginn eine N-Gabe in Form von 30 bis 40 m3/ha verdünnter Gülle oder mineralisch. Reine Gräsermischungen erfordern eine reichliche N-Düngung (bis 50 Rein-N), damit der Ertrag befriedigt.

Wie bestimmt man den besten Termin, damit der Mais nicht zu spät gesät wird, die Schnittnutzung sich aber dennoch lohnt? Welche Kompromisse kannman eingehen?

Bei günstiger Witterung im Spätwinter/Frühling können Raigras-Rotklee-Mischungen schon Ende April geerntet werden. Häufig ist man gezwungen, schon früher zu schneiden, womit man bei Ertrag und Qualität durch nicht optimale Energie- und Proteingehalte etwas einbüsst.

Zum Silieren ideal wäre es, bis zum Beginn Rispenschieben der Raigräser zu warten, was häufig erst zwischen dem 10. und 20. Mai der Fall ist. Hier gilt es den richtigen Kompromiss zwischen Futterertrag und rechtzeitiger Silomaissaat zu finden und die optimalen Bedingungen für eine erfolgreiche Maissaat auszunutzen.

Was muss bei der anschliessenden Maiskultur beachtet werden, wenn vorgängig das Gras genutzt wurde?

In erster Linie ist die Fruchtfolge zu berücksichtigen. Auch Futterpflanzen können trotz des Schnittes Wirte für Pilze oder andere Krankheiten sein. Der Mais ist allerdings weniger anfällig als andere Kulturen.

Probleme kann es mit dem Gräserdurchwuchs geben. Diese haben im Frühling eine sehr hohe Wiederaustriebskraft. Aus diesem Grund ist ein frühzeitiger Schnitt vor dem Rispenschieben zu empfehlen.

Kleegrasmischungen sind hinsichtlich Durchwuchsproblemen deutlich besser verträglich als Gräser-Reinsaaten. Hier ist eine pfluglose Bestelltechnik für Durchwuchsprobleme weniger ideal als eine vorgängige Pflugfurche.

Wann lohnt sich die Grasnutzung vor Mais nicht?

Bei geringem Ertrag der Zwischenfutterkultur und bei schlechten Wetterbedingungen im Frühling, wenn der Boden belastet wird und Gefahr für Futterverschmutzung bestehen. Es lohnt sich auch nicht bei ausreichendem Grünfutterangebot oder einem Überschuss im Frühling.

Zudem sollte immer eine rechtzeitige Maissaat unter Ausnutzung des maximalen Ertragspotenzials des Silomais im Vordergrund stehen.

Was muss man jetzt Ende März besonders beachten, wenn man vor der Maissaat Gras siliert?

Ueli Wyss: In den letzten Jahren konnte man bereits Ende April silieren, danach hatte man teilweise schlechtes Wetter und die Ernte vom Gras verzögerte sich und dadurch natürlich auch die Maissaat. Es ist daher wichtig, im Frühling die ersten Schönwetterperioden auszunutzen und bei schwierigen Erntebedingungen beziehungsweise Anwelkbedingungen beim Gras ein Siliermittel einzusetzen.

Die Sortenwahl beim Mais spielt auch eine wichtige Rolle, damit der Mais im Herbst mit dem richtigen Reifegrad geerntet werden kann.

 

Silage-Tipps für Zwischenfutter vor Mais

Damit eine Silage vor der Maissaat gut gelingt gilt es einige Punkte zu berücksichtigen. Vor allem muss die Schnitthöhe beachtet werden, auch wenn der Bestand nicht mehr weiter genutzt wird.

  • Verschmutztes, zu tief gemähtes Futter mit hohem Rohaschegehalt kann Buttersäuregärungen verursachen.
  • Je höher der Schnitt, desto sauberer das Futter und höher der Energiegehalt. Schnitthöhe acht Zentimeter oder höher.
  • Gräserreiche Mischungen bei raigrasfähigen Standorten (milde Lagen bis ca 900 m ü. M.) eignen sich gut zum Einsilieren.
  • Im Frühling die ersten Schönwetterperioden ausnutzen um das Gras zu silieren.
  • Der Schnittzeitpunkt des Grases wird durch die rechtzeitige anschliessende Maissaat bestimmt. Der Ertrag des Mais sollte im Vordergrund stehen.