Die extremen Bedingungen fördern das Auftreten von diversen Schädlingen in den Zuckerrüben. Zu den Profiteuren gehören unter anderem die Rübenmottenlarve, der Rübenerdfloh und der Rübenrüssler.
Hinterlassenschaften verraten Rübenmottenlarven
Rübenmottenlarven quartieren sich im Rübenherz ein, weben dort den Blattneuaustrieb zusammen und fressen diesen im Anschluss ab. Zudem können sie sich Zutritt zum Rübenkopf verschaffen, wodurch Eintrittsstellen für sekundäre Fäulniserreger entstehen können.
Das offensichtlichste Symptom eines Befalls sind die braun-schwarzen Hinterlassenschaften der Larve am Rübenherz. Eine chemische Bekämpfung ist zwar mittels kantonaler Sonderbewilligung möglich. Oftmals hat sich die Mottenlarve jedoch bereits geschützt in die Rübenblätter bzw. in den Rübenkopf eingebohrt. Der Wirkungserfolg ist in solchen Fällen tief.
Zweite Generation Rüssler
Ein später Rübenerdflohbefall ist in trockenen Jahren nichts Neues. In der Regel sind diese Schäden nicht bekämpfungswürdig. Anders sieht es aus beim Rübenrüssler. Viele Parzellen, auf denen keine Insektizidbehandlung während des Einflugs des Rüsselkäfers appliziert wurde, zeigen nun massiven Befall.
Die ersten Bohrlöcher in den Rüben wurden bereits im Juni festgestellt – so früh wie noch nie. Momentan befinden sich die letzten Rübenrüsslerlarven in der Verpuppung. Die frisch aus der Verpuppung geschlüpften adulten Käfer bilden jetzt die zweite Generation. Diese kann wiederum Frassschäden an den Rübenblättern verursachen.
Die Rübe fault nicht in jedem Fall
Die grössere Gefahr geht jedoch von den Bohrlöchern in den Rüben aus. Ähnlich wie beim Befallsbild der Rübenlarvenmotte können die Bohrlöcher von Sekundärparasiten wie Pilzen und Bakterien als Eintrittspforte genutzt werden.
In den vergangenen Tagen wurden bereits erste Meldungen zu faulen Rüben publik. Ob die Rüben zu faulen beginnen, hängt vom Ausmass der Bohrlöcher und vor allem von der Witterung ab. Die Zuckerrübe ist in der Lage, die Wunden zu verheilen. Bohrlöcher im Rübenkörper bedeuten nicht zwangsläufig, dass die Rübe verfault.

