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Tröpfel: Zwei Frauen kreieren immer neue alkoholfreie Erfrischungen mit Stil

Die Getränke, die Patricia Dähler und Esther Schaefer mit ihrer Tröpfel GmbH kreieren, überzeugen mit ihren originellen Namen, dem Geschmack und ihrer Vielfalt. Ausserdem ist den beiden Frauen Regionalität bei der Zutatenwahl sehr wichtig.

Seit 15 Jahren gibt es den Tröpfel, einen alkoholfreien Schaumwein aus Ostschweizer Trauben und Äpfeln. Seither haben die Erfinderinnen Patricia Dähler und Esther Schaefer verschiedene Variationen des Tröpfel entwickelt und weitere alkoholfreie Getränke aus Schweizer Früchten auf den Markt gebracht. Zum Beispiel den isotonischen Durstlöscher Paes N°1 oder den Tröpfel Kingwer (aus Kürbis und Schweizer Ingwer). Ihr jüngstes Produkt ist Paes N°2. Der Name setzt sich aus den Vornamen der beiden Frauen zusammen. Patricia Dähler sagt: «Dieses Wortspiel ist gewollt und zu unserem Markenzeichen geworden.»

Ein isotonischer Durstlöscher

Das Paes N°1 gibt es seit 2014. Es hat eine helle Farbe, schmeckt süsslich und enthält Apfel- und Traubensaft, Quellwasser, Hopfen und Holunderblüten. «Für uns war immer klar, dass es zu diesem Produkt noch eine Erweiterung braucht», erzählt Esther Schaefer. Paes N°2 enthält anstelle von Holunderblüten Aroniabeeren und ist damit das dunkle Pendant zu Paes N°1. Es schmeckt eher herb, «weswegen es auch gerne von Männern getrunken wird», merkt Patricia Dähler an. Paes N°2 kam just vor einem Jahr, also genau auf den Lockdown, heraus. Die Vorarbeit dauerte aber sechs Jahre, erzählen die beiden Unternehmerinnen.

Paes N°2 ist gluten- und laktosefrei und ohne Zusatzzucker. Allen Tröpfel-Kreationen gemeinsam ist, dass sie alkoholfrei, aus Schweizer Früchten, ohne Zusatzzucker und vegan sind. «Das mit dem Vegan hat sich so entwickelt», sagt Schaefer. Als die ersten Kunden mit dieser Anfrage an sie herantraten, prüften sie, ob man die zum Filtrieren benötigte Gelatine ersetzen könnte. Da dies ohne grossen Mehraufwand möglich war, entschlossen sie sich, bewusst auch das Kaufargument Vegan auszuloten. Filtriert werden die Produkte seither mit einem Kieselfilter.

Die erste Abfüllanlage hat am Firmensitz immer noch ihren festen Platz, auch wenn sie nicht mehr in Betrieb ist.(Bild Tröpfel GmbH)
Die erste Abfüllanlage hat am Firmensitz immer noch ihren festen Platz, auch wenn sie nicht mehr in Betrieb ist.(Bild Tröpfel GmbH)

Die erste Abfüllanlage hat am Firmensitz immer noch ihren festen Platz, auch wenn sie nicht mehr in Betrieb ist. (Bild Tröpfel GmbH)

Eine spritzige Alternative zu den herkömmlichen Apérogetränken

Esther Schaefer und Patricia Dähler kamen beide aus der Gastrobranche und führten mit ihren Ehemännern ein Restaurant. Dählers haben zudem einen Landwirtschaftsbetrieb mit Hochstammobstbau und Milchwirtschaft. Zu Schaefers Restaurant, einem Pachtbetrieb, gehörte eine Rebanlage. Diese wurde von Esther Schaefers Vater gehegt und gepflegt. Sie produzierten einen eigenen Hauswein.

Beide Frauen vermissten in der Gastronomie eine alkoholfreie Alternative zum üblichen Sekt und Orangensaft, möglichst aus einheimischen Früchten. «Wir waren überzeugt, dass man etwas aus Schweizer Früchten machen könnte, das Stil hat», erzählt Patricia Dähler. Sie tüftelte über Monate mit den eigenen Hochstammäpfeln und den Trauben des Vaters von Esther Schaefer. Als sie die Mischung hatte, wandte sie sich an Schaefer, die mit Begeisterung auch mitmachte und den tollen Namen Tröpfel, zusammengesetzt aus Truube und Öpfel, in das Projekt brachte.

Zwei Frauen mit einer Passion

Esther Schaefer ist 43 Jahre alt, verheiratet und Mutter von drei Kindern. Sie ist in Mammern aufgewachsen und leitete mit ihrem Mann zwölf Jahre den Restaurantbetrieb Adler in Mammern. Patricia Dähler ist 59-jährig, verheiratet und Mutter von zwei inzwischen erwachsenen Kindern. Dähler wuchs in Neuhausen auf und kam durch die Heirat nach Mammern. Sie war 27 Jahre Wirtin des Restaurants Klingenzellerhof, zu dem auch ein Bauernbetrieb gehört.

Es ist ein Schaumwein aus 25 Sorten Hochstammäpfel und «Riesling × Silvaner»-Trauben. Tröpfel heisst auch das Unternehmen, das Dähler und Schäfer 2005 gegründet haben. 2014 sei die Doppelbelastung von Restaurant und der Tröpfel GmbH zu gross geworden, erzählen die beiden. Sie konzentrierten sich auf ihr eigenes Unternehmen.

Nerv der Zeit getroffen

Die Suche nach einem Grossverarbeiter, der ihren Tröpfel abfüllen würde, gestaltete sich schwierig. Esther Schaefer erzählt: «Wir sind verschiedene Verarbeiter angegangen und haben nur Absagen erhalten.» Patricia Dähler fügt hinzu: «Heute können wir das nachvollziehen. Für kleine Mengen lohnt es sich nicht, eine eigene Linie abzufüllen. Für uns war es damals aber eine riesige Enttäuschung.»

Mit Othmar Lampert aus dem benachbarten Steckborn wurden sie dann aber doch fündig. Die Zusammenarbeit hält bis heute an. Die anfängliche Menge von 900 Flaschen ist inzwischen auf jährlich 55 000 Flaschen (à 37,5 cl, 75 cl und 150 cl) angestiegen.

Nur Schweizer Früchte kommen in die Flasche

Die Regionalität ist für die beiden Frauen das oberste Gut. «Alle Früchte, die wir zu unseren Getränken verarbeiten, kommen aus der Schweiz», betonen sie. Die Äpfel aus dem Thurgau, Aroniabeeren und ein Teil der Trauben aus dem Thurgau, weitere Trauben aus dem Zürcher Unterland und Schaffhausen, die Kürbisse und der Ingwer aus dem Kanton Zürich. Patricia Dähler und Esther Schaefer kennen alle ihre Produzenten persönlich, 17 verschiedene Betriebe sind es inzwischen. Dähler trifft die Produzenten regelmässig auf ihren Feldern und Anlagen zur Besichtigung der Kulturen und zum Austausch.

Esther Schaefer ist im Unternehmen für Rechnungswesen, Logistik und Lagerhaltung zuständig. Dähler kümmert sich um den Verkauf und ist für Social Media zuständig. In normalen Zeiten würde sie jetzt die Tröpfel-Produkte an Messen und Degustationen vorstellen. «Wir ergänzen uns perfekt», sagt Schaefer zur Aufgabenaufteilung, «jede ist dort, wo sie ihre Stärken hat». Übrigens pröbeln die beiden Tüftlerinnen schon wieder an einem neuen Getränk. Man darf also gespannt sein, womit die Tröpfel GmbH als nächstes auftrumpft.

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