Im Winterthurer Forstgebiet Boden mussten kürzlich mehrere Fichten aufgrund von Borkenkäferbefall gefällt werden, wie der Tagesanzeiger Winterthur berichtete. Aufgrund der lang anhaltenden Hitze und Trockenheit wirken verschiedene Mechanismen, die die Ausbreitung des Käfers begünstigen. Zum einen bilden die Fichten – als Hauptwirte des Buchdruckers, der bedeutendsten Borkenkäferart – durch den Trockenstress weniger Harz, um sich damit gegen einbohrende Käfer wehren zu können.
Zum anderen beschleunigen die höheren Temperaturen die Reifung der Käfer. Statt ein bis zwei können die Käfer in warmen Jahren bis zu drei Generationen ausbilden und den Befallsdruck dadurch enorm erhöhen, wie die eidgenössische Forschungsanstalt für Wald, Schnee und Landschaft (WSL) schreibt.
Zwangsnutzungen sind die Folge
Um eine weitere Ausbreitung der Käfer zu verhindern, kommt es, wie kürzlich in Winterthur ZH, zu der Entscheidung der Zwangsnutzung, also der ausserplanmässigen Fällung befallener Bäume. «Zwangsnutzungen von Käferbäumen erfolgen dort, wo von diesen ein Risiko für den verbleibenden Waldbestand ausgeht», gibt Isabelle Rüegg von der Medienstelle der Zürcher Baudirektion, der das Amt für Landschaft und Natur unterliegt, Auskunft. «Solche Eingriffe werden also auch in anderen Gegenden des Kantons Zürich erforderlich sein», präzisiert Rüegg.

Wie sieht es im Privatwald aus? «Privatwaldbesitzer müssen Waldschäden, zum Beispiel durch den Borkenkäfer, dem Revierförster oder der Revierförsterin melden und nach deren Anweisung beheben», klärt Isabelle Rüegg auf. Privatwaldbesitzer sind also angesichts der anhaltenden Trockenheit vor diesem Hintergrund besonders gefordert.
Befallenes Holz muss rasch abgeführt werden
Gefährliche Käferfichten entlang von Waldstrassen und Rastplätzen müssen zügig entfernt werden, um Personen und Sachwerte zu schützen, schreibt die Baudirektion Zürich ausserdem. Das befallene Holz müsse zudem entsprechend rechtzeitig aus dem Wald abgeführt werden, um eine weitere Ausbreitung des Käfers einzudämmen.
Borkenkäfer befallen in der Regel keine bereits vollständig trockenen, lange abgestorbenen Fichten mehr. Entscheidend für die Bekämpfung seien frisch befallene Bäume, in denen sich der Käfer noch entwickeln kann, so die WSL.

