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Angemessene Bodenbedeckung: Die maximal sieben Wochen oben ohne sind komplex

Das neue Direktzahlungs-Programm «für eine angemessene Bedeckung des Bodens» stellt die Produzenten bei Trockenheit vor Herausforderungen. Die sieben Wochen Maximalfrist zwischen Vorfrucht und erneuter Bodenbedeckung sind ein heiss diskutiertes Thema.

«Gründüngungen füttern das Bodenleben, fördern die Bodenfruchtbarkeit und verbessern die Bodenstruktur», heisst es im Newsletter der Feldbau-Beratung auf der Liebegg AG. «Sie machen unsere Ackerböden widerstandsfähiger gegenüber Extremwetter und erfüllen als Bindeglied zwischen zwei Hauptkulturen vielfältige Aufgaben.»

250 Franken pro Hektare

Diese Vorzüge will man auch beim Bund fördern, deshalb gibt es neu den Beitrag für eine angemessene Bedeckung des Bodens. Für diesen Produktionssystembeitrag (PSB) kann man sich nur gesamtbetrieblich anmelden. Pro Hektare werden 250 Franken ausbezahlt, für Spezialkulturen gibt es 1000 Franken pro Hektare.

Allerdings gilt es für diese Beiträge auch gewisse Bedingungen zu erfüllen. Zentrale Vorschrift ist, dass der Boden zwischen zwei Kulturen nicht länger als sieben Wochen unbedeckt bleiben darf. Dies ist gerade in trockenen Jahren nicht nur einfach.

Wenig Zeit für Zwischenfrucht

Ein Leser, der seinen Namen lieber nicht in der Zeitung bzw. auf dieser Webseite sieht, hat uns zum Thema Raps nach Gerste folgendes geschrieben: «Dieses Jahr wurde die Gerste leider zu früh geerntet. Somit kann die maximale Dauer von sieben Wochen bis zur nächsten Saat nicht eingehalten werden.» Dies bedeute, dass nun eine Zwischenfrucht zwingend werde. Doch diese erhält nicht viel Zeit zum aufwachsen.

«Kaum angesät, wird natürlich schon bald die Bodenbearbeitung für den Raps vorgenommen», schreibt er. Ein weiteres Problem sieht der Leser bei den Auswirkungen des neuen Programms auf die angestrebte Reduktion der Pflanzenschutzmittel (PSM). Eine mechanischen Unkrautbekämpfung sei bei suboptimaler Witterung nicht innert sieben Wochen möglich. Sein Fazit: Das Programm sei widersprüchlich und Ausnahmebewilliungen seien nicht möglich.

«Mitmachen ist freiwillig»

Mit diesen Problemen schlagen sich auch andere Produzenten herum. Sowohl auf der Liebegg wie auch am Strickhof wird bestätigt, dass die Herausforderungen des neuen Prorgramms gross sind. Dort betont man aber auch dessen Freiwilligkeit.

Tilika Chamberlin, Ackerbauexpertin auf der Liebegg in Gränichen AG, berichtet, dass die Herausforderungen des neuen PSB in ihrer Region viel diskutiert werden. Dabei geht es um zwei Hauptpunkte:

  • Sieben Wochen: «Auf dem gesamten Betrieb muss innert max. sieben Wochen nach Ernte der Vorkultur eine Bodenbedeckung angelegt werden», heisst es im Agridea-Merkblatt. Als Bodenbedeckung zählen Haupt- und Zwischenkulturen, Gründüngungen, Nützlingsstreifen, BFF und weiterwachsende Untersaaten.
  • Unkraut: Die «Unkrautkur» ist auch etwas komplexer, namentlich, wenn es trocken ist wie heuer. Dann bleibt in diesen sieben Wochen wenig Zeit, um die Unkräuter aufwachsen zu lassen.

Chamberlin bestätigt, dass bezüglich der sieben Wochen keine Ausnahmebewilligungen erteilt werden. Ist das Stoppelfeld relativ sauber, sprich unkrautfrei, empfiehlt sie die möglichst rasche Einsaat einer Gründüngung, aber «nicht mit dem Düngerstreuer». Auch wenn die Restfeuchte nach Getreide gering sei, gelte es, diese rasch zu nutzen. Damit dies gelingt, brauche es eine Saattiefe von 1 bis 2 Zentimetern. Hat man hingegen eine gewisse Verunkrautung auf dem Feld oder gar Problemunkräuter, gelte es, die heissen trockenen Tage auf dem Stoppelfeld zur Unkrautkur zu nutzen und erst später zu säen. Dabei solle man auf rasch wachsende, fruchtfolgeneutrale Mischungen setzen, so Chamberlin. Das LBBZ Liebegg empfiehlt folgende Produkte:

Auch Sonja Basler vom Strickhof hatte einige Anfragen zu diesem «grossen Thema». Sie verweist aber auf die Freiwilligkeit des Programms. «Wenn du dich anmeldest, dann weisst du von Anfang an, was dich erwartet», so die Ackerbau-Beraterin.

Herausforderung nach Raps

Die Gerstenernte sei dieses Jahr durchschnittlich etwa eine Woche früher erfolgt als in anderen Jahren, also in etwa im Rahmen des zu Erwartenden. Sie verweist auch darauf, dass man sieben Wochen Zeit hat, um die Problemunkräuter zu behandeln, sei es mechanisch oder chemisch. Sie räumt aber ein, dass das bei Trockenheit nicht einfach ist.

Die grösste Herausforderung sieht Sonja Basler nach Raps. Hier müsse man aufpassen, dass die Ausfallkörner durch die Bodenbearbeitung nicht zu tief runterfallen. Ansonsten gerieten sie in Keimruhe und im Folgejahr sei dann mit Durchwuchs zu rechnen.

Am 9. August um 19 Uhr, findet auf der Liebegg ein Zwischenfruchtanlass statt.