ABO

Schlechte Leistung von Winterweizensorten

Nach den schlechten Ergebnissen im Vorjahr fielen die Erträge der Winterweizensorten nun auch in den Sortenversuchen 2024 gering aus.

Die Herausforderung des diesjährigen Getreidebaus begann bereits bei der Aussaat. Besonders in der Westschweiz erschwerten häufige Herbstniederschläge die Saat zum optimalen Zeitpunkt.

Die kalten und feuchten Bedingungen im Frühling verringerten das Ertragspotenzial der Sorten durch die gehemmte Bestockung und die reduzierte Anzahl Körner pro Ähre. Zusammen mit dem verringerten Fotosyntheseertrag hatte dies laut Swissgranum einen «verheerenden» Effekt auf den Ertrag. Neben Septoria und der Fusarien-Welke vermeldet Swissgranum auch starke Befälle von Braunrost.

ÖLN: Durchschnittliche Erträge von 60,1 dt/ha

Entsprechend gering fielen die Erträge im Rahmen der Sortenversuche 2024 aus. Der durchschnittliche Ertrag in diesem Jahr beträgt 60,1 dt/ha unter ÖLN-Bedingungen und 51,2 dt/ha unter Extenso-Bedingungen. Andererseits ist der durchschnittliche Proteingehalt aufgrund von Konzentrationseffekten (geringere Kornzahl bei unveränderter Stickstoffverfügbarkeit) deutlich höher als im Vorjahr. In diesem Jahr beträgt er 14,7 % im ÖLN und 14,3 % im Extenso.

Schlechte Leistung von Winterweizensorten
Durchschnittlicher Ertrag (bei 15 % Feuchtigkeit) der Winterweizensorten, die 2024 unter ÖLN- und Extenso- Bedingungen geprüft wurden.

Deutlich tiefere Erträge als in den Vorjahren

Insgesamt liegen die Erträge 2024 unter ÖLN- (60,1 dt/ha) und Extenso-Bedingungen (51,2 dt/ha) jedoch deutlich unter denen des Vorjahres. Beim Gewicht pro Hektoliter ist im Vergleich zum Vorjahr ein deutlicher Rückgang zu verzeichnen. Das durchschnittliche Gewicht pro Hektoliter beträgt im Jahr 2024 73,8 kg/hl (ÖLN) bzw. 73,2 kg/hl (Extenso). Im Vorjahr lagen die Werte bei 78,9 kg/hl (ÖLN) und 78,5 kg/hl (Extenso).

Schlechte Leistung von Winterweizensorten
Durchschnittliches Hektolitergewicht der Jahre 2023 und 2024 in den ÖLN-Versuchen von Swiss Granum.

In der TOP-Klasse erzielt Axen unter ÖLN-Bedingungen den höchsten Ertrag (60,5 dt/ha), gefolgt von Caminada (58,7 dt/ha), Piznair (54 dt/ha), Montalbano (52,0 dt/ha) und Bodeli (45,8 dt/ha). Beim Proteingehalt liegt Bodeli an erster Stelle (16,9 %), gefolgt von Montalbano (16,3 %), Piznair (15,9 %), Caminada (15,8 %) und Axen (15,2 %). Das Gewicht pro Hektoliter von Axen (75,8 kg/hl) ist etwas höher als das von Caminada (75,7 kg/hl). Gefolgt von Piznair (74,4 kg/hl), Montalbano (71,1 kg/hl) und Bodeli (68,6 kg/hl).

Schlechte Leistung von Winterweizensorten
Durchschnittlicher Ertrag (bei 15 % Feuchtigkeit) und Proteingehalt der Winterweizensorten, die 2023 und 2024 unter ÖLN-Bedingungen geprüft wurden.

In der Klasse I erzielt Arina (59,3 dt/ha) den höchsten Ertrag. Es folgen Hanswin (56,3 dt/ha), Alpval (55,8 dt/ha) und Campanile (54,3 dt/ha). Auch beim Proteingehalt ist Arina führend (14,8 %). Dicht gefolgt von Hanswin (14,7 %), Alpval (14,6 %) und Campanile (14,3 %).

Axen auch Extenso top

Unter Extenso-Bedingungen belegen Axen (55 dt/ha) und Caminada (54,8 dt/ha) in der TOP-Klasse die ersten beiden Plätze beim Kornertrag. Deutlich dahinter folgen Piznair (46,4 dt/ha), Montalbano (45,3 dt/ha) und Bodeli (44,5 dt/ha).

Für den Proteingehalt gilt die umgekehrte Reihenfolge: Bodeli (15,7 %), Montalbano (15,6 %), Piznair (15,1 %), Caminada (14,8 %) und Axen (14,3 %). Beim Hektolitergewicht liegen Axen und Caminada mit 75,8 kg/hl bzw. 75,5 kg/hl an der Spitze. Gefolgt von Piznair, Montalbano und Bodeli.

Schlechte Leistung von Winterweizensorten
Durchschnittlicher Ertrag (bei 15 % Feuchtigkeit) und Proteingehalt der Winterweizensorten, die 2023 und 2024 unter Extenso-Bedingungen geprüft wurden.

Weiterlesen