ABO

Nach dem Regen steigt der Krankheitsdruck

Die aktuelle Witterung ist optimal für Pilz- und Fäulniserreger. Kulturen sollten auf nun Schäden kontrolliert und bei Befall behandelt werden.

Schäden durch Frost und Schneedruck sind nun klar sichtbar, langsam können Entscheidungen über das Weiterführen der betroffenen Kulturen getroffen werden. Kartoffelstauden, die kurz nach dem Auflaufen abgefroren sind, sollten trotzdem nachwachsen. Bei Zuckerrüben mit Frostschäden kann nur das erneute Wachstum abgewartet werden.

Fäulnisgefahr bei Getreide

Getreidebestände, die durch den Schnee leicht niedergedrückt wurden, stehen schon seit letzter Woche wieder. Wurde die Halmbasis geknickt, richten sich die Pflanzen langsam auf, indem der Halm aber an der verletzten Stelle liegen bleibt. Ob hier noch ein Ertrag zu erwarten ist, ist wetterabhängig. Bei anhaltender Feuchtigkeit könnten an den verletzten Stellen Krankheit und Fäulnis den Saftstrom unterbrechen. Die Auswirkungen vom Frost auf die Ähren bei fortgeschrittenen Beständen sieht man relativ früh, wenn die Ähren weiss und taub sind. Es bleibt abzuwarten, ob noch eine Befruchtung erfolgt. Wird die Kultur ersetzt, sollte an eventuelle Veränderungen bei den Landschaftsqualitätsbeiträgen gedacht werden. Je nach eingesetztem Herbizid werden gewisse Folgekulturen verunmöglicht.

Durch Regen können sich Krankheiten erneut verbreiten. Es gilt, die Schadschwellen zu überprüfen. Eventuell ist ein Fungizideinsatz vor vollständigem Entfalten des Fahnenblatts nötig. Wurde bereits ein Fungizid verwendet, kann das zweite nach vollständigem Entfalten des Fahnenblatts platziert werden.

Nicht ideal für Larven

Das Wetter der letzten Zeit war für das Getreidehähnchen nicht optimal, so wurden Larven oft wieder abgewaschen. Die Bekämpfungsschwelle beträgt 2 Larven pro Halm ab Stadium DC 39 (Fahnenblatt entfaltet) bis DC 51. Damit Audienz effizient eingesetzt werden kann, sollte das Wetter wüchsig sein, die Beimischung von Heliosol ist notwendig.

Durch Mähen der Feldränder vor der Blüte der Gräser kann ein Befall mit Mutterkornpilzen besonders im Roggen verhindert werden. Der Pilz verbreitet sich über offen abblühende Gräser.

Krautfäule behandeln

Unter den Vliesen der Frühkartoffeln herrschen optimale Bedingungen für die Krautfäule. Beim Entfernen wird ein teilsystemisches Fungizid gegen Krautfäule gespritzt. Ein Befall sollte beim kantonalen Pflanzenschutzdienst oder bei www.phytopre.ch gemeldet werden. So können umliegende Betriebe informiert werden.

Blattläuse ein Problem

In den meisten Fällen sollte der Erdfloh in den Zuckerrüben kein Problem mehr darstellen. Nun könnte die schwarze Blattlaus zum Problem werden. Die Schadschwelle ist im 4-Blatt-Stadium erreicht, wenn 50 Prozent der Pflanzen mit Läusen befallen sind (6-Blatt-Stadium: 80 Prozent). Für eine Behandlung wird Pirimor (100 g/ha) empfohlen.

Erdmandelgras wird aktuell

Das berüchtigte Erdmandelgras kann nun auflaufen. Erkennbar ist es am dreieckigen Stängel, an den in drei Richtungen abstehenden Blättern und vor allem an den Knöllchen, die im Boden zu finden sind. In der Frühjahressaat kann man die Pflanzen als hellgrüne Zonen zwischen den Reihen erkennen. Herbizide, welche die mehrfach keimenden Knöllchen abtöten, fehlen. Deshalb ist es wichtig, die Pflanze bei jedem Auflaufen zu stören, bevor Tochterknöllchen gebildet werden. Auf diese Weise werden die Reserveorgane mit der Zeit ausgehungert.

Weiterlesen