Aufgehäufelte Dämme kommen für Getreide, Hackfrüchte, Gemüse oder gar Obst infrage. Die Kulturen könnten von den Dämmen und den biologischen Prozessen im Wurzelbereich profitieren – dies sowohl bei extremer Trockenheit als auch bei starken Gewittern. Auch werde der Boden gut belüftet und sorge für nachhaltige Erträge.
Bodenbearbeitung mit einfachen Gerätschaften
Als Experte für Dammkulturen und die entsprechende Bodenbearbeitungs- und Hacktechnik war Julian Turiel aus Paderborn (D) eingeladen. Die Dammkultur nach Turiel ermöglichen eine Bodenbearbeitung mit einfachen Werkzeugen.
Das ist von Vorteil für kleinere Betriebe. Sie können mit wenigen Maschinen und Gerätschaften und angepassten Einstellungen die Feldarbeit verrichten. Die vorgeführte Landtechnik stiess bei den Feldtag-Teilnehmern auf grosses Interesse.
Häufelpflug bei Urban Dörig
Urban Dörig setzt einen Häufelpflug ein, um lockere Dämme zu ziehen. Die Schichten der Erde werden nur belüftet, nicht stark umgedreht. Dadurch ist die Oberfläche nicht gepresst, sondern aufgelockert und krümlig. So entsteht eine um ein Vielfaches grössere Oberfläche. Nährstoffe, Sonnenlicht und Wasser können besser aufgenommen und gespeichert werden.
Die Dämme sorgen zudem für ein eigenes Mikroklima. Der Boden atmet. «Das Ergebnis ist ein lockerer Boden, der beim nächsten Regen nicht verschlämmt und daher von den Pflanzen wesentlich tiefer und intensiver verwurzelt wird als im Flachanbau», so Turiel.
Grosse Dämme werden mit dem Dammformer gezogen. Gearbeitet wird mit einem speziellen Dammformer aus Drähten, der die Dämme zieht, ohne den Boden zu verdichten.

Hacken mit Paddel
Die Methode Turiel verspricht, dass nachfolgende Arbeitsgänge von Jahr zu Jahr schrittweise weniger Energie erfordern würden. Bei schweren Böden könne der geringere Arbeitsaufwand schon im zweiten Jahr durch den Bodenaufbau deutlich zu spüren sein, war zu erfahren. Hacken auf Dammkultur kann mit dem Häufelpflug den unterschiedlichen Dammsystemen angepasst werden.
Ohne RTK und Kamerasteuerung
Die Führung des Häufelpflugs ist durch die Dämme vereinfacht und man vermeidet Schäden an der Anbaukultur. Sie laufen in den vorgezogenen Rillen. Das Werkzeug ist quasi selbstgeführt. Auf Kamerasteuerung kann daher verzichtet werden. Gehackt wird mit Drähten oder Paddel, die dafür eigens entwickelt wurden. Die Hackelemente kann man beliebig einstellen, so dass man sehr nah an die Kulturpflanze kommt. Mit den Hackdrähten kann sehr genau gearbeitet und auch hartnäckige Pflanzen wie Ampfer können entfernt werden.
Weg von Energie, hin zu Kreisläufen
Urban Dörig betreibt auf dem über 100 ha grossen Betrieb vor allem Ackerbau und züchtet Angus-Rinder. Aber als seine «Kühe» bezeichnete er die zahllosen Bakterien und Mykorrhizen im Boden. Diese helfen, Nährstoffe für Pflanzen verfügbar zu machen, die Bodenstruktur zu verbessern und die Stresstoleranz von Pflanzen zu erhöhen.
Ein Kursbesuch zur regenerativen Landwirtschaft habe ihm neue Impulse gegeben. Gleichwohl dürfe man regenerative Landwirtschaft nicht als einzig richtigen Weg sehen. Er suche Möglichkeiten, um von der energiegetriebenen Art der Produktion abzukehren und sich in Richtung zu geschlossenen und natürlichen Kreisläufen zu bewegen, sagte Dörig.
Grüne Brücke gehört dazu
Dörigs Böden entlang des Rheins weisen einen hohen Sand- und Steinanteil auf. Der Humusgehalt ist eher tief. Deshalb setzt er den Fokus gezielt auf vielfältige Gründüngungen aus regenerativen Mischungen. Diese beleben und düngen den Boden und bereiten ihn so auf die nächste Kultur vor. Eine dauerhafte Begrünung schützt vor Nährstoff-auswaschung und nimmt den Wurzelunkräutern wie Disteln und Ampfer die Lebensgrundlagen.
Betriebsspiegel
Name: Urban Dörig Ort: Diessenhofen TG Fläche :104 ha Ackerbau: Getreide, Hackfrüchte, Soja, Karotten, Kürbis, Luzerne, Kunstwiese Tierhaltung: Angus-Mutterkühe

