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Hoch eingewintertes Gras sollte früh genutzt werden

Das Gras fausthoch einwintern, ist eine Faustregel, die im letzten Herbst wegen den nassen Bedingungen schwierig einzuhalten war. Wo der letzte Aufwuchs stehen blieb, können die Mäuse ungestört ihr Unwesen treiben. Eine frühzeitige Nutzung, am besten in Form der Beweidung, verhindert Schlimmeres und weckt das Gras.

Wer im letzten Herbst während der wüchsigen, aber nassen Oktober- und Novemberwitterung nicht mehr weiden, grasen oder silieren konnte und auch der Schafhirt nicht vorbeigezogen ist, kennt das Bild: Hohes, altes Gras und Mäuse, welche darunter Schutz finden. Immerhin gab es dank dem milden Winter nicht auch noch Auswinterungsschäden.

Gute Voraussetzungen für die Beweidung

Solche Wiesen wollen früh genutzt werden. Die inzwischen gut abgetrockneten Böden und der bevorstehende Vegetationsbeginn bieten gute Voraussetzungen für die Beweidung mit den eigenen Tieren oder einer fremden Schafherde.

Koppeln nicht zu gross wählen

Damit solches älteres Herbstfutter gut gefressen wird, dürfen die Koppeln aber nicht zu gross sein – im Unterschied zur Vorweide auf austreibenden Wiesen. Der Weidetritt weckt im Frühling das Gras, fördert dessen Bestockung und die Rasenbildung der Weidegräser.

Allfällige Tritt- und Mäuseschäden können nach dem Weidegang mit der Wiesenegge und der Walze wieder eingeebnet und nötigenfalls übersät werden. Wo überständiges Futter nicht beweidet wird, empfiehlt sich ein frühzeitiger erster Schnitt.

Immer mehr Herbstgras auf der Weide

Wir werden uns daran gewöhnen müssen: Das veränderte Klima führt immer mehr zu Futterausfällen im Sommer, dafür zu mehr Herbstgras. Gründe dafür sind die längere Vegetationszeit und die Verschiebung der Niederschläge in Richtung Herbst und Winter. Zudem verstärken Stickstoff­reserven nach Trockenperioden das Graswachstum im Herbst und Frühling. Es gilt, eine betriebsspezifische Strategie zu finden, um das qualitativ eingeschränkte Herbstgras nutzen zu können. Dabei muss der Rohfaserarmut, dem hohen Eiweissgehalt und der Futterverschmutzung Rechnung getragen werden. Eingrasen oder Silieren Die traditionelle Herbstweide, ergänzt mit Dürrfutter, Grünmais oder Maissilage, bleibt Kernstück einer erfolgreichen Strategie. Wo aber Jung- und Kleinvieh weidet, nur wenig geweidet wird oder mit starken Trittschäden zu rechnen ist, wird eingegrast oder siliert. Zugabe von Siliersalz Damit die zuckerarme, meist wenig angewelkte und verschmutzte Herbstgrassilage nicht zu viel Buttersäure entwickelt, empfiehlt sich die Zugabe eines Siliersalzes. Als letzte Option für die Herbstgrasverwertung bleibt die Winterweide mit Schafen.