Die Liste der Milchimitate wird um ein Produkt reicher. Nestlé will im Wachstumsmarkt mit ihrem neuen Erbsendrink mitmischen. Der Drink ist unter der Marke Wunda bisher in Portugal, den Niederlanden und Frankreich in den Sorten original, ungesüsst und Schokolade erhältlich. Laut einer Sprecherin von Nestlé soll er zukünftig auch in weiteren Ländern erhältlich sein; ab wann es das Getränk in der Schweiz zu kaufen gibt, lässt sie gegenüber der BauernZeitung allerdings offen.
Erbsen aus Europa
Für die Herstellung des Pflanzendrinks werden gelbe Erbsen aus Belgien und Frankreich verwendet. Auf die Frage, ob in Zukunft auch Schweizer Bauern Erbsen liefern könnten, antwortet Nestlé: «Wir können keine festen Aussagen zu bestimmten Produkten machen.»
Neutraler Geschmack
Während es bereits zahlreiche pflanzliche Milchimitate aus Soja, Hafer und Mandeln gibt, setzt Nestlé auf die Verwendung von Erbsen. Das Unternehmen begründet dies wie folgt: «Viele andere Drinks haben einen starken Eigengeschmack, wenig Proteingehalt und lassen sich nicht so leicht schäumen.»
Das Wunda-Erbsengetränk hingegen schmecke sehr neutral und lasse sich wie Kuhmilch verwenden. Ausserdem sei sie CO2-neutral hergestellt und habe einen hohen Nährwert und Ballaststoffgehalt. Aus diesen Gründen ist Nestlé überzeugt, dass sich der Erbsendrink gegen die Konkurrenz behaupten wird.
Wachsender Markt
Preislich bewegt sie sich auf dem Niveau anderer Milchimitate und damit deutlich über dem Preis einer vergleichbaren Menge Kuhmilch.
Der Markt der Milchimitate wird jedoch längst nicht mehr nur von innovativen Start-ups geprägt. Mittlerweile mischen neben Nestlé auch die anderen grossen Milchverarbeiter wie Emmi und Danone mit. Der Markt ist laut Angaben von Euromonitor mittlerweile rund18 Mrd US-Dollar (16,4 Mrd CHF) schwer. Die Nachfrage wachse stetig.
Kuhmilch bleibt wichtig
Die Wünsche der Konsumentinnen und Konsumenten veränderten sich fortlaufend, hält die Sprecherin fest. «So bieten wir neben Produkten mit Kuhmilch auch immer mehr pflanzliche Produkte an.» Trotz der Reaktion auf aktuelle Trends und verändertem Konsumentenverhalten beteuert der Schweizer Nahrungsmittelgigant, dass Kuhmilch weiterhin ein bedeutender Rohstoff für seine Produktion bleiben werde.

