Am Freitagabend fand in Worb BE eine von drei Flurbegehungen zu Versuchen mit neuen, robusten Kartoffelsorten statt, ein Projekt der Hochschule für Agrar-, Forst- und Lebensmittelwissenschaften (HAFL), der Agroscope und Swisspatat. Auf der Fläche in Worb, bewirtschaftet von Landwirt Beat Ryser, wurden die Sorten Almonda aus Deutschland sowie Acoustic und Twinner aus den Niederlanden getestet. Als Referenzsorte diente Jelly. Ziel des Versuches ist, robuste Sorten aus dem Ausland zu finden, da die Züchtung neuer Sorten aufwendig ist und zirka zehn Jahre dauert.
Bereits letztes Jahr wurden die Sorten getestet. Die Erträge von Acoustic und Twinner lagen leicht tiefer als die von Agria. Almonda verzeichnete einen deutlich kleineren Ertrag als Agria. Zudem wurde 2020 bei keiner der getesteten Sorten ein Knollenbefall mit Kraut- und Knollenfäule verzeichnet.
Erste Herde in Folienfeldern
Zunächst erläuterte Tomke Musa (Agroscope) die diesjährige Situation und Entwicklung der Krautfäule. Wie üblich, seien die ersten Herde der Krautfäule auf Folienfeldern zu verzeichnen gewesen. Dieses Jahr speziell sei, dass sich der Krautfäuledruck nicht nur aufs Berner Seeland konzentriere. Die Versuchssorten seien sehr robust gegen Krautfäule, ausser die Sorte Almonda, sagte die Wissenschaftlerin. Sie fügte ausserdem an, dass sich die robusten Sorten weniger gut lagern lassen würden als Jelly.
Modelle ersetzen Landwirt nicht
Stefan Vogel (HAFL) erklärte, wie die zwei Prognosemodelle funktionieren, die zu Hilfe genommen wurden, um den Zeitpunkt für die Behandlung gegen Krautfäule zu bestimmen. Andreas Keiser von der HAFL betonte aber, dass ein Modell nicht die Beobachtung und die Kompetenz des Landwirts oder der Landwirtin ersetze. Es kam ausserdem die Frage auf, ob denn die getesteten Sorten auch auf dem Markt gut ankommen. Andreas Keiser sagte hierzu, er hoffe, dass man den Detailhandel dafür sensibilisieren könne, dass es wichtig sei, auch robuste Sorten anzubauen. Das sei die grösste Herausforderung. Es gehe aber nicht ganz ohne Fungizide, weil sonst Resistenzen durchbrechen könnten.
Mehr Infos: www.kartoffel.ch/de/sortenpruefung.html
