Die Zuckerrübenkampagne läuft auf Hochtouren. An regionalen Infoveranstaltungen wird über Aktuelles informiert, die nächste und letzte findet am Dienstag, 13. Dezember, um 19.30 Uhr in Kirchberg SG statt.
Dass sich die Logistik vom Feld zur Fabrik teilweise verzögert, hat einen erfreulichen Hauptgrund: Es werden mehr Zuckerrüben geerntet als erwartet. Simon Häfeli, stellvertretender Geschäftsführer des Rübenumschlags Mittelland, berichtet aber auch von sehr unterschiedlichen Erträgen selbst innerhalb kurzer Distanzen; im Gebiet des Rübenumschlags Mittelland zwischen 90 und 120 Tonnen ungereinigte Rüben. «Das erfordert ständige Nachplanungen und Anpassungen und führt zu kurzfristigen Herausforderungen in der Logistik.»
Die Zusammenarbeit mit Zuganbietern, angrenzenden Verladeorganisationen und Lastwagentransporteuren funktioniere grundsätzlich gut, sagt Simon Häfeli gegenüber der BauernZeitung. Die Kommunikation und ein gutes Zusammenspiel aller Parteien seien in einem solchen Jahr extrem wichtig.
Bei den hohen Erträgen bleiben die Zuckergehalte tief, per 27. November durchschnittlich 15,6 Prozent im konventionellen Anbau. Liegt der Zuckergehalt unter 15 Prozent, reduziert die Branche den Abzug von 35 auf 30 Rappen pro Tonne reine Rüben pro 0,1 Prozent Zuckergehalt.
Trockenheit hat die Rüben ausgebremst
Den tiefen Zuckergehalt relativierte Luzi Schneider von der Schweizerischen Fachstelle für Zuckerrübenbau an der Informationsveranstaltung in Hendschiken AG: «Dank den guten Erträgen stimmt die Zuckermenge insgesamt.» Besonders Rüben, die im Oktober noch im Boden waren, legten enorm an Masse zu. Nach einem optimalen Start hatte der trockene Sommer die Zuckerrüben an vielen Orten ausgebremst, ein Hauptgrund für die unterschiedlichen Erträge. Später profitierten die Rüben dann wieder vom wüchsigen Herbst.
Bessere Preise in Aussicht
Wie der Präsident der Zuckerrübenpflanzer Joseph Meyer informierte, hat die Interprofession Zucker für 2023 einen Grundpreis für A-Rüben von 53 Franken pro Tonne Zuckerrüben und einen Richtpreis von 58 Franken vereinbart. Für Bioproduzenten gibt es nächstes Jahr 8 Franken mehr, das ergibt einen Grundpreis von 163 Franken und einen Richtpreis von 167 Franken
Politisch wird der extensive Anbau weiter gepusht. Für den Verzicht auf Insektizide und Fungizide gibt es nächstes Jahr 800 Franken Produktionssystembeiträge und für den Verzicht auf Herbizide 250 Franken, wobei Einzelstockbehandlung, Bandbehandlung ab Saat und Flächenbehandlung bis 4-Blatt-Stadium erlaubt bleiben. Produktionssystembeiträge für Zuckerrüben können ab nächstem Jahr nicht mehr für einzelne Parzellen, sondern nur noch fürdie ganze Kultur angemeldet werden.
Gute Erträge sind gut für die Anbaubereitschaft
Die Anbaufläche ist in diesem Jahr weiter leicht gesunken auf knapp 16'000 Hektaren, der Anteil IP-Suisse und Bio ist klein, aber steigend. 20'000 Hektaren wünscht sich der Verband. «Die guten Erträge in diesem Jahr und die gestiegenen Preise lassen die Anbaubereitschaft sicher nicht sinken», kommentiert Simon Häfeli die Stimmung unter den Pflanzern.

