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Der Anbau von Erdnüssen ist mehr als ein einmaliges Experiment

Fabian Salm wagte sich kurz nach dem Lehrabschluss als Landwirt an die exotische Kultur. 2022 will er den Anbau von Erdnüssen ausdehnen.

«Ja, das ist klar!», antwortet Fabian Salm wie aus der Pistole geschossen auf die Frage, ob nächstes Jahr auch wieder Erdnüsse angebaut werden sollen. Der junge Landwirt hat dieses Jahr auf dem Hof der Eltern ein Experiment gewagt, nämlich eben den Anbau von Erdnüssen. Der Hof der Familie liegt im aargauischen Lenzburg mit einem zweiten Standort in Kirchdorf und wird von Fabians Eltern, Hansjörg und Vreni Salm-Baumgartner, geführt.

Kürbisöl und Kürbiskerne.
Kürbisöl und Kürbiskerne.

Betriebsspiegel Familie Salm-Baumgartner Name:

Hansjörg und Vreni Salm-Baumgartner Ort: Lenzburg AG Kulturen: Zwiebeln, Öl-, Speise- und Zierkürbisse,Konservenerbsen, Braugerste, Süsslupinen, Mohn, Zuckerrüben, Körnermais, Erdnüsse, Raps Produktionsart: ÖLN Betriebszweige: Direktvermarktung eigener Produkte, Garten- und Landschaftspflege Arbeitskräfte: Alle Familienmitglieder, Teilzeit-Mitarbeiter

Saatgut aus Übersee

Fabian Salm plante den Anbau der Erdnüsse in einem Versuch von 30 Aren. Das Saatgut reichte jedoch für mehr, so wurden kurzerhand auf einer anderen Fläche weitere 20 Aren angesät. Für die Aussaat Ende Mai benutzte er eine normale Einzelkorn-Sämaschine. «Das Saatgut zu besorgen, war eine ziemliche Herausforderung», meint der Junglandwirt. «Zum Glück kann meine Freundin gut Englisch und hat für mich im Ausland herumtelefoniert.» Schlussendlich wurden sie in Amerika und Asien fündig und konnten nun drei verschiede Sorten anbauen. Das Unkraut bekämpfte er mit dem Hackgerät und von Hand. «Normalerweise wäre die Fläche bedeckt mit den Erdnusspflanzen, doch dieses Jahr war es einfach nicht warm genug», meint er mit einem etwas skeptischen Blick und hofft auf einen schönen Herbst.

Passende Sorten finden

«Nächstes Jahr möchte ich weitere Sorten anbauen und die Fläche vergrössern. Mein Ziel ist, herauszufinden, welche Sorte hier am besten gedeiht», sagt Fabian Salm, der dieses Jahr seine Zweitlehre als Landwirt abschloss. Die Erdnüsse sollen auf dem Webshop angeboten, sowie zu Erdnussbutter weiterverarbeitet werden. «Ich müsste die Erdnüsse spätestens im November ernten, damit es für den ‹Samichlaus› reicht», so Fabian Salm. Nach der Ernte müssen diese nämlich noch getrocknet und geröstet werden.

Der Anbau von Erdnüssen ist mehr als ein einmaliges Experiment
Anfang September waren die Erdnüsse noch klein.

Und wie reagierten die Eltern auf die Idee des Sohnes, mit so einer exotischen Kultur zu experimentieren? Hansjörg Salmantwortet: «Ich bin selbst so ein Freak.»

Spezialität Lupinenkaffee

Der Betrieb baut auch andere spezielle Kulturen an. So zum Beispiel Süsslupinen, deren Bohnen geröstet werden und sich als Alternative zu Kaffee eignen. Zudem bieten Salms auch kaltgepresstes Kürbiskernöl sowie Kürbiskerne in ihrem Webshop an. Für die Gestaltung der Verpackung ist Tochter Rahel zuständig, die in der Lehre alsGestalterin für Werbetechnikist. Ausser einer jüngeren Schwester hat Fabian Salm auch einen jüngeren und einen älteren Bruder. «Jeder in der Familie ist wichtig für den Betrieb», stellt Vreni Salm fest.

Der Anbau von Erdnüssen ist mehr als ein einmaliges Experiment
Nach der Ernte werden die Erdnüsse getrocknet und geröstet.

Der zweite Standort des Betriebs liegt im etwa 20 km entfernten Kirchdorf und stammt aus ihrer Familie. Die Vegetation sei dort etwa vierzehn Tage verschoben, so würden die Arbeiten gut aneinander vorbei gehen, erzählt Hansjörg Salm. Das Wetter in diesem Jahr war nicht nur für die Erdnüsse nachteilig. «Bei den Erbsen gab es eine Null-Runde, bei den Kürbissen und Zwiebeln hatten wir nur die Hälfte des Ertrags», so der Betriebsleiter.

Der Anbau von Erdnüssen ist mehr als ein einmaliges Experiment
Im Betrieb helfen alle mit: Adrian, Rahel, Fabian, Manuel, Vreni und Hansjörg Salm-Baumgartner (v. l. n. r.).

«Innovativ sein und eigene Wege gehen»

Familie Salm führt nebst dem Landwirtschaftsbetrieb auch ein Garten- und Landschaftspflegeangebot. Auch Fabian Salm und sein Bruder Manuel haben eine Lehre als Landschaftsgärtner gemacht. Dies liegt wohl in den Genen, denn der Grossvater begann bereits vor 50 Jahren mit diesem Betriebszweig. Dies sei gut vereinbar mit dem Landwirtschaftsbetrieb, meint Hansjörg Salm. Die Kunden seien jeweils flexibel, wenn es gerade viel zu «bauern» gäbe. Auf die Frage zur Betriebsphilosophie antwortet der Betriebsleiter: «Innovativ sein und eigene Wege gehen» – das passt. Wenn alles gut geht, bekommen die Garten-Kunden dieses Jahr als Werbegeschenk wohl ein Säckchen Erdnüsse aus Lenzburg.

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