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Bschorle ist über die Landesgrenze hinaus bekannt und beliebt

Mit einem Familienfest feierte die IG Appenzeller Obst den Mitgliederzuwachs der vergangenen zwei Jahre. Fredi Klee, Präsident der IG und Bschorle-Produzent der ersten Stunde, freut sich über die grosse Beliebtheit des alkoholfreien Biermischgetränks aus dem Appenzellerland.

Spätestens seit dem Gewinn des Agropreises im Jahr 2017 ist das «Bschorle» wortwörtlich in aller Munde. Das alkoholfreie Biermischgetränk ver­eint hochwertiges Malz mit dem Saft aus 28 Birnen- und Apfelsorten aus dem Appenzellerland.

Von 21 auf 187 Mitglieder gewachsen

Als das Projekt startete, zählte die IG Appenzeller Obst bei der Gründungsversammlung 2016 21 Mitglieder. Letztes Jahr stieg die Zahl auf 187 Mitglieder (Betriebe). Am meisten Zuwachs verzeichnete der Verein in den Jahren 2020 und 2021. Weil in dieser Zeit Corona-bedingt keine Anlässe und Versammlungen stattfanden, gab es auch nie eine Begrüssung der neuen Produzenten. Das holte der Verein letzten Samstag mit einem grossen Familienfest auf dem Areal der Brauerei Locher nach.

Im besten Fall den Kühen verfüttert

Bschorle ist über die Landesgrenze hinaus bekannt und beliebt
Das Bschorle ist seit 2016 auf dem Markt.

Fredi Klee, Präsident der IG, sagte vor den rund 100 Gästen: «Es ist eine grosse Freude, dass das Bschorle ein solcher Erfolg ist.» Klee war der Mann der ersten Stunde. Er störte sich daran, dass immer mehr Obst unter den Hochstammbäumen liegen blieb, weil die Preise fürs Mostobst derart schlecht waren. «Im besten Fall wurde das Obst den Kühen verfüttert, im schlechtesten Fall der Grünabfuhr mitgegeben», sagte er damals bei einem Besuch der BauernZeitung bei sich zu Hause in Oberegg.

Klee brachte sich 2013 beim Projekt Regionale Entwicklung (PRE)Appenzell ein. Mit der Brauerei Locher fand man einen Partner. Der damalige Geschäftsführer Karl Locher garantierte die Abnahme der gesamten Apfel- und Birnenernte 2015 und entwickelte daraus ein neues Produkt, das Bschorle.

Obst wird in Hochmulden gesammelt

Die Logistik ist relativ simpel. Die Produzenten bringen ihr Obst – rund 80 Prozent werden von Hand aufgelesen – zu einer Sammelstelle. Von denen gibt es mittlerweile drei: in Oberegg, in Teufen und in Herisau. Dort steht eine Hochmulde bereit, in welche die Äpfel und Birnen getrennt verladen werden. In der Mosterei Kobelt in Marbach SG wird das Obst zu Saft verarbeitet. Die Verarbeitung zu Konzentrat findet bei der Mosterei Brunner in Steinmaur ZH statt. Das Konzentrat gelangt zur Brauerei Locher in Appenzell, die daraus das Bschorle macht. Neben dem Bschorle stellt die Brauerei einen Bschorle-Balsamessig her, der sich ebenfalls grosser Beliebtheit erfreut. Seit Oktober 2021 gibt es auch ein Bschorle-Fondue.

Im ersten Jahr wurden 30 Tonnen Äpfel und 56 Tonnen Birnen zu Bschorle verarbeitet. Letztes Jahr waren es 60 Tonnen Äpfel und 46 Tonnen Birnen. Absolutes Rekordjahr war 2020 mit 413 Tonnen Äpfeln und 134 Tonnen Birnen. Der ausbezahlte Preis je 100 Kilogramm beträgt 33 Franken für Äpfel und 25 Franken für Birnen. Wer für Bschorle produziert, muss Mitglied bei der IG Appenzeller Obst sowie Mitglied beim Verein Hochstammobst Schweiz sein.

Weitere Produzenten willkommen

Fredi Klee ist stolz, dass das Bschorle bei den Konsumenten so gut ankommt. Am meisten freut er sich über Rückmeldungen aus der Westschweiz, dem Tessin oder aus dem Ausland. «Auch dort kennt und schätzt man unser Bschorle.»

Im Anschluss an das Mittagessen durften die Produzent(innen) die Brauerei Locher besichtigen, etwas, das einzig den Geschäftspartnern vorbehalten ist. Geschäftsleiter Aurèle Meyer bedankte sich bei den Bäuerinnen und Bauern für die gute Zusammenarbeit. Derzeit wird Obst von 8510 Apfelbäumen und 1415 Birnbäumen zu Bschorle verarbeitet. «Wir könnten noch mehr gebrauchen», sagte Meyer.

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