Die vorherrschenden trockenen Bedingungen, zumindest nördlich der Alpen, beeinflussen die Entwicklung der Ackerkulturen oder aktueller Saaten noch nicht zu fest. Der Krankheitsdruck ist allgemein sehr gering, Schädlingen, wie aktuell der Erdfloh in den Zuckerrüben, passen die trockenen Bedingungen dafür tendenziell besser. Bleibt zu hoffen, dass baldmöglichst die nötigen Niederschläge fallen.
Herbizidbehandlung im Mais direkt nach dem Auflaufen
Auf Parzellen ohne vorherige Futternutzung ist der früh gesäte Mais am Auflaufen. Ein Herbizideinsatz im Mais sollte immer so früh wie möglich erfolgen, d.h. der Mais soll nach dem Auflaufen optimalerweise bis zum 2-Blattstadium gespritzt werden. Je weniger Blattmasse der Mais aufweist, umso weniger empfindlich reagiert er auf die eingesetzten Herbizide, weil er weniger Wirkstoff aufnimmt. Nach dem 4-Blattstadium reagiert der Mais nachweislich sensibler auf Herbizidbehandlungen. Insbesondere Sulfonylharnstoffe können bei spätem Einsatz heikel sein und die Ausbildung der Kolbenanlage kann gestört werden. Zu beachten sind die Anwendungsbeschränkungen von S-Metolachlor (1,5 g Wirkstoff/ha in drei Jahren auf derselben Parzelle), Terbuthylazin (max. 0,75 kg Wirkstoff/ha in drei Jahren auf derselben Parzelle), Nicosulfuron (max. 60 g Wirkstoff/ha innerhalb 2 Jahren auf derselben Parzelle). Weitere Einschränkungen der Herbizide bezüglich des Grundwasserschutzes oder Einsätze in Karstgebieten sind zu beachten.
Zuckerrüben gut im Auge behalten
Die ersten Splitte in früh gedrillten Zuckerrüben wurden gemacht. Die Unkrautsituation gilt es zu überwachen und die Herbizidmischung ist der Unkrautentwicklung anzupassen. Unter den sehr trockenen Bedingungen können Bodenherbizide nicht wirken und momentan kommt die Wirkung über die Kontaktwirkstoffe. Sobald der Regen dann irgendwann kommt, werden die ausgebrachten Bodenherbizide aber auch ihre Wirkung entfalten. Meldungen von Erdschnaken sind bislang kaum vorhanden. Schnecken sind wegen den trockenen Bedingungen kein Problem, der Erdflohdruck ist sehr hoch und musste in einem Grossteil der Parzellen bekämpft werden.
Vereinzelter Krankheitsdruck im Winterweizen, Dinkel und Triticale
Der Weizen und Dinkel befindet sich mehrheitlich im 2-Knotenstadium (DC 32), Triticale ist ein wenig weiter entwickelt und schiebt bald das Fahnenblatt (DC 37). Der Krankheitsdruck ist allgemein sehr tief. Alte bodennahe Blätter sind vergilbt, der Grund hierfür ist die Verlagerung des Stickstoffs in die jüngeren Blätter. Einzelne Septoria-Flecken sind auf den untersten Blättern zu finden, ebenfalls ist vereinzelt Braunrost zu sehen. Aufgrund der Wetterlage sind die Krankheiten im Moment nicht das Problem und der Fokus kann auf das Fahnenblatt respektive auf die Ähre gerichtet werden und eine 1-Fungizid-Strategie sollte in diesem Jahr ausreichen.
Bei Beständen die noch verkürzt werden sollen, sollten unbedingt tiefe Dosierungen der Wachstumsregler (insbesondere Moddus und Medax) angestrebt werden. In vielen Regionen ist es bereits sehr trocken, die Pflanzen sind dadurch im Stress und die Strahlungsintensität, welche die Wirkung der Verkürzer verstärkt, ist sehr hoch.
Erste teilweise starke Eiablagen des Getreidehähnchens sind zu finden. Die Kontrolle auf die Larven muss ab Entfalten des Fahnenblattes vorgenommen werden.
Abschlussbehandlung gegen Sprenkelnekrose in Wintergerste
Gerstenbestände sind am Fahnenblatt schieben (DC 37-39), einzelne Bestände sind weiter entwickelt und die Grannenspitzen sind bereits sichtbar (DC 49). Der Krankheitsdruck ist tief. Um die Bestände vor Sprenkelnekrosen und Blattflecken zu schützen steht die Abschlussbehandlung an. Der Einsatz eines Fungizids aus der Gruppe der Azole (insbesondere Prothioconazol) und vor allem der Carboxamide schützen die Bestände am wirkungsvollsten. Der beste auf Sprenkelnekrosen wirksame Wirkstoff Chlorothalonil ist mittlerweile verboten und darf nicht mehr eingesetzt werden. Um das Ährenknicken zu verhindern werden die ährentragenden Teile am besten mit einem ethephonhaltigen Wachstumsregulator verkürzt. Der Einsatz erfolgt bis erste Grannenspitzen sichtbar werden.
Bekämpfung von Problemunkräutern im Getreide
In vielen Beständen ist die «Grosse Periode» (DC 33-37 - Ausbildung und Entwicklung der Ährenanlage) abgeschlossen und man kann auf Standorten mit Ackerkratzdisteln, Winden oder Klebern eine Korrekturbehandlung bis spätestens zum Fahnenblattstadium (BBCH 37-39) vornehmen. Disteln sollten bei der Bekämpfung zirka 20 cm gross sein und die Winden sollten eine Pflanzenlänge ab 15 cm aufweisen.

