Der langersehnte Regen brachte Wachstum und Leben in die Felder und lockt auch unerwünschte Gäste an die Bodenoberfläche.
Rapsbehandlungen sind abgeschlossen
Die Auswirkungen des Rapsstängelrüsslers sowie der Frostnächte im Frühjahr sind seit einiger Zeit ersichtlich. Man findet S-förmig gekrümmte, teilweise aufgeplatzte Rapsstängel, welche den Schaden durch den Stängelrüssler verdeutlichen. Längliche Risse an sonst gesunden Pflanzen sind dagegen auf die Frostnächte zurückzuführen. Nebst den unschönen Narben, sollten diese wenig Schaden angerichtet haben. In Parzellen mit verdichtetem Boden haben die Winterniederschläge vereinzelt zu Staunässe und dadurch zu Wurzelfäulnis geführt. Raps reagiert allgemein empfindlich auf unvorteilhafte Bodenbedingungen.
Vielerorts konnte auf die Behandlung des Glanzkäfers, dank des Kälteeinbruchs, verzichtet werden. Mit Blühbeginn sind die Arbeiten im Raps abgeschlossen.
Kartoffeln versiegeln lassen
Abgesetzte Kartoffeldämme bieten jetzt mit der nötigen Bodenfeuchtigkeit eine gute Ausgangslage, um Bodenherbizide auszubringen, wo dies noch nicht geschehen ist.
Sind die Kartoffelpflanzen jedoch kurz vor dem Auflaufen, steigt das Risiko einer allfälligen Phytotoxizität. Metribuzin-haltige Mittel besitzen eine gute Boden- und Blattwirkung. Es gilt bei deren Einsatz zu beachten, dass sie alleine keine Wirkung auf Klebern und Quecken haben. Zudem ist die unterschiedliche Verträglichkeit der Kartoffelsorten zu beachten.
Unempfindlich sind z. B. die Sorten Amandine, Erika und Fontane. Als leicht- bis mittelempfindlich gelten unter anderem Charlotte, Markies, Agata und allgemein Saatkartoffeln. Dort sollte auf Nachauflaufbehandlungen mit Metribuzin-haltigen Mitteln verzichtet werden. Stark empfindlich sind Annabelle, Innovator, Laura und Venecia. Nebst einer tieferen Dosierung sollten diese mindestens fünf Tage vor dem Durchstossen behandelt werden. Weitere Informationen sind im Heft «Pflanzenschutzmittel im Feldbau» ersichtlich.
Zuckerrüben-Spätzünder keimen erst jetzt
Durch die Trockenheit sind in vielen Zuckerrübenparzellen einzelne Pflanzen noch nicht aufgelaufen. Durch den Regen keimen sie nun, wodurch die Wachstumsstadien der Pflanzen in derselben Parzelle unterschiedlich sein können. Deshalb ist es ratsam, die Aktivität der Erdflöhe weiterhin im Auge zu behalten, nach Schnecken Ausschau zu halten und zu berücksichtigen, dass Bodenherbizide mit der Feuchtigkeit besser wirken.
Schnecken halten Einzug
Schnecken, allen voran die Genetzte Ackerschnecke, freuen sich über die kühlen Nächte und Feuchtigkeit. Es bewährt sich, ihre Aktivität mit Schneckenfallen zu beobachten und nötigenfalls zu reagieren.
Es empfiehlt sich, an mehreren Stellen im Feld einige Schneckenköder zu verteilen, welche mit einem feuchten Jutesack oder Brettern abgedeckt werden. Diese sollten täglich auf Schleimspuren kontrolliert werden. Mit etwas angefeuchtetem Mischfutter unter einem umgedrehten Blumentopfuntersatz funktioniert es auch. Dabei sind die Fallen am Morgen in der Dämmerung auf aktive Schnecken zu kontrollieren.
In sensiblen Kulturen wie Raps, Rüben, Tabak oder Sonnenblumen ist die Bekämpfungsschwelle bereits bei einer Schnecke pro Falle erreicht. Bei den übrigen Kulturen liegt sie bei 5% befallenen Pflanzen, wenn der Aufgang gefährdet ist. Werden Metaldehyd-haltige Mittel eingesetzt, gilt es, die maximale Wirkstoffmenge von 700 g pro ha und Jahr nicht zu überschreiten. Weitere Informationen bietet das Merkblatt «Schadschnecken im Ackerbau» von Agridea.

