Milchproduzent Werner Fischer aus Winikon besucht seit fast 16 Jahren den Arbeitskreis «Optimierung Milchproduktion» des BBZN Luzern.
Was war Ihr Beweggrund, dem Arbeitskreis beizutreten?
Werner Fischer: Die Möglichkeit, in einer Gruppe aktiv nach Lösungen zu suchen zu Fragen, welche sich im Zusammenhang mit der Optimierung der Milchproduktion ergeben.
Welche positiven Erfahrungen haben Sie gemacht?
Den offenen, ehrlichen und respektvollen Umgang schätze ich sehr. Probleme oder Fragen werden direkt angesprochen und es wird gemeinsam nach Lösungen gesucht. Ziele werden definiert und überprüft.
Welche Themen werden im Arbeitskreis «Optimierung Milchproduktion» besprochen?
Da wir uns mit der Optimierung der Milchproduktion auseinandersetzen, ist das Themenfeld enorm: Zuchtziele, Aufzucht, Tiergesundheit, Futterbau, verschiedene Produktionsformen (Bio/IP), betriebswirtschaftliche Auswertungen, Stallbau usw.
Den Arbeitskreis gibt es schon fast 16 Jahre mit über 60 Treffen. Sie sind seit Beginn dabei. Gibt es noch Themen, die Sie interessieren?
Der Wandel in der Landwirtschaft hört ja nie auf, zum Beispiel die Digitalisierung. In allen anderen Bereichen gibt es auch immer wieder Neuerungen. Sich mit Praktikern auszutauschen, ist niemals verkehrt.
Was hält Sie im Arbeitskreis?
Sicher die grosse Bandbreite der Themen und zu sehen, wie andere Betriebsleitende ein Problem angegangen sind, nach Lösungen gesucht und diese umgesetzt haben. Über die Jahre haben sich die Betriebe weiterentwickelt, zum Teil steht der Generationenwechsel an. Dadurch wird auf Wunsch auch das familiäre Umfeld miteinbezogen. Dadurch entstehen oftmals noch spannendere Diskussionen bei den Hofbesuchen.
Ihr Fazit?
Man hat nie ausgelernt. Sich auf diese Art weiterzubilden, ist spannend.
Profitieren im Arbeitskreis
Das BBZN Luzern bietet Arbeitskreise zu verschiedenen landwirtschaftlichen Themen an. Dort gibt es einen regelmässigen Erfahrungsaustausch von Landwirt(innen) zu einem ausgewählten Thema. Die Teilnehmenden besuchen sich drei- bis fünfmal im Jahr gegenseitig auf ihren Betrieben.
Eine Aussensicht auf den Betrieb
Das Thema wählen die gastgebenden Betriebsleitenden, meist eine aktuelle Herausforderung auf dem Betrieb. Sie erhalten eine Aussensicht auf ihren Betrieb und profitieren von den Erfahrungen der Teilnehmenden, welche dieselben Herausforderungen bewältigen. Auf Wunsch der Landwirt(innen) wird manchmal ein externer Referent eingeladen oder es werden Betriebe mit spezifischen Produktionstechniken besucht. Damit die Teilnehmenden vom Arbeitskreistreffen profitieren können, müssen alle Teilnehmenden offen und ehrlich kommunizieren und bereit sein, andere Meinungen und Ansichten zu akzeptieren.
Es braucht Offenheit gegenüber Kritik
Die Teilnehmenden sollen motiviert werden, das eigene Produktionssystem kritisch zu beurteilen und zu optimieren. Um diese Offenheit umzusetzen, werden Informationen zum Betrieb und zu Personen sowie die diskutierten Aspekte vertraulich behandelt und verlassen den Arbeitskreis nicht.

