Im vergangenen August wurde an de Argoscope in Wädenswil die alle zwei Jahre stattfindende nationale Spirituosenprämierung durchgeführt. 108 Brennereien reichten 622 Destillate zur Verkostung und Bewertung ein. «Es freut uns, dass wir mit unserem Thurgados einer der 126 Gewinner sind, welche mit einer Goldmedaille ausgezeichnet worden sind», erklärt Ramona Berger vom Weingut Saxer AG im thurgauischen Nussbaumen. Der Rohstoff für diesen sehr edlen Obstbrand liefern vollreife Golden-Delicious-Äpfel.
Sorgfältige Auswahl
«Wir wählen diese aufgekauften Äpfel bei den Obstbauern sehr genau aus. Danach werden sie sorgfältig gemahlen und eingemaischt», führt Ramona Berger aus. Das Brennen erfolgt im traditionellen Hafenbrandverfahren in der Brennerei Fraefel in Henau SG. Nach dem Brennen und der Reduktion des hochprozentigen Destillates auf 40 Volumenprozente folgt der Ausbau in grossen Eichenfässern auf dem Weingut Saxer. «Wir degustieren den Thurgados alle zwei Monate und stellen dabei fest, wie er allmählich an Milde und Harmonie gewinnt», schwärmt Ramona Berger. In dieser Phase entfaltet er seine vom Golden Delicious geprägten feinen Fruchtnoten.
Nach der Füllung in die Flasche lagert der Brand weitere sechs bis zwölf Monate in Flasche, bevor er in den Verkauf gelangt. «In diesem aufwendigen Produktionsprozess steckt viel Herzblut. Die goldene Auszeichnung motiviert uns auch in Zukunft, mit Engagement den einzigartigen Thurgados von ester Qualität zu produzieren», sagt Jimmy Saxer.

So präsentiert sich der Thurgados den Konsumenten. (Bild Roland Müller)
Langjährige Geschichte
Hinter dem Thurgados steckt eine lange Geschichte. Die Rezeptur für diesen edlen Apfelbrand geht noch auf die Zeit der Thurella AG zurück, welche diese vor Jahren entwickelt hat. Dabei wurde eine spezielle Thurgauer Version des französischen Calvados lanciert. 2011 konnte das Weingut Saxer diese Marke übernehmen. Es produziert und vermarktet seither diese Spirituosenspezialität. Vor zwei Jahren wurde allerdings auch das französische Agrarministerium auf diese Thurgauer Spezialität aufmerksam. Es beanstandete, dass dies ein markenrechtlicher Verstoss oder gar Verletzung der ursprungsgeschützten Marke Calvados sei. Der Besitzerin der Rezeptur für den Thurgauer Apfelbrandwein gelang es aber, die ins Feld geführten Anschuldigungen zu widerlegen. Damit konnte das Weingut die Rechte für die Marke auch formell sichern – der Thurgados blieb dem Thurgau damit erhalten. «Dies nicht zuletzt deshalb, weil sich die Produktion des Thurgados deutlich von jener eines Calvados unterscheidet», hält Ramona Berger fest.

