Die von 97 Mitgliedern getragene Zürcher Landwirtschaftliche Bürgschaftsgenossenschaft übernimmt bei Finanzierungen wichtige Aufgaben, insbesondere für Pächterfamilien. Aktuell verbürgt sie Darlehen für 37 Familien im Gesamtumfang von Fr. 3,526 Mio.
An der Generalversammlung zeigte sich Genossenschaftspräsident Ernst Kocher mit Blick auf die global angespannte Nahrungsmittelversorgung besorgt. Er hat wenig Verständnis dafür, dass der Bund die Ackerflächen reduzieren will. Trotz der gewonnenen Abstimmung über die Agrarinitiativen im vergangenen Jahr werde das Trinkwasser die Landwirtschaft weiterhin beschäftigen, mahnte er.
Sichert Starthilfe ab und Schuldablösung
Geschäftsführer Wilfried Kägi gab einen Rückblick auf das vergangene Jahr. Auf Ende 2021 seien sechs Bürgschaften ausgelaufen. Drei neue Gesuche mit einem Gesamtvolumen von Fr. 423'000.– seien genehmigt worden. Zwei Bürgschaften zu je Fr. 300'000.– sicherten je eine Starthilfe ab und eine weitere mit der Verbürgung von Fr. 123'000.– kam für eine Schuldablösung einem Pächter zugute.
Reserven für das laufende Jahr
Im laufenden Jahr sei mit mehr Bürgschaften zu rechnen, sagte Kägi und fügte an: «Wir haben noch Potenzial.» Die Bürgschaftsgenossenschaft weist Reserven von Fr. 4,582 Mio. auf. Auch verfügt sie neben dem Anteilscheinkapital von Fr. 492'200.– über zusätzliche Reserven von Fr. 858'600.–.
Jahresrechnung mit Minus
Das vergangene Jahr mit dem Festanlass zum 75-jährigen Bestehen belastete die Jahresrechnung, so dass es zu einem leichten Minus kam. So verzichten in diesem Jahr die Genossenschafter auf eine Verzinsung des Anteilscheinkapitals.
Edith Brügger sagt Tschüss
An der Generalversammlung verabschiedeten die Mitglieder ihre längjährige Mitarbeiterin Edith Brügger. Sie war seit 2004 bei der Zürcher Landwirtschaftlichen Kreditkasse und somit auch für die deren Bürgschaftsgenossenschaft tätig. Mitte Jahr geht sie in Pension.
Zu Besuch beim Austernpilz-Betrieb
Anlässlich der Generalversammlung besuchten die Genossenschafter den Hof von Fabian und Simone Schneebeli in Obfelden. Der Betrieb stellte 1990 auf Bio um, gab die Milchvieh- zugunsten der Mutterkuhhaltung auf. Gestoppt wurde zudem die 1997 gestartete Bio-Junghennenaufzucht – dies zugunsten der Pilzproduktion. Hauptsächlich produzieren sie Austernpilze. Diese gedeihen in einem Substrat aus Dinkel- und Weizenstroh. Dafür verarbeiten Schneebelis 50 t Stroh. Das Stroh wird mit Wasser gemischt und in einem Container gelagert, pasteurisiert und fermentiert. Nach der Impfung kommen die angesetzten Gestelle in eine moderne Halle, wo die Pilze unter kontrolliertem Klima heranwachsen. Nebst dem Austernpilz produziert die Familie auch kleinere Mengen von Shiitake- und gelben Austernpilzen. Auf dem 22 ha grossen Betrieb wachsen zudem Ölkürbisse, Dinkel, die japanische Adzukibohne und Ackererbsen.

