Der Herbstsonntag im schaffhausischen Hallau erlebte am Wochenende vom 1./2. Oktober 2022 mit einem neuen Festkonzept eine Premiere. Nach Jahrzehnten mit den traditionellen Herbstsonntagen und grossen Umzügen am Sonntagnachmittag folgte ab 2016 viermal die Hallaugia, welche sich jedoch nicht den Erwartungen entsprechend zu einer Alternative zum Herbstsonntag entwickelt hatte. Mit dem neu ausgerichteten Herbstfest scheint nun der richtige Mix zwischen Fest, Tradition, Wein und Kultur gefunden worden zu sein.
Auch eine Gastgemeinde wurde eingeladen
Die Festmacher unter der Leitung von OK-Präsident Lasse Pfenninger wagten sich auf Neuland, indem sie mit dem thurgauischen Neunforn eine Weinbau-Gastgemeinde eingeladen hatten. Deren Gemeindepräsident Benjamin Gentsch kam dabei nicht allein, sondern brachte gleich auch eine Festwirtschaft, Marktstände und eine Weindegustation mit.
Wohl fiel der offizielle Eröffnungsfestakt umrahmt von Jagdhornbläsern buchstäblich ins Wasser. Doch bereits am Freitagabend sorgte der Auftakt mit der grossen Musik- und Partynacht für einen tollen Feststart. Regierungsrat Martin Kessler verwies auf die Bedeutung von Hallau und die grossen Erwartungen, welche verbunden mit dem Herbstfest an die Weinbaumetropole mitten im Klettgau gestellt werden. «Die Organisatoren haben keinen Aufwand gescheut, um ein grosses, lässiges und schönes Herbstfest auf die Beine zu stellen», so Kessler.
Viel Applaus für den Umzug
Für die Hallauer Gemeindepräsidentin Nadja Hallauer ist der Herbst mit seinen bunten Farben, der Ernte der vielen Früchte und den Düften die schönste Jahreszeit. Umso mehr zeigte sich auch ihre Freude am Anlass. «Viele Menschen haben mitgeholfen, dieses Fest auf die Beine zu stellen, um miteinander feiern zu können», sagte Hallauer.
Am Samstag boten die Gastgeber mit dem grossen Nachtumzug eine Überraschung. Der Mut der Organisatoren wurde trotz nassem Wetter mit vielen Zuschauerinnen und Zuschauern belohnt, welche auf der langen Umzugsroute die Strassenränder säumten. Auch für die Festmacher und die Wagenbauer war die Spannung hoch: Wird dieses Experiment klappen? Um 20.30 Uhr schliesslich hiess es Lichter löschen und der Umzug unter dem Motto «Hobby» setzte sich in Bewegung. Die Erwartungen wurden erfüllt, wie der immer wieder zu hörende spontane Applaus der Zuschauer zeigte.
Auch Wein und Genuss fehlten nicht
Angeführt vom Nachtwächter setzte sich der Umzug aus 17 verschiedenen Sujetwagen und Dutzenden von beteiligten Personen zusammen. Mit viel Kreativität, kunstvollem Schaffen und Lichtspektakel wurden die Wagen und die Umzugsteilnehmer(innen) kunst- und effektvoll ins richtige Licht gerückt. Am Sonntagnachmittag konnte der Umzug bei Tageslicht nochmals bewundert werden.
Auch Wein und Genüsse durften nicht fehlen. Rund um den Fronhofbrunnen präsentierte sich die örtliche und regionale Weinszene im besten Licht und kredenzte die verschiedensten Weine aus dem Blauburgunderland. Zudem nutzten weitere Weinmacher und Kellereien das Hallauer Herbstfest, um ihre guten Tropfen anzupreisen.
Ausserdem sorgten die von Vereinen geführten Festwirtschaften und die privaten Verpflegungsstände dafür, dass für jeden Geschmack und «Gluscht» etwas Passendes geboten wurde. Dabei fehlte auch das Schaffhauser Weinbaumuseum «Zur Krone» nicht. Dieses nutzte die Gelegenheit, um in der warmen, von einem Kachelofen geheizten Gaststube die Herbstfestgäste mit Speis und Trank kulinarisch zu verwöhnen.

