Bioumsteller sollten vor der Umstellung den Absatz prüfen

Nicht alle Märkte laufen gleich, daher lohnt es sich, sich vorher zu informieren. Verschiedene Regionale Kurse in der Zetralschweiz und dem Aargau für Neueinsteiger in der Bio-Produktion sind ausgeschrieben.

Eine Umstellung auf Biolandbau fordert und verlangt Fachkompetenz. Eine neue Betriebsstrategie muss gut geplant und vorbereitet sein. Dazu braucht es klare Marktabklärungen und eine gezielte Weiterbildung.

Absatz der Produkte klären

Falls eine Umstellung in Betracht gezogen wird, müssen die Abnehmer und der Handel dringend frühzeitig kontaktiert werden. Wichtig ist auch zu beachten, dass die Produkte während der zweijährigen Umstellungsphase meist konventionell vermarktet werden müssen. Ausnahmen gibt es teilweise im Ackerbau beim Futtergetreide (Futterweizen) und bei Körnerleguminosen.

Die Nachfrage nach Bioprodukten steigt zwar immer noch an, jedoch gibt es durch viele neue Umstellungsbetriebe bei einigen Produkten Marktsättigungen. Diese wurden zwar durch Covid-19 etwas ausgebremst, aber zukünftig können neue Marktungleichgewichte durch Massnahmen wieder eingegrenzt werden. So werden vor-aussichtlich im Bio-Milchsektor neben jetzt bestehenden Milchgeldabzügen für die Absatzförderungen und Deklassierung ab nächstem Frühjahr Wartelisten für neu lizenzierte Betriebe wieder Thema.

Im Bio-Fleischsektor herrscht beim Rindfleisch sowie im Kalbfleisch- und Verarbeitungsfleischsektor momentan eine Unterversorgung. Die Märkte im Schweine- und Lämmerbereich sind ausgeglichen. Bei den Biopoulets wurde die Produktion in den letzten Jahren ausgebaut, daher werden keine neuen Umstellbetriebe gesucht. Ausnahmen kann es für Betriebe in der Nähe der Schlachthöfe geben. Beim Gemüse können Jahre mit sehr guten Erträgen zu Überschüssen führen. Daher braucht es eine abgesprochene Produktion mit dem Abnehmer. Dies gilt auch für die Bio-Legehennenhaltung, wo eher Aufzuchtbetriebe gesucht sind.

Neue Anforderungen

Für Betriebe, welche auf das Jahr 2021 mit der Umstellung auf Bio Suisse starten, gilt neu eine Pflichtausbildung von fünf Kurstagen innerhalb der beiden Umstellungsjahre. Darin enthalten sein muss ein zweitägiger Einführungskurs, welcher von den landwirtschaftlichen Zentren angeboten wird (Modul Umstellung auf Biolandbau).

Die drei weiteren Tage sind frei wählbar. Dazu zählen weitere Kursangebote der landwirtschaftlichen Zentren wie Bio-Module der höheren Berufsbildung, biospezifische Kurse der Bioberatung oder mehrtägige Kurse im Bereich Komplementärmedizin, Bodenfruchtbarkeit oder Biodiversität (ein Tag davon zählt). Weiter können ganztägige Weiterbildungen des FiBL sowie der Grundkurs biodynamische Landwirtschaft und Bio Suisse Arbeitskreise angerechnet werden.

Regionale Kurstage

Kurstage für Zentralschweiz und Aargau:

Umstellung auf Biolandbau: Zweitägiger obligato­rischer Einführungskurs, 2. und 9. November, Schwand Münsingen; 12. und 19. November, Agrovision Burgrain und LZ Liebegg.

Vermarktung: 18. Januar 2021, Waldhof Langenthal.

Tierhaltung: 22. Februar 2021, BBZN Hohenrain, 23. Februar 2021, Schwand Münsingen.

Bodenfruchtbarkeit/Hofdüngermanagement:

29. März 2021, Schwand Münsingen; 5. Mai 2021, BBZN Hohenrain.

Alle Kurse unter www.bioaktuell.ch/Agenda

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