Aktuell läuft die Eierproduktion vor Ostern auf Hochtouren. Aufgrund der schwierigen Marktlage im vergangenen Jahr planten die Ei-Vermarkter ihre Produktion eher vorsichtig und stallten weniger Hennen ein. Da aber die Nachfrage in den ersten Wochen dieses Jahres stark gestiegen ist, führt dies nun zu einer unausgeglichenen Marktlage. Zwar wurden gemäss Kükenstatistik des Aviforum in den ersten Wochen des Jahres 2024 rund 3,2 % oder 14'580 Legeküken mehr produziert als in der Vorjahresperiode, diese Tiere werden aber erst im Frühsommer beginnen, Eier zu legen.
Mengen müssen gekürzt werden
Aktuell müssen die Ei-Vermarkter bereits bei vielen Bestellungen die Mengen kürzen. Aufgrund der sehr tiefen Lagerbestände der Vermarkter sind auch Eier zum Kochen und Färben sowie für die Verarbeitung Mangelware. Um die saisongemäss hohe Nachfrage zu decken, werden nun vermehrt Eier importiert. Diese Entwicklung bestätigten auch die Zahlen des BLW zum Importkontingent: Bis Mitte Februar wurden ungefähr 7 Millionen Konsumeier oder knapp 500 Tonnen mehr importiert als im Vergleich zur Vorjahresperiode. Bis Ende Jahr sind noch rund 13`000 Tonnen des Konsumeier-Kontingents verfügbar. Das Importkontingent hilft somit, die extremen Nachfragespitzen im Schweizer Eiermarkt zu stützen.
Bei Bio-Schaleneiern ist die Nachfrage ebenfalls überdurchschnittlich hoch. Die Nachfrage kann jedoch gedeckt werden. Bio-Eier für die Verarbeitung zu Bio-Eiprodukten fehlen aber, und so muss auch hier situativ auf Importeier zurückgegriffen werden.
Tendenz: Verfügbarkeit von Schweizer Eiern knapp Ausland Konsumeier
In der EU nicht Neues
Im EU-Eiermarkt hat sich im Vergleich zu den Wochen vor Weihnachten wenig geändert; die Nachfrage bleibt weiterhin hoch. Da sich die Vogelgrippe in den USA immer noch sehr hartnäckig hält, werden zunehmend Eier aus der EU beschafft. Auch in anderen Ländern wird das Virus noch regelmässig nachgewiesen, und so bleibt aufgrund der zahlreichen Ausbrüche das Angebot weltweit knapp. Besonders prekär ist die Lage bei Eiern aus Freiland- und Bio-Produktion ohne Kükentöten (OKT). Da deutsche Supermärke in den vergangenen zwei Jahren OKT-Eier zu Preisen verkauft haben, die für die Produzenten nicht kostendeckend waren, sind viele auf andere Produktionssegment umgestiegen. Dem steht eine stark wachsende Nachfrage gegenüber, was zu einer unausgeglichenen Marktsituation mit schlechter Verfügbarkeit führt.
Tendenz: Verfügbarkeit von OKT-Eiern nicht ausreichend.
Zur Person:
André Hodel ist Marktspezialist bei der Vereinigung der Schweizer Eierproduzenten Gallo Suisse.

