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Suisselab-Präsident Markus Gerber: «Die Struktur dieser Dreierbeziehung ist ungesund»

Der VR-Präsident von Suisselab, Markus Gerber, spricht im Interview über die Sandwichlage zwischen Bund und Branche sowie über Mehrkosten für die Bauern. Er betont, man habe trotz Rüge durch den Bund nichts «gemauschelt» und kein Geld «ergaunert».

Die Suisselab ist letztes Jahr hart kritisiert worden von der Eidgenössischen Finanzkontrolle (EFK). Es seien nicht zulässige Kosten und Aufwendungen verrechnet worden, heisst es im EFK-Bericht vom Dezember 2019. Wir haben Verwaltungsratspräsident Markus Gerber aus Anlass der GV einige Fragen gestellt.

Die EFK hat happige Vorwürfe gegen Suisselab erhoben. 2016 und 2017 waren 1,9 Mio Fr. «nicht durch zulässige Ausgaben zu rechtfertigen». Was sagte die GV dazu?

Markus Gerber: Das wurde in der Jahresrechnung abgebildet und sie wurde einstimmig angenommen. Wir nehmen das Verdikt der EFK entgegen, haben jedoch keinen Systemfehler gemacht oder etwas ergaunert. Aber es gibt einen Widerspruch zwischen dem politischen Willen, dass man jährlich 3 Mio Fr. Subventionen abholen kann für die Milchkontrolle und einer Gesetzgebung, welche diesem widerspricht und gewisse Kosten als nicht verrechenbar definiert. Wir sind als Suisselab ein wenig wie die Hamme im Sandwich zwischen Bund und Milchbranche.

Sie haben etwas probiert und sind aufgeflogen?

Dagegen wehre ich mich vehement. Wir haben nichts gemauschelt, sondern unseren Job gemacht in dieser komplizierten Dreiecksbeziehung mit Bund und Branche. Es geht darum, welche Kosten anrechenbar sind und welche nicht, die langjährige Praxis ist aufgrund eines Zeitungsartikels und politischen Manövern plötzlich in die Kritik geraten. Suisselab wird hier in die Pfanne gehauen für Sachen, die sie nicht verschuldet hat. Jährlich müssen wir dem BLV einen Rechenschaftsbericht mit Offenlegung der Kostenrechnung abliefern.

Im Geschäftsbericht heisst es: «Ein beträchtlicher Schaden könnte für Suisselab nicht ausgeschlossen werden.» Was heisst das?

Die Liquidität des Unternehmens ist durch eine so grosse Rückforderung gefährdet. Wenn wir den Auftrag verlieren, können wir eine Massenentlassung einleiten. Unser Vertrag ist noch bis Ende 2023 gültig.

Wer ist schuld an den Problemen von Suisselab?

Ich möchte betonen, dass der Abgang des Geschäftsführers nichts direkt damit zu tun hat. Schuld ist die Struktur der erwähnten Dreiecksbeziehung, diese ist nicht gesund.

Was sind die Konsequenzen?

Für die Auszahlung der Subventionen ab 2021 ist vorgesehen, dass diese nicht mehr direkt an Suisselab gehen, sondern an die Milchbranche.

Ausbaden müssen das Ganze nun die Produzenten mit höheren Gebühren für die Milchkontrolle.

Suisselab hat immer alles unternommen, um die Milchprüfung für die Bauern möglichst günstig zu gestalten.

Welche Auswirkung hat die Neuausrichtung der Subventionen direkt an die Branche?

Was sicher als Mehrkosten anfallen wird, ist die Mehrwertsteuer auf dem Subventionsbetrag. Die Dreiecksbeziehung würde verschwinden und durch eine Stufenlösung abgelöst.

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