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Stress führt zu verringerter Saftigkeit bei Rindfleisch

Bereits eine halbe Stunde moderater Stress vor der Schlachtung hat einen negativen Einfluss auf die Fleischqualität. Auch der Hornstatus spielt bei der Zartheit des Fleisches eine Rolle.

Eine Studie von Forscherinnen und Forschern der Agroscope, der ETH Zürich und des französischen landwirtschaftlichen Forschungsinstituts INRAE untersuchte die Auswirkung von Stress am Schlachthof und Hornstatus auf ausgewählte Stressindikatoren und die Fleischqualität bei 81 Mastbullen. Dazu wurde die Konzentration von Stresshormonen im Speichel und im Urin sowie die Herzfrequenz aller Mastbullen während Verladung, Transport und am Schlachthof gemessen.

Herzfrequenz steigt durch Transport

Wie erwartet stieg die Herzfrequenz der Tiere beim Ver- und Entladen an. Während des 45-minütigen Transports trat bei den Bullen ein Gewöhnungseffekt ein, die Herzfrequenz sank stetig. Diese Reaktion zeigten behornte und enthornte Bullen gleichermassen. Auf dem Schlachthof angekommen wurden die Tiere in verschiedene Gruppen eingeteilt. Eine Gruppe verbrachte nach dem Entladen zwei Stunden in einer Wartebucht. Die andere Gruppe wurde direkt in den Schlachtgang entladen und dort 30 Minuten lang zusätzlichem Stress durch Hin- und Hertreiben und Lärm ausgesetzt.

Zarteres Fleisch von unbehornten Bullen

Bei den zusätzlich gestressten Tieren lag die Herzfrequenz, unabhängig vom Hornstatus, höher als bei den Bullen in der Wartebucht. Alle Bullen zeigten in der Betäubungsbox unmittelbar vor der Schlachtung, durch die räumliche Beengtheit und die Isolation von ihren Artgenossen die höchsten Herz-
frequenzen. Die sensorische Fleischanalyse zeigte, dass das Fleisch der zusätzlich gestressten Bullen weniger saftig war, als das der Tiere, die bis zur Schlachtung in der Wartebucht gehalten wurden. Das Fleisch der behornten Bullen war zudem weniger zart als das der unbehornten.

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