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Schweizer Milchproduzenten: Die Milchpreise sind 2020 gestiegen

2020 sind für Molkereimilch 2,2 Rappen mehr bezahlt worden als im Vorjahr. Die Segmentierung wurde genauer umgesetzt.

Der von den Schweizer Milchproduzenten (SMP) kalkulierte Standard-Produzentenpreis (SPP) für eine jährliche Milchlieferung von 180 000 Kilogramm inklusive 4,5 Rappen Milchzulage beträgt im Dezember (Durchschnitt der zwölf Vormonate) 59,4 Rappen. Damit ist er im Vergleich zum Vorjahr 2,2 Rappen gestiegen.

Drei Rappen mehr

Von Januar bis August sind die Preise im Schnitt gut drei Rappen über Vorjahr gelegen. September bis Dezember hat der Mehrpreis im Schnitt noch 0,4 Rappen betragen. Der Hauptgrund für diese Entwicklung sind die Preiserhöhungen mit der Einführung des Grünen Teppichs per 1. September 2019. Ab Juli sind leichte Preiserhöhungen in Folge Butterknappheit beobachtet worden.

Für A-Milch sind 2020 im Durchschnitt 2,8 Rappen mehr bezahlt worden als im Vorjahr. Von Januar bis August hat die Differenz 4,6 Rappen betragen. Von September bis Dezember ist der A-Preis 0,9 Rappen unter das Vorjahresniveau gefallen. Für B-Milch haben die Milchkäufer das ganze Jahr über mehr bezahlt als im Vorjahr. Im Durchschnitt hat der Mehrpreis 1,8 Rappen betragen.

Konsequent segmentiert

Die produzierte Milchmenge ist mit +0,2 Prozent im Vergleich zum Vorjahr stabil geblieben. Verschiebungen hat es aber bei der Segmentierung der eingekauften Milch gegeben. Gemäss SMP-Milchpreismonitoring ist mit 71 Prozent insgesamt fast gleich viel A-Molkereimilch eingekauft worden wie 2019, verzeichnet wurde ein kleines Minus von einem Prozent gegenüber dem Vorjahr. Unter dem Jahr sind aber verschiedene Veränderungen festgestellt worden. Von Januar bis Juni ist der Anteil A-Milch mit minus fünf Prozent deutlich unter Vorjahr gelegen und in den Sommermonaten wieder auf das Vorjahresniveau gestiegen. Der Hauptgrund dafür ist, dass ab September 2019 mit dem Zuschlag von drei Rappen auf die A-Milch für den Grünen Teppich die Segmentierung genauer umgesetzt worden ist. Berechtigte B-Milch wurde weniger als A-Milch eingekauft. Ab Oktober ist der Anteil A-Milch im Schnitt sechs Prozent über das Vorjahresniveau gestiegen. Dies vor allem aufgrund des höheren Inlandkonsums wegen Corona.

Käsereimilch teurer

Die Preise für Käsereimilch, also Milch aus silofreier Produktion, haben sich ebenfalls nach oben bewegt. Franko Käserei haben die Produzenten für diese Milch im Durchschnitt der letzten zwölf Monate 75,6 Rappen erhalten. Nicht einberechnet sind dabei die drei Rappen Siloverzichtszulage für die verkäste Milch. Berücksichtigt wurden bei der Berechnung 4,5 Rappen Zulage für Verkehrsmilch, 10,5 Rappen Zulage für verkäste Milch, die effektiven Liefermengen und Gehalte der SMP-Preismelder. Bei fast allen Käsesorten sind im Laufe des vergangenen Jahres Preiserhöhungen beschlossen worden. Für Gruyère AOP, Sbrinz AOP, Rohmilch-Tilsiter, Raclette du Valais AOP und Emmentaler AOP sind diese im April, beim Bündner Bergkäse, Tête de Moine AOP und Appenzeller im Herbst für den Produzentenpreis wirksam geworden.

Preise Bio-Molkereimilch

Zwei Jahre in Folge ist die Produktion von Biomilch mehr als vier Prozent gewachsen. Aufgrund dieser grossen Angebotssteigerung hat bei der Bio-Molkereimilch Mitte 2019 ein deutlicher Preisrückgang eingesetzt. Dieser Rückgang hat Mitte 2020 gebremst werden können. Die Corona-Situation hat dazu beigetragen, dass das erhöhte Angebot zu einem grossen Teil vom Markt aufgenommen worden ist. Für Bio-Molkereimilch sind 2020 im Schnitt 80,2 Rappen, minus 0,9 Rappen gegenüber dem Vorjahr, bezahlt worden. Von Januar bis Juli lag der Preis im Schnitt noch zwei Rappen unter Vorjahr. Von August bis Dezember sind die Preise im Schnitt 0,9 Rappen über das Niveau von 2019 gestiegen.

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