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Mischfutter-Hersteller enttäuscht über Richtpreise

Die Richtpreise für Bio-Futtergetreide sinken nur wenig. Das Unternehmen Willi Grüninger AG rechnet die Bio-Futterpreise für die Bio-Schweinehalter neu.

Die Kundschaft teile der Willi Grüninger AG seit Jahren mit, dass die Mischfutterpreise nicht mehr steigen sollen, schreibt die Firma. Insbesondere der Anteil der Inlandproduktion, schreibt der Mischfutter-Hersteller, sei preistreibend.

Druck bei Biogerste und Biotriticale

Hatte man noch vor fünf Jahren 30 bis 40 Prozent Inlandanteil, so sei man ab 2017 auf einem Inlandanteil von 70 Prozent und mehr geklettert. Die zum Teil schlechten Erntemengen im letzten Jahr führten dazu, dass der Inlandanteil nicht explodierte und man sich nicht mit Übermengen beschäftigen musste. "Wenn wir in diesem Jahr auch nur eine einigermassen anständige Ernte haben, wird der Inlandanteil auf über 80 Prozent ansteigen", schreibt die Willi Grüninger AG.

Diesen Spielraum gibt es aber aktuell einzig noch bei Körnermais und Futterweizen. Bei Gerste, Triticale und Hafer sei das Szenario realistisch, dass man den Bedarf der Mischfutterhersteller vollständig abdecke. Weil man im Agrarbereich Überschüsse fürchte, dann kenne man die Auswirkungen auf den Preis – er komme massiv unter Druck. Der Druck äussere sich bei Biogerste und Biotriticale durch eine Preissenkung von nicht einmal drei Prozent.

Wertschöpfung der Tierhalter bleibt wichtig

"Die Willi Grüninger AG wollte eine Preisreduktion beim Weizen von vier Franken erzielen– hätte sich aber auch mit drei Franken einverstanden erklärt", schreibt sie. Wenn man sich offen für eine solche Preisreduktion einsetze, dann kann man sich den Vorwurf anhören, dass man Wertschöpfung zerstöre.

Klar liegt einer Futtermühle die Wertschöpfung der Tierhalter am Herzen, denn schliesslich sei das die Kundschaft der Willi Grüninger AG. Aber eigentlich seien die Tierhalter ebenso die Kundschaft der Ackerbauern. "Unser Verständnis einer Knospe ist, dass bei der Diskussion um Futtergetreide-Richtpreise nicht nur die Wertschöpfung der Ackerbauern betrachtet wird, sondern sehr wohl auch diejenige der Tierhalter", erklärt die Futtermühle.

Wie viel darf Swissness kosten?

Klar bedeutet mehr inländisches Getreide mehr Swissness. Nur stellt sich die Frage, wie viel die Swissness kosten dürfe und wer diese Kosten trage. Solange mehr Swissness nicht mit entsprechend höheren Marktpreisen verkauft werden kann, trage der Tierhalter den Mehrpreis selber. Der Geflügelsektor hat systembedingt die Möglichkeit, dass er den Mehrpreis bisher via Preisverhandlungen mit den Abnehmern weitergeben konnte. Im Bereich Wiederkäuer ist dies aber nicht der Fall und bei den Schweinen haben wir aktuell die Situation, dass die Schlachtpreise schmerzhaft gesunken sind und alsbald keine Erholung in Sicht ist.

Somit werde der Mehrpreis durch Rindvieh-, Ziegen-, Schaf- und Schweinehalter vollends selber getragen. «Am deutlichsten spüren dies die Schweinehalter, da deren Ration praktisch ausschliesslich aus Mischfutter besteht», betont die Willi Grüninger AG. Mit der angestrebten Preissenkung beim Weizen wollte man die Futterpreise für die Schweinehalter stabil halten, heisst es. Dies wäre nichts als fair gewesen, aber jetzt sei die Preisstabilität nicht erreicht. Die Willi Grüninger AG aus Flums SG werde sich aber weiterhin bemühen, ein fairer Partner für Bio-Ackerbauern und Bio-Tierhalter zu sein.

Entwicklung der Bio-Futtergetreide Richtpreise und des Anteils an Inlandgetreide am Gesamtbedarf

Mischfutter-Hersteller enttäuscht über Richtpreise

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