Milchkaffee wäre letzten Samstag in St. Gallen bei vielen Passanten wohl besser angekommen. Bei Temperaturen um den Gefrierpunkt langten die Leute bei den Milchshakes nur zaghaft zu. Den Kindern schien die Kälte nichts auszumachen. Mit viel Eifer versuchten sie, die Plastikkuh zu melken. Zur Belohnung gab es einen "Kuh"-Luftballon.
"Ein Kulturgut"
Der Tag der Schweizer Milch ist seit zehn Jahren ein fixer Termin in der Agenda von Swissmilk. "Es ist quasi der "Geburtstag" der Milch und soll national gefeiert werden", sagt Stephan Hagenbuch, Direktor des Verbands Schweizer Milchproduzenten (SMP).
Schweizer Milch und Milchprodukte hätten viele Mehrwerte gegenüber der ausländischen Konkurrenz. Diese Differenzierungsmerkmale müsse man bis zu den Konsumentinnen und Konsumenten bringen.
Milch-Konsum ist rückläufig
Auch wenn der Konsum von Trinkmilch seit Jahren rückläufig ist, bleibt die Schweiz laut Hagenbuch ein Milchland: "Das klassische Frühstück hat an Bedeutung verloren. Diese Gewohnheit wird durch andere Milchprodukte, die zum Beispiel unterwegs genossen werden, ersetzt." Insgesamt sei der Pro-Kopf-Konsum von Milch und Milchprodukten in der Schweiz seit Jahren auf einem hohen und stabilen Niveau von 370 Kilogramm. Milch und Milchprodukte seien ein Schweizer Kulturgut und ein fest verankertes Grundnahrungsmittel, so Hagenbuch.
Preisaufschlag von 2 Rappen
Das reicht aber nicht für einen gerechten Milchpreis. Bei der SMP ist man allerdings zuversichtlich, dass sich die Preise dieses Jahr nach oben bewegen werden. Seit Ende 2018 sind die Milchmengen in der Schweiz und im angrenzenden Ausland zurückgegangen.
Dies führte zusammen mit einem guten Absatz dazu, dass die Butterlager auf einem gesunden tiefen Niveau sind und es dieses Jahr voraussichtlich keine C-Milch geben wird. "Vor diesem Hintergrund kann angenommen werden, dass die B-Milchpreise weiter anziehen. Wenn diese Tendenz auch in Europa eintreffen wird, besteht die gute Möglichkeit, auch den A-Richtpreis anzuheben", lauten Stephan Hagenbuchs Einschätzungen.
Zudem werde die Branche im Herbst die von den Produzenten vorgeschlagene nachhaltige Milchproduktion einführen. Der dafür nötige Mehraufwand wird mit 3 Rappen Zuschlag pro kg A-Milch abgegolten. Rechnet man dies auf A- und B-Milch runter, sind das, so Hagenbuch, über 2 Rappen pro Kilogramm Milch insgesamt.
Zustupf in die Klassenkasse
Am Samstag schenkte Swissmilk zusammen mit Milchprodu-zenten und Jungzüchtern an rund 100 Standorten in der ganzen Schweiz Milch aus und informierte über die Themen Schweizer Milch, Tierhaltung und Landwirtschaft. 65 000 Portionen Milch wurden gemäss den Veranstaltern verteilt. Der Hauptanlass ging in Winterthur mit einem grossen Wissensquiz für Schulklassen über die Bühne. Die 1.-3. Klasse Beringen SH, die 5./6. Klasse Wuppenau TG und die 7./9. Klasse 3Ab Wetzikon ZH gewannen in ihrer Kategorie je ein Preisgeld von 1000 Franken.

