Mit 98 Prozent wurde noch nie so viel Futtersoja aus europäischem Anbau importiert wie 2025. Insgesamt waren es 266 557 t (Vorjahr 243 015 t). Spitzenreiter ist Italien mit einem Anteil von 59 % vor der Ukraine, die es trotz der schwierigen Rahmenbedingungen auf einen Anteil von 19,8 % schaffte.
Wichtige Lieferanten sind Deutschland und Österreich mit je fünf Prozent. «Erstmals importierte die Schweiz letztes Jahr keine Sojabohnen mehr aus Brasilien», meldete das Soja Netzwerk Schweiz. Einer der Importeure von Futtersoja ist auch Biosuisse, die 15 092 t importierte, ein Anteil von 5,7 %.
Das meiste Futter aus Europa
Auch bei den übrigen Futtermittel-Importen setze das Netzwerk auf regionale Herkunft und hohe Qualitätsstandards, wurde an der Mitgliederversammlung am 24. April 2026 in Sursee erklärt.
Futterweizen, Gerste und Hafer wurden 397 168 t eingeführt, beim Maiskleber waren es 41 863 t, «ausschliesslich aus europäischen Quellen». Und beim Bruchreis (der stammte aus Brasilien, Myanmar und Italien) waren es 53 253 t.
Im Jahresbericht wird darauf hingewiesen, dass für die Importe ein Nachweis «ohne Sikkation mit synthetischen Pflanzenschutzmitteln» vorlag. Und alle Glyphosatanalysen seien negativ ausgefallen.
Gentechnik wurde diskutiert
Zu reden gaben an der Jahresversammlung neue genomische Techniken wie Crispr/Cas. Es werde eine sachliche Debatte angestrebt und es sei unerlässlich, sich an der EU-Gesetzgebung zu orientieren, um Handelshemmnisse zu vermeiden und die Wettbewerbsfähigkeit der Schweiz zu sichern.
Wichtig sei, dass die Anwendungen in der Lieferkette klar geregelt und die Rückverfolgbarkeit gewährleistet seien. Derzeit habe sich die Schweiz als GVO-frei etabliert, während 75 % der globalen Sojaproduktion von 428 Mio. t mit klassisch gentechnisch veränderten Sorten erfolgt. Spitzenreiter ist noch immer Brasilien mit 169 Mio. t vor den USA mit 118 Mio. t.
In der EU (inklusive Ukraine und Serbien) werden auf einer Fläche von 3,6 Mio ha Soja produziert. Die Produktion von GVO-freier Soja liegt bei rund 2,8 Mio t, gemäss Angaben von Donau Soja.
Fortunat Schmid tritt zurück
An der Mitgliederversammlung trat Präsident Fortunat Schmid von fenaco zurück. Neu leitet Thomas Kopp, Luzern, vom Verband Getreide und Futtermittelhandel, das Netzwerk.
Das Soja Netzwerk Schweiz besteht seit 2011 und bezweckt die Beschaffung von Soja aus nachhaltiger Produktion und mit kurzen Transportwegen, möglichst aus Europa. Der Zusammenschluss umfasst Sojabeschaffer, Produzentenverbände, Label- und Umweltorganisationen, Hersteller sowie Detailhändler.
Bald mehr Sojaimporte aus Deutschland?
Er sei erfreut, dass Deutschland für die Schweiz das drittwichtigste Einfuhrland für Soja sei, meinte Martin Miersch, Vorsitzender Deutscher Sojaförderring. Er referierte über den angestrebten Ausbau in Deutschland «als Baustein für mehr Nachhaltigkeit und Resilienz im Agrarsektor». Der Sojaförderring wurde schon 1980 gegründet, hat 220 Mitglieder, davon 64 Unternehmen, von Landwirten bis zur Beratung, und Verarbeitung, aber ohne Handel. Im Fokus liege die Förderung der Produktion, nicht wie beim Schweizer Netzwerk die Optimierung der Importe. Deutschland sei allerdings noch meilenweit entfernt von der Schweiz bezüglich nachhaltiger Fütterung. Miersch nannte viele Gründe, wieso der Sojaanbau mehr gefördert werden sollte. Sie bereichere die Fruchtfolge, und Soja sei im Gegensatz zu anderen Leguminosen wie Erbsen, Ackerbohnen und Lupinen eine «gesunde Körnerleguminose», ohne Leguminosenmüdigkeit. Positiv sei die hohe N-Bindung, und schliesslich spreche die Umweltsituation (Abholzung Regenwald) und die Weltpolitik für eine höhere Eigenversorgung und weniger Importe. Fördernd wirken der Zuchtfortschritt, der Klimawandel und das Marktinteresse. Derzeit wird in Deutschland von rund 6000 Landwirten auf einer Fläche von 43 000 ha Soja produziert, 30 Prozent sind Bio. Geschätzt wird, dass rund 64 Prozent aller Ackerflächen für Soja geeignet wären. Bei 10 Prozent in der Fruchtfläche wären es rund 750 000 ha. Der Selbstversorgungsgrad könnte von drei auf 63 Prozent gesteigert werden. «Wir könnten auch die Exporte in die Schweiz deutlich ausdehnen», meinte Miersch. So liegt allein im nahen Süddeutschland das Potenzial bei 600 000, während der gesamte Importbedarf der Schweiz bei rund 240 000 t liegt. Zum Vergleich: Derzeit dümpelt der Schweizer Anbau bei rund 3300 ha und einem Ertrag von rund 4000 t, davon sind die Hälfte Futtermittel.



