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Liebe und Zufriedenheit geht durch den Magen

Die Corona-Krise hat nebst all dem Negativen auch etwas Positives gebracht, nämlich die Wertschätzung für einheimische, nachhaltige und gesunde Lebensmittel, schreibt Redaktorin Daniela Joder im Kommentar.

Neulich mitten im weihnächtlichen Schneetreiben stand ein Nachbar vor meiner Türe, brachte Kartoffeln, dankte für die Hilfe bei der Ernte und erzählte vom Loch auf seinem Kartoffelkonto. Zwar war es ein herrlicher Sommertag, als wir auf dem Vollernter standen, doch übers Band kamen mehr Steine und Erde als Kartoffeln. Zu kalt, zu nass und dann noch Hagel, es gibt viele Gründe, warum heuer die Erträge schmal sind.

Doch während der Landwirt deswegen den Gürtel enger schnallen muss, merkt der Konsument kaum etwas davon. Die Regale sind voll – oder? Nicht mehr in jedem Fall. Die Pandemie lässt uns Grenzen spüren. Die Grenzen des Wachstums, die Grenzen der Freiheit, die Grenzen des Kapitalismus, unsere persönlichen Grenzen. Jeder und jede musste sich in den vergangenen Monaten überlegen, was ihm wichtig ist und worauf man verzichten kann. So merkten in der Krise viele Konsumenten, dass sie nicht auf einheimische, nachhaltige und gesunde Lebensmittel verzichten möchten. Liebe und Zufriedenheit geht bekanntlich durch den Magen. Das ist die gute Nachricht und Balsam auf die strapazierte Landwirteseele. Noch besser ist, dass sich dieses Bekenntnis zu einheimischen Lebensmitteln auch im Preis niederschlug. Wenn nun im kommenden Jahr noch das Wetter hilft, dann muss vielleicht in einem Jahr niemand den Gürtel enger schnallen – auch wenn es dem einen oder andern guttäte.

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