Gemäss der Medienmitteilung vom 22. Juli 2026 der Holzindustrie Schweiz ist die Branche bereit, zusätzliche Mengen Holz zu verarbeiten. Dieser Trend besteht auch im Kanton Freiburg. Wie Martin Zbinden, Vorstandsmitglied von Wald Freiburg, erklärt, sind die lokalen Sägereien bereit, im Spätherbst mehr Holz zu übernehmen. Wie sich die Marktlage und Preissituation entwickle, sei aber im Moment nicht absehbar.
Klimawandel fordert heraus
Damit im Spätherbst Holz geliefert werden könne, müssten die Waldbesitzer jetzt mit dem zuständigen Revierförster die Holzschläge planen, betonte der Präsident des Waldbauvereins Sense, Martin Zbinden, der die Interessen der Waldeigentümer vertritt.
Holz sei gesucht. Jetzt brauche es die Bereitschaft der Waldbesitzer, auf die Nachfrage zu reagieren. «Die Wälder im Sensebezirk werden gepflegt. Sie müssen auf die Zukunft vorbereitet werden, denn mit dem Klimawandel muss man sich auf verschiedene Anforderungen ausrichten», betont Zbinden. Weiter erklärt er, dass die Holzschläge in den Privatwäldern mehrheitlich koordiniert durchgeführt würden.
«Die Rechnung geht für den Besitzer auf, auch wenn er die Arbeiten nach aussen vergibt», sagte er. Bislang konnten die Waldeigentümer für gezielte Pflegemassnahmen noch auf Unterstützung des Staates zählen. Für die Waldpflege und Holzproduktion bildeten die Gemeinden effizient arbeitende Kooperationen. Auf die gleiche Art sind auch die Staatswälder organisiert.
Starke Nachfrage aus dem Holzbau
Gegenüber der übrigen Bauwirtschaft verzeichnete der Holzbau ein stärkeres Wachstum, schreibt die Holzindustrie Schweiz. Erschwerend für die Schweizer Holzindustrie war und bleibe der hohe Wechselkurs. Der gegenüber dem Euro starke Schweizer Franken begünstige den Import von Holzprodukten aus den Nachbarländern und drücke auf die Margen der einheimischen Betriebe, schreibt die Holzindustrie weiter.
Die Steigerung der Holzproduktion entspreche den Zielen der Integralen Wald- und Holzstrategie 2050. Bund und Kanton möchten unter anderem die Wertschöpfungskette Wald und Holz stärken und die jährliche Holzerntemenge um eine Million Kubikmeter steigern.
Jährlich sollten bis zu eine halbe Million Kubikmeter zusätzliches Stammholz bereitgestellt werden. «Der Anstieg der Produktionskosten in der Schweiz sei auch auf die hohen Energiepreise zurückzuführen», ergänzt Martin Zbinden.
Dazu komme der Klimawandel. Die Trockenheit und die hohen Temperaturen in diesem Sommer treffe auch die Wälder hart, insbesondere jene, die auf wenig tiefgründigen Böden stehen. Ereignisse wie aktuell, die Hitze und Trockenheit oder auch Sturmschäden mit den Folgen daraus, haben auch immer wirtschaftliche Folgen.
Zuwachs wird nicht voll genutzt
Im Kanton Freiburg beträgt der jährliche Zuwachs an Holz pro Hektare rund 9 m³. Diese Menge werde nicht voll genutzt. «Deshalb ist man auch bestrebt, die Holznutzung zu erhöhen», sagt Martin Zbinden. Die Holznutzung im Kanton Freiburg betrug im Jahre 2024 289 618 m³ (+7,7 Prozent), davon kamen 206 240 m³ vom öffentlichen Wald (+13,2 Prozent) und 83 378 m³ von Privatwäldern (–4 Prozent).
Die Aufteilung der Holznutzung ist: Stammholz 127 550 m³, Industrieholz 4376 m³, Energieholz als Stückholz 29 077 m³, Energieholz als Hackschnitzel 127 554 m³. Die Menge Energieholz stieg von 30 584 m³ im Jahre 2009 auf 156 631 m³ an.
Die Baumarten im Kanton Freiburg stellen sich folgendermassen zusammen: 29,2 Prozent Laubbäume, 70,8 Prozent Nadelbäume. Der Privatwald beträgt 28,8 Prozent der Waldfläche im Kanton und ist 42 000 ha gross, der öffentliche Wald 71,2 Prozent. Der Schutzwald macht 40 Prozent der Waldfläche aus.

