Biodiversitäts-Initiative: Gegenvorschlag mit angezogener Handbremse in die richtige Richtung

Für den Trägerverein der Biodiversitäts-Initiative ist der indirekte Gegenvorschlag des Bundesrats zwar ein starkes Bekenntnis, man vermisse aber die nötigen Taten, um der Biodiversitätskrise aufzuhalten.

Pro Natura, Bird Life, der Schweizer Heimatschutz und die Stiftung Landschaftsschutz Schweiz hatten in Aussicht gestellt, sich an der Vernehmlassung zum indirekten Gegenvorschlag des Bundesrats zu beteiligen. Ihr Fazit fällt ernüchternd aus: Er sei ein Schritt, aber ein sehr kleiner.

Ökologische Infrastruktur aufbauen

Es genüge nicht, wenn der Bundesrat seine bisherige Politik bestätigt, heisst es in der Mitteilung des Trägervereins der Biodiversitäts-Initiative. In der vorgeschlagenen Revision des Natur- und Heimatschutzgesetzes (NHG) sehen die Umweltverbände aber eine einmalige Chance, um die ökologische Infrastruktur im Gesetz zu verankern und deren lange verzögerte Umsetzung voranzubringen.

Unter der ökologischen Infrastruktur versteht man ein Netz unter einander verbundene Flächen, die für die Biodiversität besonders wichtig sind. Dazu gehören laut Trägerverein ökologisch wertvolle Kerngebiete (Schutzgebiete) und Vernetzungsgebiete in ausreichender Qualität und Grösse, die sinnvoll verteilt im Raum sind.

Flächen sofort schützen

Verbliebene Naturräume und unverbaute Landschaften müssen besser geschützt, Gebiete mit hoher Biodiversität oder grossem Potenzial dafür sowie deren Vernetzung unverzüglich gesichert werden, so die Forderung.

Das Flächenziel des Bundesrat reiche weder qualitativ noch quantitativ aus, kritisieren die Umweltverbände. Zwar sei der vorgeschlagene ökologische Ausgleich im Siedlungsraum wichtig für die Sensibilisierung der Bevölkerung, aber keine Lösung für die Biodiversitätskrise.

Erfreuliche Vorschläge

Mit einigen Punkten des bundesrätlichen Gegenvorschlags sind die Verbände hinter der Biodiversitäts-Initiative auch zufrieden. So sei man erfreut über die vorgeschlagene Stärkung der Bundesinventare und die Verankerung einer umfassenden Baukultur.

Weiterlesen

  • Bundesrätin Simonetta Sommaruga: Förderung der Biodiversität und Lebensmittelproduktion seien gut vereinbar. (Bild Josef Scherer)

    Bundesrätin Sommaruga: «Ich mache mir Sorgen»

    Die Sensibilisierung im Bezug auf die Biodiversität sei in der Landwirtschaft schon hoch, erklärt Bundesrätin Sommaruga im Interview am internationalen Tag der Biodiversität. Trotzdem braucht es noch Verbesserungen.
    Show more
    ABO
  • Gewinnen Sie zwei Tickets für die OLMA 2026!

  • Indirekter Gegenvorschlag zur Biodiversitäts-Initative geht in die Vernehmlassung – das sind die Vorschläge