Kurz & bündig
- Roger Häcki wickelt Siloballen mit acht Lagen. - Das ergibt einen guten mechanischen Schutz vor Verletzungen. - Er konserviert das Futter eher feucht. Kommt es dennoch zu Folienlöchern, dringt der Schaden weniger tief in die Balle.
Bei der Folienwicklung der Siloballen geht es Roger Häcki gar nicht ums Sparen. «Man kann Siloballen mit sechs Lagen wickeln, normalerweise reicht dies aus, um den Luftausschluss zu gewährleisten. Aber hier steckt wertvolles Futter drin», sagt er und zeigt zu seinem Ballenlagerplatz. «Da gehe ich lieber auf Nummer sicher und wickle die Ballen mit acht Lagen.» Das bietet auch einen besseren Schutz bei mechanischen Belastungen, wenn die Ballen transportiert werden.
1 Franken 50 für die «Ballenversicherung»
Roger Häcki produziert seine Siloballen selber. Er benötigt bestmögliches Futter und wählt deshalb die höhere Umwicklungszahl. Der Mehraufwand ist überschaubar, da der Folienanteil nur einen kleinen Teil der gesamten Press- und Wickelkosten ausmacht. Bei acht Lagen betragen die Wickelkosten pro Balle etwa 6 Franken und bei sechs Lagen sind die Kosten bei etwa 4.50 Franken. Der Preiszuschlag für mehr Sicherheit beträgt also 1.50 Franken pro Balle. Das lohnt sich. Gemäss aktuellen Richtpreisen des Schweizer Bauernverbands hat eine Silogrossballe ab Hof mit einem Gewicht von 800 Kilogramm bei 35 Prozent TS einen Wert von rund 100 Franken. Ist man sich dessen bewusst, macht der bessere Ballenschutz Sinn.
Das Verletzungsrisiko ist an der Mantelfläche am grössten
Eine Silorundballe ist an ihren Stirnseiten am wenigsten empfindlich auf Verletzungen. Die Stirnseiten sind durch den Wickelprozess besser geschützt, da sich dort mehrere Folienschichten überlagern. Die Gefahr lauert an der Mantelfläche und an den Kanten, wo die meisten Schäden entstehen, zum Beispiel durch Transportwerkzeuge oder Tiere.
Das Handling hat jeder selbst in der Hand, durch einen vorsichtigen Umschlag beim Transport. Die Probleme mit den Vögeln lassen sich nicht direkt kontrollieren. Als Lösung gibt es heute Siloballenfolien, die über ihren Geruch in der Folie Schädlinge abhalten sollen. Laut Roger Häcki, der solche Folie benutzt, funktioniert das ziemlich gut. Dieser Folientyp hält die Krähen besser von den Ballen ab. «Das gibt mehr Spielraum, um die Ballen vom Feld zu räumen, ohne beschädigte Ballen zu riskieren. Vorher organisierten sich die Landwirte oft so, dass sie sofort mit dem Abtransport der Ballen begonnen haben.»
Die Verdichtung ist wie eine zweite Sicherheit
Kommt es dennoch zu verletzten Folien, ist es auch in solchen Fällen ein Vorteil, wenn die Balle hart verdichtet und das Futter nicht zu trocken ist, damit Sauerstoff nicht zu tief in die Balle dringt und Schaden anrichtet. Für eine gleichmässige Verdichtung ist es hilfreich, wenn die Schwaden für das Pressen nicht zu gross, sondern gleichmässig und locker geformt werden. Mit so angelegten Schwaden ist es möglich, einen gleichmässigen Futterfluss in die Maschine zu erreichen.
Netzbindung bewährt sich bei getrenntem Press-Wickel-Verfahren
Bei der Ballenbindung setzt Roger Häcki bei den Solopressen eine Netzbindung ein. Das Binden der Ballen mit einer Folie würde zwar die Mantelfläche zusätzlich zur Wickelfolie schützen, die Netzbindung ist jedoch robuster und hält die Ballen sicherer zusammen.
Bei der Mantelfolie besteht das Risiko, dass das Material bei einer kleinen Verletzung einreisst und den Ballendruck nicht mehr halten kann. Auf der neuen Press-Wickel-Kombination, die Roger Häcki einsetzt, verwendet er dennoch Mantelfolie. Hier besteht das Verletzungsrisiko nicht, da die Balle direkt auf den Wickeltisch gelangt.
Mantelfolie sichert Luftabschluss zusätzlich
Ansonsten bringt die Mantelfolie vorwiegend Vorteile mit sich. Neben dem erwähnten zusätzlichen Luftabschluss ist die Entsorgung der Ballenverpackung einfacher, da die Binde- und Wickelfolie vom selben Material ist und kein Netz von der Folie getrennt werden muss. Das erleichtert die Arbeit, für Roger Häcki ist dies jedoch ein Nebeneffekt. Sein Fokus bei der Silageproduktion liegt auf der Futterqualität. Um hier das bestmögliche Resultat zu erreichen, hat er sämtliche Arbeiten rund um die Futterkonservierung optimiert. Das beginnt bereits beim Futterbestand. Dieser ist die Grundlage für das Futter, das letztlich auf dem Futtertisch landet. Dazwischen liegen Maschineneinsätze und die Ballenlagerung am Futterlager. Nur so kann er seinen Kühen perfektes Futter auf den Futtertisch legen.



