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Schnelle Silage für viel Milch

Roger Häcki aus Hausen am Albis ZH setzt auf leistungsstarke Milchkühe. Er hat hohe Ansprüche an die Siloballen, die er nur kurz anwelkt. Auf das Kreiseln verzichtet er, wenn immer möglich. Das spart Kosten und verbessert gleichzeitig die Qualität.

Kurz & bündig

- Roger Häcki setzt auf Grundfutter mit hoher Qualität. - Er welkt das Gras auf rund 35 Prozent TS an. - Die Rundballen produziert er selber. - Er bietet das Pressen und Wickeln wie auch andere Arbeiten im Lohn an.

Bei der Milchproduktion macht Roger Häcki keine halben Sachen. Der Stalldurchschnitt seiner Holsteinherde liegt bei über 12 000 Kilogramm Milch. Damit die Kühe das leisten können, spielt das Raufutter eine zentrale Rolle. Die Silageherstellung hat Häcki in den vergangenen Jahren immer weiter optimiert. Dabei kommt ihm zugute, dass er die Siloballenproduktion in eigenen Händen hält und der Betrieb bereits seit 30 Jahren selber Siloballen herstellt. Häcki produziert auf dem eigenen Betrieb jährlich rund 900 Siloballen. Da Häcki die Dienstleistung auch als Lohnunternehmer anbietet, produziert er jährlich rund 8000 Rundballen. Das eigene Futter konserviert er verhältnismässig spät. Der erste Schnitt erfolgt meistens in der ersten Maihälfte. «Ich lasse den ersten Schnitt mengenmässig maximal zuwachsen und setze auf eine gute Struktur, ohne dass das Futter jedoch verholzt. Der erste Schnitt bringt mir Menge und Qualität, die mit den weiteren Schnitten nicht mehr erreicht wird.»

Bei der Mechanisierung setzt er wegen der vielen Hanglagen auf ein getrenntes Verfahren mit Presse und Wickler im Solobetrieb. Das gibt weniger Maschinengewicht. Aber auch eine neue Press-Wickel-Kombination kommt in diesem Jahr zum Einsatz. Diese setzt Häcki vor allem auf den flacheren Parzellen ein. Der Vorteil ist dabei, dass solche Aufträge im Ein-Mann-Verfahren erledigt werden können.

Klare Strategie mit weniger Aufwand

Roger Häcki achtet beim Maschineneinsatz darauf, dass dieser nach den Ansprüchen der Fütterung erfolgt. Die Siloballen sollen also maximale Fütterungsansprüche erfüllen.

Damit dies erreicht wird, hat Roger Häcki eine klare Strategie. Diese sieht vor, das Futter möglichst wenig zu bearbeiten. Häcki geht so vor:

  • Das Futter gegen Mittag trocken mähen.
  • Lange Stoppeln (mind. 8 cm).
  • Maximal einmal kreiseln, wenn überhaupt (oder: falls möglich, gar nicht kreiseln).
  • Gleichentags pressen und wickeln.
  • TS-Gehalt 35 Prozent.

«Beim ersten Schnitt kreiseln wir nach dem Mähen einmal, danach schwaden wir bereits. Wir wollen das Futter noch am gleichen Tag pressen. Das machen wir auch dann, wenn das Pressen erst in der Nacht erfolgt. Da ziehen wir einfach durch, damit das Futter wegen der Atmungsverluste nicht über die ganze Nacht liegen bleibt», so Roger Häcki.

Bei den weiteren Schnitten verzichtet Häcki auf das Kreiseln

«Wir haben in den vergangenen Jahren vieles überdacht und haben uns von alten Mustern gelöst, zum Beispiel von intensivem Kreiseln. Ich bin der Meinung, dass das Futter nur so viel wie nötig bearbeitet werden sollte. Jeder Arbeitsgang ist ein Risiko für die Futterverschmutzung. Ebenfalls wird das Futter rasch zu trocken. Zudem ist es auch eine Frage der Wirtschaftlichkeit, wenn ich ohne Qualitätseinbussen auf Arbeitsgänge verzichten kann.» Entscheidend ist, was in der Siloballe steckt und auf dem Futtertisch verfüttert werden kann. Je besser das Futter, desto mehr Milch produzieren die Kühe. Dabei ist vieles von der gesamten Organisation der Siloballenherstellung abhängig. Beginnend mit einem dichten Grasbestand mit wenig Verschmutzung durch Mäusehaufen bis zum Stapeln der Ballen am Lager.

Entscheidung auf dem Futtertisch

«Mir geht es um den Erfolg am Futtertisch. Dabei ist die Organisation und Planung am wichtigsten. Klare Strategien sind oft entscheidender als die Maschinentechnik für die Ballenproduktion.»

Die Maschinerie vernachlässigt Häcki dennoch nicht: Es braucht Pressen mit robustem Schneidwerk und hoher Ballenverdichtung. Und auf das Schwaden des Futters legt Roger Häcki ein besonderes Augenmerk. Er wechselte von der Kreisel- zur Kammschwad-Technik.

Mit dieser Technik wird das Futter besonders locker an die Schwade gelegt und dabei wenig verschmutzt. Hier entwickelte Häcki eine spezielle Kombination, die einen 3-Meter-Schwader am Frontanbau mit einem gleichen Schwader am seitlichen Heckanbau kombiniert. Den Rahmen für den Seitenanbau entwickelte und baute er selber. «Dadurch verteile ich das Gewicht besser, als wenn beide Schwader an der Front angebaut sind. Und trotzdem muss ich nie über das Futter fahren und vermeide dadurch eine Verschmutzung.»

Die Schwaden sollten gleichmässig sein und das Gras locker liegen. Dadurch gelingt ein regelmässiger Futterfluss. Die Presse kann die Balle ebenso gleichmässig formen und verdichten. Wenn sich an der Schwade Futterwirbel wie Klumpen befinden, stört dies den Futterfluss. Die Klumpen finden sich in der Balle wieder und beeinträchtigen die gleichmässige Form und die Dichte. Das drückt auf die Futterqualität.

Für die Qualität das Futter nicht zu trocken machen

«Ich empfehle, das Gras nicht zu trocken zu silieren. Für unseren Betrieb streben wir einen TS-Gehalt von etwa 35 Prozent an. Dieser Wert scheint mir perfekt, damit die Kühe viel Raufutter aufnehmen und letztlich einen höheren TS-Verzehr erreichen als mit trockenerer Silage.» Roger Häcki setzt bei der Rundballenpresse 17 bis 26 Messer ein. Das so geschnittene Futter lässt sich hoch verdichten. Eine hohe Verdichtung reduziert die Ausbreitung von Sauerstoff in der Balle, wenn durch eine Folienverletzung Luft eintritt. Eine grosse Wirkung hat in einem solchen Fall auch der TS-Gehalt. Je tiefer dieser ist, desto weniger kann Sauerstoff in die Balle dringen.

«Vor allem im Sommer wird das Gras in den meisten Fällen zu stark angewelkt», stellt der Lohnunternehmer fest. Je nach Futtermenge und Temperatur kann diese Situation rasch eintreten.

Betriebsspiegel der Familie Häcki

Roger Häcki, Hausen am Albis ZH LN: 60 ha Kulturen: Futterbauflächen, Silomais Tierbestand: 70 Milchkühe und Aufzucht Weitere Betriebszweige: Lohnunternehmen mit Pressen und Wickeln von Rundballen, Säen, Winterdienst Arbeitskräfte: 1 Festangestellter für Stall, 1 Lehrling, ca. 4 Aushilfen für Maschinenbetrieb