Reto Schmutz betreibt in Ätzrüti, das zur Berner Gemeinde Vechigen gehört, einen Landwirtschaftsbetrieb. Er und seine Familie halten 30 Milchkühe und bewirtschaften 22 ha Land. Vor zwei Jahren wurde er von der Gemeinde angefragt, ob er für sie die Gemeindestrassen und -wege putzen könnte.
Schwenkbare Düse
So schaffte sich Reto Schmutz den Mulchy-Laubbläser (ASF 500) an. Diesen kann er ganz einfach an seinem Traktor anbauen. Es sei sowohl Front- als auch Heckanbau möglich, erklärt der Landwirt. Schmutz baut den Laubbläser vorne an seinem Claas Celtis 426 an, weil dieser auch eine Frontzapfwelle hat.
Für den Anbau seien nebst der Zapfwelle noch zwei doppelwirkende Steuerventile nötig. Mit diesen Hydraulikventilen kann der Landwirt bequem vom Traktor aus die Bläserdüse schwenken, sowie auch dessen Klappe öffnen oder schliessen. Die Schwenkfunktion findet Reto Schmutz besonders praktisch: «So kann ich das Laub genau dorthin blasen, wo ich will und muss nicht immer vor- und rückwärts fahren.» Eigentlich wäre dieses Modell ausgelegt für eine 1000er-Zapfwelle, doch Reto Schmutz kann es dank eines aufgebauten Zusatzgetriebes mit 750 U/min laufen lassen. So könne er mit weniger Touren fahren mit seinem 75-PS-Traktor und Treibstoff einsparen.

Hauptsächlich im Herbst und Frühjahr
Den Laubbläser nutzt Reto Schmutz hauptsächlich im Herbst und Frühjahr, um die Strassen der Gemeinde zu putzen. Aber auch auf seinem Betrieb findet die Maschine Einsatzmöglichkeiten. So befreit der Landwirt damit die Waldsäume seiner Wiesen und Weiden.
«Dank des starken Luftstromes von 300 km/h bringe ich auch vom Schnee angeklebtes Buchenlaub gut aus dem Gras weg», erklärt Reto Schmutz. Vor dem Luftansaugpropeller ist ein Gitter montiert, damit kein Laub hineingerät. Von Zeit zu Zeit muss der Fahrer aussteigen, um das Laub vom Gitter zu entfernen. Den Laubbläser vermietet Schmutz auch an umliegende Bauern, so werde die Auslastung verbessert.
Richtige Traktorengrösse
Die Mechanisierung auf seinem Hof sei sonst eher unspektakulär, meint Reto Schmutz. Neben seinem fast 20-jährigen Claas-Traktor läuft bei ihm ein New Holland 4-75 S, den er vor zwei Jahren angeschafft hat. Dieser sei perfekt für seinen Betrieb. «Ich suchte einen Traktor ohne Schnickschnack», erklärt Reto Schmutz. Sein Händler des Vertrauens ist die Gerber Utzigen AG. Der New Holland ist nun der meistgebrauchte Traktor auf dem Betrieb und macht etwa 500 Stunden im Jahr. Der Claas hat bereits 8000 Stunden auf dem Buckel. Er wird wegen der Frontzapfwelle und dem Frontlader aber noch immer häufig gebraucht. Irgendwann müsse er wohl auch diesen ersetzen, sagt Reto Schmutz.

Hilfe beim Füttern
Eine besonders grosse Unterstützung ist der Ballenabwickler Ballemax mit kleinem Futtermischer dran. «Dieser erleichtert die Fütterung extrem», sagt Reto Schmutz. Der Vorteil von diesem Gerät sei, dass es selbstfahrend und elektrisch betrieben ist. Dadurch ist kein Traktor dauerhaft blockiert. Dank der integrierten Futterwaage kann der Mischer mehrere Rezepte speichern, und piepst, wenn die Zielmenge erreicht ist.
Betriebsspiegel und Maschinenpark
Name Reto und Eveline Schmutz
Ort Ätzrüti, Vechigen BE
LN 22,2 ha
Viehbestand 30 Milchkühe (Swiss Fleckvieh, Red Holstein, Holstein), Jungvieh
Kulturen 2 ha Silomais, 2 ha Futtergetreide (Gerste oder Weizen)
Traktoren Claas Celtis 426 (75 PS) mit Frontlader, New Holland 475 S (75 PS), Vierradtöff
Maschinen Heuerntemechanisierung: Frontmähwerk, Auf-bereiter, Kreisler, Schwader, Ladewagen Agrar; Schleppschlauchverteiler für Verschlauchung, Schneckenpumpe Wälchli, Laubbläser Mulchy, Federzahnegge (selbst gebaut), Düngerstreuer, Feldspritze, Tanner-Kipper, 2-Achs-Wagen, elektrischer Ballenabwickler und Mischer Ballemax

